20. Spieltag: 1:1 in Merfeld: Erste kann von Ausrutcher des Tabellenführers nur bedingt profitieren

SuS rückt näher an den Tabellenführer heran
Einen Sieg hatte der SuS Stadtlohn im ersten Spiel des Jahres bei den Sportfreunden Merfeld angepeilt. Und der wäre am Sonntag auch möglich gewesen. Zunächst ärgerte sich der SuS als Tabellenzweiter nach dem Schlusspfiff über den 1:1-Endstand. Die Tatsache, dass Bezirksliga-Spitzenreiter TuS Haltern II parallel in Epe verlor, erhellte die Stadtlohner Mienen dann aber wieder.

Unterm Strich ist das ein guter Spieltag für uns“, urteilte SuS-Trainer Stefan Rahsing. Seine Mannschaft brauchte ein paar Minuten, um ins Spiel zu kommen und den Wind für sich zu nutzen. So besaß Merfeld mit einem Pfosten-Freistoß die erste gute Gelegenheit. Doch auch die Gäste trafen danach in Person von Tobias Preckel zweimal Aluminium, zudem ließ Mario Thentie eine Chance ungenutzt.

In der 27. Minute gelang dann aber der Führungstreffer. Nach einer Ecke nahm Thentie den Ball am zweiten Pfosten volley und schoss die Stadtlohner in Führung. „Von den Merfeldern kam bis zur Pause nichts mehr, deshalb denke ich, dass eine 2:0-Führung für uns das passende Halbzeitergebnis gewesen wäre“, so Rahsing.

Seine Mannschaft hätte im zweiten Durchgang noch den zweiten Treffer nachlegen können, doch Maximilian Rhein verpasste das. Die Merfelder, nun vom Wind begünstigt, entfachten jetzt mehr Torgefahr, meist aber nur mit Distanzschüssen oder Freistößen.

In der 75. Minute ließen sie sich die Chance vom Elfmeterpunkt aber nicht nehmen. Nach einer unübersichtlichen Situation wurde ein Merfelder gefoult. „Der Elfmeter war berechtigt“, so Rahsing. „Wäre vorher aber das Foul an Thentie geahndet worden, wäre es gar nicht zu der Situation gekommen.“ Der SuS hatte durch Hendrik Deitert noch die Chance zum 1:2, musste letztlich aber mit dem Remis leben.

SF Merfeld - SuS Stadtlohn 1:1
SuS: Hintemann - Weiß, Brinkmann, Jaegers, Tenbrink - Thentie - Preckel (66. Tendahl), Vreven, Buning (56. Wolf), Meise (80. Deitert) - Rhein (75. Dormayer)  - Tore: 0:1 Thentie (27.); 1:1 Küster (75., FE).

Quelle: Münsterland Zeitung

Ausblick:

Eine echte Kraftprobe steht der Bezirksligamannschaft am 20. Spieltag bevor. Im ersten Spiel des Jahres führt die Reise den Tabellenzweiten zu den Sportfreunden Merfeld. Das Team aus Dülmen zählt sicher zu den großen Überraschungen der Saison. Die Sportfreunde von 1958 feierten vor zwei Jahren ihren 80.Geburtstag. Das größte Geschenk hat sich die sportliche Nummer aktuelle Nummer eins in Dülmen vor dem früherem Oberligagefährten Stadtlohns, der TSG Dülmen, selbst gemacht: Aus dem Ascheplatz wurde ein moderner Kunstrasen. Mit dieser guten Infrastruktur hat sich der Verein stark für die Zukunft aufgestellt.

Sportlich ist Merfeld seit sechs Jahren konstantes Mitglied in der Bezirksliga. Schon in der Spielzeit 2010/11 war der Aufstieg gelungen, doch es ging direkt wieder runter in die Kreisliga A Coesfeld. Im zweiten Versuch klappte es dann. Seither stabilisiert sich die Mannschaft im Mittelfeld der Tabelle. Im Vorjahr wurde es gegen Ende im offenen Abstiegskampf noch einmal eng, doch in Gefahr geriet der erneute Klassenerhalt nicht mehr. Und somit gingen die Sportfreunde in eine weitere Bezirksligasaison – und dies mit neuem Trainer. Nach vier Jahren suchte Alexander Möllers beim Nachbarn Adler Buldern eine neue Herausforderung, mit ihm ging der beste Torschütze der Vorsaison, Robin Wihan. Es folgte mit Holger Flossbach – zuletzt in der Ober- und Westfalenliga für die Traditionsvereine TSV Marl-Hüls und DSC Wanne-Eickel tätig – ein alter Bekannter. Vor gut 25 Jahren legte Holger Flossbach erste Grundsteine für den Erfolg der Merfelder, für ihn selbst war dies ein wenig der Startschuss zu einer erfolgreichen Trainerkarriere über drei Jahrzehnte. Nun wolle er es „ein wenig langsamer angehen“ lassen, die Motivation war aber weiter voll vorhanden, an früherer Wirkungsstätte etwas zu fortentwickeln. Im Herbst erhielt Flossbach dann ein attraktives Angebot von der Regionalligamannschaft des FC Schalke 04, mit Manfred Wölpper, ebenfalls ein alter Bekannter für den SuS Stadtlohn, konnte ein weiterer Routinier gewonnen werden. Spielender Co-Trainer ist weiterhin Jan Kersen, der Kader hat sich kaum verändert

