Kreis zieht nach: Annullierung der Saison ist alternativlos

Letztlich sei die Entscheidung – trotz aller weitreichenden Konsequenzen – eine einfache gewesen: Willy Westphal, Kreisvorsitzender im Fußball- und Leichtathletikkreis Ahaus/Coesfeld, betonte gleich zu Beginn der Videokonferenz mit Vereinsvertretern am Donnerstagabend, dass die Annullierung der Saison 2020/21 alternativlos gewesen sei. „Vor einigen Wochen hatte ich Euch noch Hoffnung machen können, mittlerweile hat uns alle die Entwicklung überholt“, erklärte Westphal.

Im Umlaufverfahren passte sich der Kreisvorstand dem Beschluss des Verbandes an, damit gibt es in allen 29 Kreisen in Westfalen sowie NRW-weit eine einheitliche Lösung. Willy Westphal betonte ebenso, dass er es „sehr bedaure“, dass durch die Annullierung „einige Mannschaften um den Lohn ihrer Leistungen gebracht werden“. „Endlich konnten wir Nägel mit Köpfen machen“, spiegelte Willy Westphal gleichsam das Stimmungsbild im Kreisfußballausschuss (KFA) wider. „Die erforderlichen 50 Prozent der Spiele waren nicht mehr zu erreichen“, so Westphal. In den wenigen Klassen, in denen nur noch sehr wenige Partien ausstanden, habe man den Beschluss auch aus Solidarität jetzt schon gefasst. „Alles andere macht aus sportlicher Sicht keinen Sinn.“

Westphal erklärte ebenso, dass der Kreisjugendausschuss diesen Beschluss analog umsetzen wird. Während der Kreispokalwettbewerb bei der Jugend bereits vor Monaten ausgesetzt worden war, folgten die 16 noch im Wettbewerb bei den Senioren vertretenen Vereine einstimmig dem Vorschlag des KFA, die Runde abzubrechen.

„Wir müssen ja auch keine Pokalsieger für den Westfalenpokal melden, Vreden und Stadtlohn sind ja gesetzt“, erinnerte der Pokalspielleiter Willy Westphal an den Beschluss des FLVW vom Dienstag. „Aus sportlicher Sicht ist auch das natürlich bedauerlich, uns gehen einige echte Knaller schon im Achtelfinale verloren“, so Westphal. Pro forma muss der Kreisvorstand diesen Beschluss nun noch fassen.

Mit Blick auf die kommende Saison 2021/22 erklärte Willy Westphal, dass man – wie der Verband für die überkreislichen Ligen – erst einmal am 15. August als Datum für den Saisonstart festhalte. „Es ist aber durchaus möglich, dass noch um zwei Wochen nach hinten Richtung September gestreckt wird“, so Westphal. Weitere Alternativpläne habe man noch nicht ausgearbeitet – auch, um nicht gleich wieder Verunsicherung zu schüren. „Sobald es anderweitige Tendenzen gibt, melden wir uns frühzeitig“, versprach er.

Ansonsten sei man weiter abhängig von den Entscheidungen der Politik, auch deshalb sei es wichtig, die Hygienekonzepte weiter zu pflegen. „Sollten Politik und Kommunen grünes Licht geben, dann ist es an den Vereinen, Freundschaftsspiele zu planen“, so Westphal. Das könne aber noch dauern. Turniere hingegen bleiben vorerst bis zum 30. Juni nicht gestattet. Die Jugend plane ihren Saisonstart am letzten August-Wochenende.

Hinsichtlich des Pokalwettbewerbs wolle man bestenfalls zum bekannten Modus zurückkehren, die ersten beiden Pokalrunden der Saison vorzuschalten. Auch sonst gibt es keine Änderungen bei den Formalien: Sowohl Wechselfenster (1. Juli bis 31. August) als auch Meldefenster (ab 15. Mai) bleiben, betonte Kreiskassierer Bernd Dönnewald.

Bei der Jugend könne das Meldefenster durchaus etwas länger, zum Beispiel bis zu den Sommerferien, gefasst werden. Die Option, Mannschaften freiwillig zurückzuziehen, bleibt ebenso. Dann mögen diese Anträge allerdings bis zum 30. Juni angemeldet werden, sonst gelten die Mannschaften als Absteiger der kommenden Saison. „Das wäre nicht im Interesse des Sports“, berichtete Westphal, der davon ausgeht, dass es in den Spielklassen wenige bis keine Veränderungen geben wird.

Es bestünde natürlich die Option, Umgliederungen aus regionalen Aspekten zu beantragen, aber dadurch dürften andere Mannschaften nicht negativ beeinflusst werden. Manfred Nieland, „Nord-Staffelleiter“, äußerte den Wunsch, neue Mannschaften frühzeitig zu melden. Dass der Verband am angekündigten verstärkten Abstieg festhalten wird, das betonte Westphal: „Die vergangenen zwei Jahre waren nicht leistungsfördernd.“

Inwieweit Spielabgaben und Ordnungsgelder für Schiedsrichter-Mindersoll erlassen werden, darüber wird der Kreisvorstand zeitnah befinden. „Es wurde ja nicht gespielt“, ließ Westphal eine Tendenz durchblicken. Auch hier soll es eine einheitliche Lösung in allen 29 Kreisen geben. Apropos Schiedsrichter: Auf den traditionellen Anwärterlehrgang im Sommer wird der Kreisschiedsrichterausschuss (KSA) in diesem Jahr verzichten. „Zum einen gibt es organisatorisch kaum Möglichkeiten, zum anderen erreichen die Vereine ihre Jugendlichen aktuell ja kaum“, erklärte der KSA-Vorsitzende Paulo Goncalves.

Ein großes Anliegen seitens der Vereine war es noch, darauf hinzuweisen, gerade im Jugendbereich derzeit auf Probetrainings zu verzichten und dem entsprechenden Appell des Verbandes zu folgen. „Wir kommen auf Euch zu“, versprach Willy Westphal, den engen Kontakt zu den Vereinen zu halten – in der Hoffnung auf etwas mehr Normalität.