20. Spieltag: Erste kann den Bock noch nicht umstoßen - Reserve unterliegt gutem Gast

Der Ball will nicht rein
Aus Sicht des SuS Stadtlohn bedeutete das 0:0 beim TuS Ennepetal zwei verlorene Punkte. Weil der Ball bei den guten Chancen der Berkelstädter einfach nicht ins Tor fliegen wollte, verpassten sie es, als Tabellenvorletzter die Lücke nach oben zu verkleinern.

 

Allein in der letzten Viertelstunde bot sich den Stadtlohnern reichlich Gelegenheit, um die drei Zähler mit auf die lange Heimreise zu nehmen. Nachdem TuS-Verteidiger Stefan Siepmann Stadtlohns Cihan Bolat auf dem freien Weg zum Tor festgehalten und für diese Notbremse die Rote Karte gesehen hatte, agierten die Gäste in Überzahl. Von der Heimelf war schon im ganzen zweiten Durchgang kaum große noch Torgefahr ausgegangen. Mit einem Mann weniger ließen ihre Offensivaktionen erst recht nach.

Die Stadtlohner waren drauf und dran, den Siegtreffer zu erzielen. Allein Stürmer Bolat hatte zweimal das 1:0 auf dem Kopf. Doch diese Versuche parierte Ennepetal-Schlussmann Marvin Weusthoff ebenso wie einen gefährlichen Drehschuss Bolats, den er aus dem Winkel kratzte. Bei den übrigen Versuchen der Gäste, etwa zwei Fernschüssen von Tayfun Cakiroglu, war jeweils ein Abwehrbein im Weg. So blieb die Belohnung für eine Steigerung des SuS im zweiten Durchgang aus.

Nach dem Seitenwechsel hatten die Stadtlohner mehr in die Begegnung investiert, zeigten mehr Willen und mehr Aggressivität in den Zweikämpfen. Diese Tugenden hatten in einigen Szenen des ersten Durchgangs noch gefehlt. So kam der SuS in der Startphase überhaupt nicht zur Entfaltung. Die Heimelf attackierte früh und störte den Spielaufbau, hohe Bälle waren meist sichere Beute der TuS-Defensive. Die Gastgeber prüften ihrerseits mehrfach den Stadtlohner Keeper Sören Stauder. Der parierte aber alles, was auf sein Tor kam. Die größte Chance des ersten Durchgangs bot sich aber in dessen Schlussphase den Gästen: Michael Roßmöller spielte Cihan Bolat frei, der scheiterte frei vor Weusthoff.

So blieb statt drei wichtiger Punkte wieder nur die Erkenntnis, dass der SuS vor dem gegnerischen Tor effektiver werden muss.

So sah der Stadtlohner Trainer Martin Stroetzel die Partie beim TuS Ennepetal: „Leider hat es heute nur zu einem Punkt gereicht. Wir haben sehr schwer in die Partie gefunden, uns aber gesteigert und hatten genügend Chancen, um das Spiel für uns zu entscheiden. Hätte Cihan am Ende der ersten Halbzeit aus seiner Riesenchance das 1:0 gemacht, wäre das die Krönung gewesen. In der zweiten Hälfte habe ich nur eine einzige Chance von Ennepetal gesehen, am Ende hätten wir das 1:0 machen müssen. Vom Auftreten her war das heute in Ordnung. Es war wichtig, dass wir zu null gespielt haben. Leider haben wir unsere Angriffe nicht gekrönt.“

 

Reserve verliert Zugriff auf die Parte
Der SuS Stadtlohn II ist mit einer Niederlage in die Pflichtspielsaison des Jahres 2017 gestartet. Auf dem Kunstrasenplatz am SuS-Clubheim unterlagen die Schützlinge von Trainer Franz-Josef Becking dem Tabellenfünften SV Lippramsdorf mit 1:3. Und der Sieg der Gäste ist unter dem Strich auch verdient.

 

„Wir haben gegen einen starken Gegner in den ersten 30 Minuten gut agiert und sind verdient in Führung gegangen. Dann haben wir nach und nach den Zugriff auf die Partie verloren. Die Gäste haben uns gut beschäftigt. Glückwunsch an den Gegner“, sagte der SuS-Coach nach der Partie.