Über den Weg gelaufen sind sich in den vergangenen Jahren mehrfach die SuS-Reserve und die Sportfreunde, nun kam es im Hinspiel zum ersten Punktspielvergleich mit der Ersten. Für den SuS gab es einen 3:2-Zittersieg. Das erste Pflichtspiel ist dies nicht: Im Sommer 2017 gab es ein Kreispokalspiel, das Stadtlohn in Merfeld mi 3:1 gewann, fünf Jahre zuvor machte es der SuS im gleichen Wettbewerbe beim 11:0 deutlicher. Markant an der Vorsaison war, dass die Sportfreunde in der Fremde deutlich erfolgreicher waren. Merfeld gilt als körperlich sehr robust auftretender Bezirksligist mit einem ausgewogenen Kader. Und der Auftakt ins neue Spieljahr ist gleich wieder geglückt: Mit dem 1:0 im Nachholspiel am Donnerstag in Lüdinghausen sprangen die Sportfreunde auf Rang drei Tabelle. „Das ist eine Mannschaft, die uns körperlich alles abverlangen wird“, weiß Stadtlohns Trainer Stefan Rahsing. Ausgetragen wird die Partie aufgrund einer Rasensperre in Dülmen auf dem neuen Kunstrasen.

Die Sportfreunde Merfeld in der Saison 2019/2020

Spielstätte: Sportanlage Merfeld, Rekener Straße, 48249 Dülmen
Vorjahresplatzierung: Platz 12 in der Bezirksliga 11
Saisonziel: Mannschaft weiterentwickeln.

Torhüter: Dominik Brocks, Lukas Szeczepanski.
Abwehr: Fabian Autermann, Justin Henning, Niklas Hoffmann, Matze Küster, Marc Perick, Edin Saracevic, Carlo Schulze Entrup, Leon Tüns, Linus Waltering.
Mittelfeld/Angriff: Jannik Beuing, Christian Drees, Max Ernst, Marius Hövekamp, Jan Kersen, Julian Muddemann, Lucas Reining, Maurice Saracevic, Markus Schmidt, Patrick Strotmann, Jan Tüns.
Trainer: Manfred Wöllper (seit Herbst für Holger Floßbach) - Co-Trainer: Jan Kersen.

Zugänge: Julian Muddemann (Brukteria Rorup), Lucas Reining (DJK Dülmen), Maurice Saracevic (VfB Hüls), Jannik Beuing, Marc Perick (beide eigene A-Jugend).
Abgänge: Alexander Möllers, Robin Wihan (beide Adler Buldern), Ömer Kaya (Karriereende).

www.sportfreunde-merfeld.de

Rückblick:

Stadtlohn jetzt alleiniger Tabellenführer
Die fünf Tore hatten sich der SuS Stadtlohn und sein Gast aus Merfeld allesamt für die zweite Hälfte aufgehoben. Am Ende stand ein 3:2 für die Stadtlohner, die nun mit idealer Punktausbeute alleiniger Tabellenführer der Bezirksliga 11 sind.

„Dass wir zur Pause nicht schon mindestens 2:0 führen, ist wahnwitzig“, kommentierte SuS-Trainer Stefan Rahsing nach der Partie. Beste Chance hatte seine Elf gegen robust agierende Gäste liegen gelassen. Das einzig Zählbare, das im ersten Durchgang heraussprang, war aber eine Überzahl, nachdem Merfelds Tüns in der 44. Minute die Gelb-Rote Karte gesehen hatte.

Dennoch gingen die Sportfreunde zu Beginn der zweiten Hälfte in Führung. Nach eigener Ecke schlug ein Stadtlohner über den Ball, Merfelds Patrick Strotmannn überlistete Keeper Stefan Mester von der Mittellinie zum 0:1 (48.). Stadtlohn drückte ohne Ende und ließ weitere Großchancen aus, ehe Maximilian Rhein per Foulelfmeter der Ausgleich gelang (61.). Der eingewechselte Johannes Tenbrink verwertete in der 81. Minute eine Flanke von Eswin Vreven zum überfälligen Führungstreffer. Als Jens Büsker einen SuS-Konter mit einem Linksschuss ins lange Eck vollendete, lief bereits die Nachspielzeit (90.+2). Dennoch fiel der letzte Treffer erst danach. Mit einem Foulelfmeter betrieb Merfelds Matthias Küster noch Ergebniskosmetik.

SuS-Trainer Stefan Rahsing war froh, als der Schlusspfiff ertönte. „Das war heute ein dreckiger, aber verdienter Arbeitssieg unter unangenehmen Bedingungen. In Überzahl ist die Mannschaft letztlich gut mit dem Druck umgegangen, das Spiel gewinnen zu müssen.“

SuS Stadtlohn - SF Merfeld  3:2
SuS: Mester - Macha (60. Preckel), Buning, Brinkmann, Sparwel (38. Tendahl) - Jaegers, Büsker - Vreven, Thentie, Meise (75. Tenbrink) - Rhein – Tore: 0:1 Strotmann (47.); 1:1 Rhein (FE., 61.); 2:1 Tenbrink (81.); 3:1 Büsker (90.+2); 3:2 Küster (HE., 90.+4) – Gelb-Rote-Karte: Tüns, Merfeld (44.)

Quelle: Münsterland Zeitung