"Englische Woche": Galligere SpVgg verdienter Sieger / Reserve muss Spitze abgeben

Kreispokal-Halbfinale (Hamalandstadion - Kunstrasen / Ottensteiner Straße - Vreden)
SpVgg Vreden : SuS Stadtlohn 3:1 Live
Gallige Gastgeber ziehen gegen uninspirierte Gäste völlig verdient ins Pokalfinale am 5. Mai gegen Hausdülmen ein!
Aufstellung

Kreisliga A-Nachholspiel (Roncallistadion - Rasen 1 / Doornte - Südlohn)
SC Südlohn : SuS Stadtlohn II 1:0 Live
Aufstellung

Nichts geworden ist es aus dem Vorhaben der Oberligamannschaft, sich über einen Pokalerfolg im Derby bei der SpVgg Vreden Mut und Kraft für den Abstiegskampf zu verschaffen. Nahezu sang- und klanglos ergab sich der Oberligist SuS Stadtlohn dem Westfalenligisten SpVgg Vreden (1:3). Zudem verletzten sich auch noch Tim Schücker und Kevin Krämer.
Bei allem Verständnis für die Priorität Meisterschaft: In der aktuellen Lage sicher nicht nur für Außenstehende war die Körpersprache der Mannschaft erschreckend – auch Trainer Daniel Sekic hatte zunächst keine Erklärung. Wie in jüngerer Vergangenheit öfter hinterfragte er die Einstellung seiner Mannen. Zum Vergleich: Während beim Gastgeber ein halbes Dutzend absoluter Führungsspieler fehlte, standen beim SuS sämtliche im Winter verpflichteten Hoffnungsträger auf dem Platz. Die SpVgg hatte allerdings den richtigen Plan und kam immer wieder nach dem gleichen Schema zu Chancen gegen den oft unsortierten Titelverteidiger. Ähnlich mussten in jüngerer Vergangenheit die Gegentreffer hingenommen werden.
Ob auch bei den Neuen der Auftakt der „Wochen der Wahrheit“ heute ab 15 Uhr schon „in den Köpfen spukte“, das müssen sie beweisen. Als Entschuldigung wird dies nicht reichen. Sonntag geht zum SC Paderborn II, der selbst zuletzt andeutete, dass es den Abstiegskampf annehmen will. Dort müssen Antworten auf die gestern aufgekommenen Fragen geliefert werden. Um 11 Uhr fährt der Bus ab...

Pokal-Halbfinale:

Finale heißt es am 5. Mai für die SpVgg Vreden. In der Vorschlussrunde des Kreispokals schaltete der Westfalenligist den Titelverteidiger SuS Stadtlohn mit einem 3:1-Heimsieg aus. Die Blau-Gelben waren vor allem in der ersten Hälfte das deutlich engagiertere Team, unterm Strich gingen sie als verdienter Sieger vom Kunstrasen.
Als Marius Borgert in der 89. Minute aus kurzer Distanz zum 2:1-Anschluss für die Gäste traf, schien noch mal ein Funke Spannung aufzukommen. Doch diesen erstickte Carlo Korthals direkt im nach dem Anstoß im Keim, indem er nach Vorarbeit von Alexander Buning zum entscheidenden 3:1 einnetzte.
Die gut 300 Zuschauer am Nebenplatz des Hamalandstadions hatten schon nach kurzer Spieldauer nicht den Eindruck, dass der Oberligist als Gewinner vom Platz gehen könnte. Die Vredener wirkten einfach bissiger in ihren Aktionen, zudem leistete sich der SuS mehrere individuelle Fehler. Die SpVgg verzeichnete auch die erste dicke Gelegenheit: Nach langem Ball in die Spitze tauchte Marvin Möllers vor SuS-Keeper Christoph Fork auf, hob den Ball aber den Pfosten (18.). Hinten stand die SpVgg kompakt, sodass der SuS erst in den Schlussminuten des ersten Durchgangs mal ernsthaft zum Torabschluss kam.
Da stand es aber schon 1:0 für die Heimelf. Dominic Steiner, nach schmerzhaftem Zusammenprall mit Tim Schücker gerade erst wieder auf dem Platz, spielte hoch in die Spitze zu Hendrik Brügging. Der erst im Winter von der Stadtlohner A-Jugend gekommene Angreifer zeigte sich abgezockt und drosch den Ball zur Führung ins kurze Eck (30.). Sebastian Hahn hatte nur drei Minuten später das 2:0 vor Augen, verpasste aber.
Den zweiten Treffer gab es erst im zweiten Durchgang zu sehen. In einem Konter zog Andre Reimann zum Strafraum, legte quer zu Claudio Vieira Martins, der aus fünf Metern einnetzte und für großen Jubel unter den Vredener Anhängern sorgte (55.). Der SuS hielt in der Folge zwar besser dagegen, musste die letzte Viertelstunde aber zu zehnt bestreiten: Als sich Kevin Krämer nach einem Foul an sich verletzte, war das Wechselkontingent bereits ausgeschöpft.

