Westfalenpokal-Achtelfinale: U17 hält Partie gegen den Bundesligisten VfL Bochum lange offen

SuS bietet dem VfL Bochum die Stirn
Es liefen schon die letzten Spielminuten, die Hektik wurde spürbarer, kleinere Nickeligkeiten und Wortwechsel nahmen zu. Spätestens zu diesem Zeitpunkt wurde den gut 200 Zuschauern im VR-Bank-Sportpark klar, dass die gastgebenden B-Junioren des SuS Stadtlohn den Profinachwuchs des VfL Bochum in eine Situation gebracht hatten, in der die Mannschaft auch Charakter zeigen musste. Erst mit dem 2:0 nach einem Konterlauf in der Nachspielzeit beruhigte Robin Flechsig die Nerven der Gäste und sicherte dem VfL den Einzug in das Westfalenpokal-Viertelfinale (80.+3).

Der amtierende Kreispokalsieger hatte dem Bundesligisten die Stirn geboten. Darin waren sich auch die beiden Trainer einig. „Wir wussten schon vorher, dass wir nicht einfach herkommen und den SuS wegspielen. Die 80 Minuten haben genau das bestätigt, ein Riesenkompliment an den Gegner“, erklärte VfL-Coach Christian Mollocher. „Zweikämpfe angenommen, taktisch diszipliniert agiert, Mut gezeigt: Meine Jungs haben Bochum alles abverlangt. Mit ein wenig Glück hätten sie sich in der Schlussphase sogar belohnen können“, sah Stadtlohns Trainer Martin Arends durchaus Optionen auf eine Verlängerung. So wurde kurz vor Schluss ein Schuss von Leon Kernebeck an der Strafraumgrenze noch geblockt, ein Freistoß von Kevin Mantahari Meise aus dem Halbfeld hätte beinahe den Weg ins Tor der Gäste gefunden (76., 78.). „Da mussten meine Spieler schon zeigen, dass sie irgendwann einmal vor 10.000 Zuschauern spielen wollen“, berichtete Mollocher. Dazu hätte es seiner Meinung nach gar nicht kommen müssen – „wenn wir konsequenter auf das zweite Tor gegangen wären“.

Dass die Partie kein Selbstläufer für den Favoriten wird, zeigten die ersten Minuten. Stadtlohn stand gut gestaffelt, Bochum fehlten Tempo und Schärfe im Passspiel. Und dann kam es wie so oft in diesen Vergleichen: Der erste Fehler des Außenseiters wurde sofort bestraft. Nach einem ruhenden Ball war Armel Bella Kotchap per Kopf zur Stelle (28.). Zweimal musste zudem SuS-Torhüter Moritz Brinkmann zupacken (14., 33.). Ansonsten hielt Stadtlohn den Gast weitgehend vom Tor fern. Aufregung gab es mit dem Pausenpfiff, als Bochums Torhüter Lucas Goy gegen Sven Gerwing im Strafraum ein wenig robuster zur Sache ging. Wurde sicher in einem solchen Fall schon mal gepfiffen, musste aber nicht.

In den zweiten Durchgang startete der SuS mutig, hatte durch Kernebeck nun Abschlüsse (58., 64.). Bochum versuchte die Kontrolle zu behalten – und überstand die Schlussphase letztlich mit Geschick und auch ein wenig Glück. „Wir haben uns maximal teuer verkauft und auch die Zuschauer hatten ihre Freude“, zeigte sich Arends rundum zufrieden.

 

SuS Stadtlohn U17 - VfL Bochum U17 0:2
Stadtlohn:
Brinkmann – Meßing (67. Buskasper), Evers, L. Gerwing (56. Gesing), Holtkamp (75. Vaalbrock), Friedrich, S. Gerwing, Ewering, Kernebeck, Litke (67. Santos Faria), Meise – Tore: 0:1 Kotchap (28.); 0:2 Flechsig (80.+3).

Ausblick:

Info: Tickets können im Vorverkauf zum Einheitspreis von 3 Euro im Clubheim am VR-Bank Sportpark erworben werden.

Zu echten „Serientätern“ entwickeln sich die B-Junioren des SuS Stadtlohn. Nicht allein, weil der Landesligist den Kreispokal im Fußballkreis Ahaus/Coesfeld seit einem guten halben Dutzend Jahren in dieser Altersklasse gewonnen hat. Die Stadtlohner Fußballer bedienen sich im Westfalenpokal nun auch in Reihe im obersten Regal des westfälischen Nachwuchsfußballs. Im Achtelfinale stattet nun die U17 des VfL Bochum dem Losberg einen Besuch ab. Gespielt wird die Partie am kommenden Mittwoch, 21. März, um 18.30 Uhr im VR-Bank Sportpark, Losberg 4. Ein Rückblick: Im Achtelfinale der Saison 2015/16 hatte die B-Jugend des SuS den FC Schalke 04 beim 2:3 am Rande einer Niederlage. Die Knappen sicherten sich am Ende auch den Verbandspokal – ebenso wie in der darauffolgenden Spielzeit 2016/17. In dieser hatte der SuS Stadtlohn ebenso im Achtelfinale den Schalker Rivalen Borussia Dortmund zu Gast und verkaufte sich beim 0:3 ebenso teuer.

Nun stellt sich in der Runde der letzten 16 Mannschaften der dritte große Ruhrgebietsclub auf dem Kunstrasen am Losberg vor. Sicher wieder vor großer Kulisse. In der B-Junioren-Bundesliga West, die von Borussia Dortmund angeführt wird, belegt der Zweitliganachwuchs aktuell Platz sieben. Die Gastgeber rangieren auf zweithöchster Ebene in Westfalen derzeit auf einem Mittelfeldrang in der Landesliga, sind personell allerdings auch ein wenig gebeutelt, da man die eigenen A-Junioren unterstützt. Mit großem Engagement wird der SuS die Außenseiterrolle gegen den Bundesligisten annehmen wollen. Helfen können die Erfahrungen aus den Vorjahren.

Nach einem Freilos in Runde eins zog der Landesligist in Runde zwei des diesjährigen Wettbewerbs durch ein 2:1 beim Bezirksligisten Westfalia Soest ins Achtelfinale ein. Als Bundesligist ist der VfL Bochum, übrigens in der 80er- und 90er-Jahren die große Profistation von Rob Reekers, Trainer der ersten Mannschaft im SuS, für diese Runde gesetzt. Zum VfL pflegen auch die Altherren des SuS Stadtlohn seit Jahren eine enge Beziehung.

 

Westfalenpokal-Achtelfinale
SuS Stadtlohn : VfL Bochum
SVE Jerxen-Orbke : FC Schalke 04
SSV Buer 07/​28 : SG Wattenscheid 09
SV Lippstadt 08 : Borussia Dortmund
SC Paderborn 07 : RW Ahlen/Hammer SpVg
TSG Sprockhövel : Hombrucher SV
SC Verl : SC Preußen Münster
SC Altenrheine : DSC Arminia Bielefeld