Einsprüche erfolgreich: Zwei Punkte am Grünen Tisch für die Erste

Gleich in zwei Fällen hatte der SuS Stadtlohn Einspruch gegen Spielwertungen eingelegt und in beiden Fällen billigte das zuständige Sportgericht diesen. Während sich die erste Mannschaft damit wohl über zwei weitere Punkte freuen kann, erhält die Reserve die Chance, sich ebendiese in einem Wiederholungsspiel zu sichern.

 

Der erste Einspruch bezog sich auf das Spiel der Ersten am ersten Spieltag bei Vorwärts Epe (1:1). Wie sich im Nachgang herausstellen sollte, wirkte bei Epe ein Neuzugang mit, dem im Nachhinein die Spielberechtigung für Pflichtspiele wieder entzogen wurde. „Diesen Sachverhalt wollten wir durch die zuständige Rechtsinstanz einmal prüfen lassen. Zumindest bestand der Verdacht, dass die Passstelle die Spielberechtigung irrtümlich ausgestellt hat. Das hätte dann eine Neuansetzung zur Folge gehabt. Hätte Epe den Irrtum für sich besseren Wissens ausgenutzt, ist in der Rechts- und Verfahrensordnung des WDFV eine Spielwertung für den Gegner zwingend angesagt“, erklärt Geschäftsführer Michael Schley. Wie sich im Verfahren zeigen sollte, lag die Ursache für die irrtümlich erteilte Spielberechtigung in falschen Angaben des aufnehmenden Vereins Vorwärts Epe begründet. Selbst wenn diese Angaben „versehentlich“ getätigt wurden, ist die irrtümlich erteilte Spielberechtigung vom aufnehmenden Verein verschuldet worden. „In jedem Fall hätte Epe am Spieltermin wissen müssen, dass aufgrund verspäteter Abmeldung beim alten Verein plus versagter Zustimmung zum Vereinswechsel durch diesen die sofortige Spielberechtigung für Pflichtspiele für diesen Spieler nicht hätte erteilt werden dürfen“, so Schley. Das sah das Bezirkssportgericht ebenso und sprach dem SuS Stadtlohn die drei Punkte zu. Wegen des Einsatzes eines Spielers ohne Spielberechtigung ist das Meisterschaftsspiel daher als verloren zu werten (§44, Abs. 1, Satz 2, SpO/WDFV), heißt es im Urteil. Vorwärts Epe hat noch bis zum 29. Oktober die Gelegenheit, gegen dieses Urteil Berufung einzulegen, erst dann würde es rechtswirksam.

 

Im zweiten Fall ging es um einen Regelverstoß des Schiedsrichters im Spiel der Reserve gegen den FC Ottenstein. Beim Stande von 2:2 hatte diese einem Spieler Ottensteins versehentlich eine zweite Gelbe Karte gezeigt, ohne ihn mit Gelb/Rot des Feldes zu verweisen. Bei der ersten Verwarnung hatte sich der Unparteiische eine falsche Rückennummer notiert – ein Akteur mit dieser Nummer war auf dem Spielberichtsbogen gar nicht aufgeführt. Rund 20 Minuten lang war der SuS Stadtlohn II somit des Vorteils durch eine Überzahl „beraubt“ worden. „Aufgrund der nicht unerheblichen Restspielzeit war der Regelverstoß für uns schon maßgeblich für die Spielwertung unentschieden gemäß §58 der Rechts- und Verfahrensordnung des WDFV“, erklärt Michael Schley. Und das sah auch das Kreissportgericht so. Nicht zuletzt, weil der Schiedsrichter den Regelverstoß auf Hinweis der Stadtlohner Verantwortlichen im Spielbericht vermerkt hatte und Ottenstein diesen in seiner Stellungnahme bestätigte, setzte der zuständige Einzelrichter die Partie neu an. In der Begründung heißt es, dass durch Platzverweise quasi „neue Spiele“ entstehen, in der zum Beispiel durch taktische Wechsel oder andere Spielsysteme maßgeblich Einfluss auf das Spiel genommen werden kann. Der Regelverstoß sei somit spielentscheidend gewesen. Der FC Ottenstein hat auf eine Berufung verzichtet, das Urteil ist damit rechtskräftig. „Es war ein absolut sauberes und faires Verfahren. Wir haben großen Respekt vor dem Schiedsrichter und vor dem Verhalten Ottensteins“, so Schley. Ein neuer Spieltermin muss noch gefunden werden. „Alles nicht zu einfach in Corona-Zeiten“, berichtet Schley.