Nachholspiel Kreisliga A:

Den alles entscheidenden Treffer erzielte Jörg Krüchting in der 80. Minute mit einem Kopfball. Patrick Olthoff hatte zuvor einen Freistoß von der Seite hoch vor das Stadtlohner Tor gebracht. Die erste Hälfte verlief ziemlich ausgeglichen ohne große Höhepunkte auf beiden Seiten. Im zweiten Durchgang lieferten sich beide Parteien eine kampfbetonte Partie, in der der SuS II leichte Vorteile hatte. „Der Sieg ist vielleicht etwas glücklich, aber nicht unverdient“, sagte der Südlohner Coach Peter Ellermann.

Quelle: Münsterland Zeitung

Ausblick:

Kreispokal-Halbfinale

Es ist das vorweggenommene Endspiel: Im zweiten Halbfinale des Kreispokals treffen mit der SpVgg Vreden und dem SuS Stadtlohn – neben GW Nottuln - die beiden höchstrangigen Teilnehmer am Wettbewerb aufeinander. Gespielt wird am Donnerstag, 10. März, ab 19 Uhr im Hamalandstadion. Gesucht wird der Endspielgegner des Überraschungsteams GW Hausdülmen für Christi Himmelfahrt (5. Mai, 15 Uhr). Der Kreisligist konnte im Semifinale auch den Pokal-Spezialisten von der TSG Dülmen ein Bein stellen. Damit steht nach dem TSV Ahaus im Vorjahr wiederum ein A-Ligist im Finale, über das sich allein der Sieger für den kommenden Westfalenpokal qualifiziert.
Im zweiten Vorschlussrundenspiel gibt es im Grunde keine Favoritenstellung. Der Gastgeber aus Vreden kann frei und losgelöst von jeglichem Druck aus der Meisterschaft aufspielen. Trotz enormen Verletzungspechs zeigte sich die SpVgg Vreden zuletzt in der Westfalenliga als spielstarke, willige und taktisch klug eingestellte Einheit. Der Pokalwettbewerb kann so als eine Art Bonbon genutzt werden – aufgrund der engen Personallage ist eine Rotation nahezu ausgeschlossen.
Das wird beim Oberligisten sicher anders sein. Bei diesem liegt die Priorität allein auf der Meisterschaft. Und das heißt Abstiegskampf pur. Trotz des personellen Umbruchs im Winter sind die dringend benötigten Punkte trotz zum Teil ordentlicher Vorstellungen bisher überwiegend ausgeblieben. Das muss sich nun ändern: In den kommenden fünf Spielen stehen die Vergleiche mit Paderborn II, Zweckel und Schermbeck an. In diesen wird eine Vorentscheidung im Kampf um den Klassenerhalt fallen. Den Pokal kann das Team nutzen, um sich Selbstvertrauen zu verschaffen. Akteure aus der aktuell „zweiten Reihe“ können sich aufdrängen. Verzichten muss Trainer Daniel Sekic unter anderem auf den wegen Gelb-Rot gesperrten Josse Gerick. Dadurch ist dieser am Sonntag in Paderborn wieder spielberechtigt, behält natürlich seine vier Gelben Karten.
Schon im Vorjahreswettbewerb trafen Vreden und Stadtlohn aufeinander. Mit 2:0 ebnete seinerzeit der SuS den Weg zum Titelgewinn. In der Vorbereitung konnte die SpVgg den SuS darauf in einem Testspiel mit 1:0 bezwingen. Auch dafür wird sich der Gast rehabilitieren wollen. Insgesamt gab es im Kreispokal bisher sechs Vergleiche zwischen den Nachbarn – die SpVgg konnte davon eines gewinnen.

