Annullierung oder Wertung? FLVW lässt Fortsetzung der Saison weiter offen

Der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) hat den Fahrplan für einen möglichen Re-Start im westfälischen Fußball bekanntgegeben. Der Tenor: Ein Abbruch der Saison ist satzungstechnisch nicht möglich – insbesondere da in „kleineren“ Staffeln weiter die Chance auf eine Wertung besteht.

Aufgrund der jüngsten Coronaschutzverordnung ist ein Mannschaftstraining im Amateur- und Jugendbereich (15 Jahre und älter) bei günstigem Pandemieverlauf frühestens ab dem 19. April möglich. Aus diesem Grund wird der Verbands-Fußball-Ausschuss (VFA) die Spiele im Krombacher Westfalenpokal bei Wiederaufnahme des Spielbetriebs als erstes - noch vor den Meisterschaftsspielen - ansetzen.

„Die neue Coronaschutzverordnung des Landes NRW macht es dem Sport und dem Fußball im Besondern erneut schwer. Keine einheitlichen Regelungen, Notbremse oder nicht, und damit geöffnete Sportanlagen in der einen und geschlossene Plätze in der anderen Kommune, teilweise bei ähnlichen Inzidenzwerten, lassen Westfalen zu einem Flickenteppich werden“, sieht FLVW-Präsident Gundolf Walaschewski die aktuelle Situation kritisch: „Aber damit müssen wir nun leben.“

„Wir müssen die aktuelle Situation realistisch betrachten und feststellen, dass gerade in den größeren Staffeln nicht genug Spiele bis zum 30. Juni absolviert werden können, um eine Wertung zu erzielen. Deshalb ist es jetzt unser oberstes Ziel, den Vereinen die Möglichkeit zu geben, den Krombacher Westfalenpokal sportlich zu beenden“, erklärt der für den Amateurfußball zuständige FLVW-Vizepräsident Manfred Schnieders und betont, dass dies auch bei einem Wiedereinstieg Mitte bzw. Ende Mai realistisch ist. Ein vorzeitiger Abbruch der Meisterschaftssaison ist aus juristischen Gründen in Westfalen (noch) nicht möglich ist. „Satzungen und Ordnungen lassen dies aktuell nicht zu, weil vor allem in kleineren Staffeln die Chance auf eine Wertung besteht“, so Schnieders.

Horst Dastig, Vorsitzender des Kreisfußballausschusses (KFA) und auch Staffelleiter der Bezirksliga 11, bleibt weiter gelassen – auch wenn seine ursprüngliche Planung mit Rückkehr in den Spielbetrieb zum 2. Mai obsolet geworden ist. „Wir müssen nun einfach weiter abwarten, was ab dem 19. April gilt. Am gleichen Tag werden wir uns mit dem KFA abstimmen, dann sollten auch weitere Entscheidungen des Verbandes vorliegen.“ Ein Vorteil sei es noch, dass es wenige Nachholspiele gibt. So könnten auch Englische Wochen weitgehend umgangen werden. Noch. „Sorgen bereiten mir allerdings die aktuellen Fallzahlen“, sind Dastigs Gedanken aktuell gewiss nicht nur bei der Planung des Spielbetriebs. Parallel wird sich der Kreis im Rahmen einer Videokonferenz ein Meinungsbild der Vereine einholen.

Dass man Mitte April Optionen für die Vorbereitung schaffen sollte, das sieht auch Willy Westphal als Kreisvorsitzender so. Letztlich sei man abhängig von den Entscheidungen auf politischer Ebene. Einig ist man sich im KFA, dass es immer dünner werden wird, je weniger im Mai gespielt werden kann.

Im Vorfeld der Saison 2020/2021 waren - auch unter Beteiligung westfälischer Vereine - unterschiedliche Szenarien und Staffelgrößen durchgespielt worden. Als Folge wurde die „50er-Regel“ mit der Option der Quotientenregel beschlossen. Ein Moduswechsel auf Verbandsebene sei mitten in der Saison aufgrund der Spielordnung grundsätzlich möglich, aber nicht geplant. Am 8. April tagt der WDFV-Verbands-Fußballausschuss, um eine einheitliche Regelung für den Amateurfußball im Westen zu erreichen.