Der SuS II begann stark und hatte in den Anfangsminuten einige gute Szenen in der Offensive. Schon in der neunten Minute traf Jens Büsker zum 1:0. Der Angreifer war im Strafraum freigespielt worden und setzte den Ball aus der Drehung ins Netz. Zehn Minuten später konnte Büsker eine Großchance allein vor dem Tor nicht nutzen. In der Folge kam der Gast auf und Giacomo Lopez Fernandez köpfte eine Flanke am zweiten Pfosten zum 1:1 ein (30.).

In Halbzeit zwei dominierte Lippramdorf. Henrik Kleinefeld sorgte mit seinen Toren für den 3:1-Sieg (71. und 75.).

 

Quelle: Münsterland Zeitung

Ausblick:

Zum zweiten Mal in der Geschichte kreuzen der SuS Stadtlohn und der TuS Ennepetal im Meisterschaftsbetrieb die Klingen – erneut in der Oberliga Westfalen. Unser Gast blickt dabei auf eine bewegte Geschichte zurück. Noch als TuS Milspe sorgte der Fusionsverein – gegründet 1954 – in der Landesliga West Ende der 40er-Jahre für Furore auf höchster deutscher Amateur-Ebene. Danach wurde es ruhig um den TuS – bis zum nachhaltigen Engagement eines lokalen Schraubenherstellers. In den 2000er-Jahren setzte beim TuS ein sportlicher Aufschwung ein. Im Jahre 2007 gelang der Aufstieg in die nunmehr sechstklassige Landesliga, ehe zwei Jahre später der Sprung in die Westfalenliga 2 gelang. Als Tabellenvierter der Saison 2011/12 qualifizierte sich die Mannschaft für die wieder eingeführte Oberliga Westfalen. In dieser etabliert sich der Verein mittlerweile nachhaltig. Mehrere Mittelfeldplatzierungen zeugen davon.

Mit einer soliden Basis geht Ennepetal auch in die neue Saison. Personell musste man mit Marc Schröter und Leon Enzmann gewiss Leistungsträger abgeben – gerade in der Offensive konnte der Verlust diese durch den ausgewiesenen Torjäger Tim Dosedal kompensiert werden. Die Ausgeglichenheit in allen Mannschaftsteilen ist es auch, die den TuS auszeichnet. Trainer Imre Renji hält am Kurs fest: „Der Nichtabstieg ist für uns das Allerwichtigste. Wenn es gut läuft, können wir einen einstelligen Tabellenplatz erreichen.“ 

Im Vorjahr konnte der SuS in beiden Spielen nicht gewinnen: Nach dem Remis zum Saisonauftakt gab es im Rückspiel eine knappe Niederlage. Übrigens: Besondere Aufmerksamkeit lenkt der Verein jedes Jahr zu Pfingsten auf sich, wenn im Bremenstadion die Stars von morgen antreten: Beim „U19-SPAX-Cup“ waren unter anderem Jürgen Klinsmann, David Beckham oder auch Fernando Torres schon aktiv.

Im Winter vertraute man an der Ennepe dem aktuellen Kader, es wurden keine Transfers getätigt. Das Hinspiel endete 1:1, Tugrul Aydin hatte nach Worms-Solo spät ausgeglichen. Zu dieser Zeit belegte Ennepetal noch einen Spitzenrang - mittlerweile ist man ins untere Mittefeld aberutscht. Auch weil man einen Punkt am grünen Tisch nach dem Einsatz eines nicht spielberechtigten Spielers wieder verlor. Der TuS spielt sehr solide - Ausreißer gibt es weder im Offensiv- noch im Defensivbereich.