Kreispokal

Halbfinale
GW Hausdülmen : TSG Dülmen 5:4 n.E.
SpVgg Vreden : SuS Stadtlohn 10.03., 19.00

Endspiel (Christi Himmelfahrt - Spielort noch offen)
Hausdülmen : Vreden/Stadtlohn 05.05., 15.00

Nachholspiel Kreisliga A

Endlich etwas werden soll es am Donnerstag auch mit der Austragung des Vergleichs zwischen dem noch amtierenden Meister SC Südlohn und einem potenziellen Nachfolger SuS Stadtlohn II (19 Uhr). Die Favoritenstellung ist auf dem Papier eindeutig: Bei den Gastgebern läuft in dieser Spielzeit nicht gerade viel zusammen, die Gäste haben nach der Winterpause gleich wieder Fahrt aufgenommen. Allerdings könnte ein schweres Geläuf – womöglich Asche – den Hausherren in die Karten spielen. Die spielerischen Vorteile beim Tabellenführer werden dann nicht so zum Tragen kommen können.

Kampf um Finale und Prestige
Einiges auf dem Spiel steht heute Abend im Hamalandstadion. Ab 19 Uhr messen sich die SpVgg Vreden und der SuS Stadtlohn im Halbfinale des Kreispokals. Dabei geht es neben dem Einzug ins Endspiel gegen GW Hausdülmen auch ums Prestige in diesem Derby.

Die Ausgangslage
Gastgeber Vreden kann den Fokus in dieser Woche deutlich stärker auf das Pokalspiel legen als der Gast aus Stadtlohn. Dieser steht in der Oberliga als Vorletzter unter Druck und hat am Wochenende ein enorm wichtiges Kellerduell beim SC Paderborn II vor der Brust. Als Sechster in der Westfalenliga bewegt sich die SpVgg derzeit jenseits von Gut und Böse.

Der Weg ins Halbfinale
Die Hausherren schalteten nach Landesligist Eintracht Coesfeld (4:1) die Kreisligisten DJK Rödder (4:1), Eintracht Stadtlohn (7:1) sowie GW Lünten (1:0) aus. Erst dreimal musste der SuS ran und warf nach den A-Ligisten Fortuna Gronau (3:1) und FC Ottenstein (5:1) auch Bezirksligist Vorwärts Epe (3:1) aus dem Wettbewerb.

Die Personallage
Die Vredener beklagen derzeit verletzte Leistungsträger wie Nils Temme, Mirko Bertelsbeck, Niklas Grubbe, Jan Temme und Nico Klein-Günnewick. Beim SuS muss neben den Verletzten Markus Krüchting, Kai Erning, Luca Ehler, Daniel Neustädter und Markus Banken auch der gesperrte Josse Gerick passen.

Die „Überläufer“
In beiden Lagern spielen mehrere Akteure, die im Seniorenbereich schon das jeweils andere Trikot getragen haben: In Vreden sind das die ehemaligen Stadtlohner Nico Klein-Günnewick, Nils und Jan Temme, Hendrik Brügging, Carlo Korthals, Dominic Steiner und Lars Ivanusic. In Stadtlohn gilt das für Markus Banken, Josse Gerick, Daniel Klein-Günnewick, Andre Hippers, Michael Roßmöller und Andre van den Berg.

Die Derbybilanz
Die Blau-Gelben sehnen sich seit fast schon acht Jahren nach einem Pflichtspielerfolg gegen die Elf vom Losberg. Im Mai 2008 bezwang Vreden den damaligen Verbandsliga-Konkurrenten mit 2:0. Im selben Jahr, allerdings schon im März, hatte die SpVgg den Rivalen auch im Halbfinale des Kreispokals besiegt (1:0). Der SuS behielt also zumeist die Oberhand in diesem Duell, so war es auch im Semifinale des Vorjahres: Stadtlohn gewann mit 2:0 und wurde später Pokalsieger. Der jüngste Vergleich, ein Testspiel im vergangenen Sommer, ging mit 1:0 an die SpVgg.

Die Sicht der Trainer
Vredens Marcus Feldkamp hat „Lust auf ein schönes Spiel für beide Vereine“. Seine Elf habe schon vor der Saison das Pokalfinale als Ziel ausgegeben, „jetzt sind wir auf alles eingestellt von 90, über 120 Minuten bis zu einem Elfmeterschießen“. Selbst wenn der SuS nicht in Bestbesetzung antrete, bringe er viel Qualität auf den Platz.
Stadtlohns Daniel Sekic sieht in der SpVgg „den stärksten Konkurrenten in diesem Wettbewerb“. Die Konstellation mit dem wichtigen Ligaspiel am Sonntag sei nicht ideal, „aber wir werden alles versuchen, um ins Finale zu kommen. Erst danach zerbrechen wir uns den Kopf über das Wochenende“.

Quelle: Münsterland Zeitung (Sascha Keirat)