Der SV TuS Ennepetal in der Spielzeit 2016/17
Spielstätte:
 Bremenstadion, Bremenplatz 33, 58256 Ennepetal
Platzierung im Vorjahr: Platz 11

Kader: Hozan Ahmad, Charles Atsina, Leeroy Boatey, Maik Bollmann, Anas Chaoui, Tim Dosedal, Abdulah El Youbari, Niklas Ester, Robin Gallus, Florian Gerding, Tarek Hammadi Attar, Christian Hausmann, Sebastian Krause, Aaron Kuhlmann, Michael Kupilas,  Ilyas Kurnaz, Ibrahim Lahchaychi, Leonhard May, Nils Nettersheim, Kevin Neves Ferreira, Luciano Sabellek, Musa Sefay, Stefan Siepmann, Ozan Simsek, Björn Sobotzki, Kai Strohmann, Marvin Weusthoff, Lukas Winczura. 
Trainer: Imre Renji.

Abgänge: Marc Schröter (SV Schermbeck), Leon Enzmann (FC Brünninghausen), Thomas Jan Marus (TuS Wengern), Haris Elezovic (FC Wetter).
Zugänge: Tim Dosedal (SV Schermbeck), Stefan Siepmann (SW Essen), Musa Sefay (FSV Werdohl), Ozan Simsek (TSG Sprockhövel U19), Hozan Ahmad (Auslandsaufenthalt beendet), Leonhard May, Ilyas Kurnaz, Aaron Kuhlmann (alle eigene Jugend).

www.tus-ennepetal.de

Nach vorne schauen statt rumjammern
„Wir sind zum Siegen verdammt“, sagt Trainer Martin Stroetzel vor dem Auswärtsspiel beim TuS Ennepetal. Sein SuS Stadtlohn reist am Sonntag (Anstoß: 15 Uhr) als Vorletzter zum 14. der Oberliga-Tabelle. Und hat sich für die Partie viel vorgenommen.

Nach vorne schauen statt rumzujammern, das sei die Devise bei den Losbergkickern nach dem unglücklichen ersten Ligaspiel der Vorwoche. Gegen SuS Neuenkirchen hatten die Stadtlohner die drei Zähler schon fast eingesammelt, ehe ein Fernschuss in der Nachspielzeit den Neuenkirchenern den 1:1-Endstand bescherte. „Natürlich hing uns dieses Spiel noch ein paar Tage in der Jacke“, sagt Stroetzel, „immerhin waren wir nur Sekunden vom wichtigen Sieg entfernt.“

Doch in der Trainingswoche zeigte die Stimmungskurve wieder nach oben. Denn Leistung der SuS-Kicker hatte trotz verpassten Sieges gepasst, die Mannschaft habe „alles rausgehauen“. Und genau das sei auch in den folgenden Wochen nötig, um sich aus der Abstiegsregion heraus zu kämpfen. In Ennepetal will Stroetzel also eine aktive Stadtlohner Mannschaft sehen, die der Partie ihren Stempel aufdrückt und sich nicht hinten rein stellt.

Während der SuS am Vorsonntag zumindest einen Punkt holte, ging Ennepetal im Spiel gegen den SC Paderborn II leer aus (1:2). Für TuS-Trainer Imre Renji ist das Spiel gegen Stadtlohn ein wichtiges, um nicht weiter in den Tabellenkeller abzurutschen. „Ich glaube, für Ennepetal wäre auch ein Unentschieden in Ordnung, um den Abstand auf uns zu halten“, so Martin Stroetzel. Ein Remis gab es auch beim Hinspiel im Hülsta-Sportpark, als Stadtlohns Tugrul Aydin erst in der 89. Minute für den 1:1-Ausgleich sorgte.

Seit dem Aufeinandertreffen Ende August hat sich aber beim SuS einiges verändert. Can Ucar (Im Winter gewechselt), Markus Krüchting (verletzt) und Robin Ring, der aus beruflichen Gründen nicht mehr voll trainieren kann, standen damals noch in der Startelf und zählen aktuell nicht mehr zum SuS-Kader. Einen weiteren Rückschlag musste jetzt auch Niklas Hilgemann hinnehmen: Der Kapitän, in der Vorbereitung zurück auf dem Platz, muss angeschlagen wieder zwei Wochen mit dem Training aussetzen. Der Rest des Kaders ist fit, hat laut Stroetzel gut trainiert und brennt auf das Spiel. 

Quelle: Münsterland Zeitung