Kreisliga-Staffeltag: Auf den Plätzen wird es fairer - am Spielfeldrand leider nicht

Klassische 90 Minuten waren für den gemeinsamen Kreisliga-Staffeltag veranschlagt – und die wurden am Ende auch eingehalten. Danach hatte es nach den Begrüßungsworten des Kreisvorsitzenden Willy Westphal (Foto unten) noch nicht ausgesehen. Er griff einige Themen aus dem Vorjahr wieder auf. Positive wie negative.

Harmonisch war die Atmosphäre im Landhotel Hermannshöhe in Legden. Das trübte auch die Erkenntnis Westphals nicht, dass die Gewalt an den Sportplätzen weiter ein Thema bleibt. Sechs Mal hatte man sich in der Saison 17/18 im Kreisfußballausschuss mit Vorfällen zu beschäftigen – allesamt verursacht durch am Spiel Unbeteiligte: zum Beispiel durch Beleidigungen und verbale Entgleisungen gegen Schiedsrichter oder Spieler. „Wir haben Verständnis dafür, dass es für Vereine schwer ist, dessen Herr zu werden. Aber: Handeln Sie, treten Sie dem entgegen!“ Berni Langener, Vorsitzender des Kreissportgerichts, ergänzte, dass man gemäß neuer Rechts- und Verfahrensordnung rigoros ahnden werde: „Da ist der Verein mindestens mit 500 Euro dabei.“ Die Vereine sollten sich nicht scheuen, sich die Gelder bei den Verursachern wieder zu holen, sagte Westphal.

Die Liste der positiven Dinge war deutlich länger: So berichte Westphal von stabilen Mannschaftszahlen im Seniorenbereich: „Der demografische Wandel hat die Senioren noch nicht erreicht. Das sieht anderswo anders aus.“ Auch deshalb gibt es in der Saison 18/19 wieder zwei direkte Bezirksligaaufsteiger. Danach wird Jahr für Jahr neu berechnet. 10.000 Euro hat der Kreisvorstand in die Hand genommen, um Ballpakete an die Vereine auszugeben.

Das Thema Datenschutz wurde flächendeckend angegangen, die Veranstaltungen seien gut angenommen worden. Zu einer starken Ebene für den Austausch untereinander haben sich die Arbeitstagungen für Abteilungsleiter entwickelt. Ein Ergebnis sei bereits die Anpassung des Rahmenterminplans mit Einführung zweier Englischer Wochen. „Das hat nicht nur für Zuspruch gesorgt, aber es war eine demokratische Entscheidung“, regte der Kreisvorsitzende weiter zu „Fairness und Sportlichkeit“ an. Wie im Vorjahr ermunterte der Sendener noch einmal, vorbildliche Ehrenamtliche für die verschiedenen Aktionen des FLVW zu melden. Das Thema Wertschätzung werde immer wichtiger.

Im Rückblick auf die Arbeitstagung machte Horst Dastig, Vorsitzender des Kreisfußballausschusses, auf zwei Dinge aufmerksam: Zum einen hat der FLVW für das Hochladen der Spielerfotos in der elektronischen Passmappe die Frist 31. Dezember 2018 gesetzt. Zum anderen ergibt sich eine Änderung in der Festspielregelung (§11 Abs. 6 der WDFV-Spielordnung).

Als Vorsitzender des Kreisschiedsrichterausschusses vermeldete Christoph Hanck (Foto unten), dass derzeit 229 Schiedsrichter im Soll geführt werden. Dadurch bedingt konnten nicht alle D-Liga-Spiele bei den Herren und B-Liga-Spiele bei den Frauen offiziell besetzt werden. Fast 40.000 Euro musste an Ordnungsgeldern verhängt werden – insbesondere wegen Mindersolls –, was gar nicht der Wunsch sei: „Wir wollen eigentlich nicht noch an einer zu kurzen Bettdecke ziehen.“ Er ermunterte zur Aktivierung geeigneter Kandidaten für den kommenden Lehrgang im August in Coesfeld. Es gebe schließlich auch viele vorbildliche Vereine mit Übersoll, was der Kreis belohne. Abschließend kündigte Hanck an, dass er beim nächsten Kreistag nicht mehr zu Wiederwahl steht.

Als DFBnet-Superuser wies Kreiskassierer Bernd Dönnewald auf den neuen Notfall-Spielbericht in Papierform hin. Berni Langener berichtete von 34 Fällen vor dem Kreissportgericht – eine Zahl, die sich einpendele, aber immer noch zu hoch sei.

Im Ausblick auf das neue Spieljahr 18/19 berichtete Dastig vom Rückzug der SG Coesfeld III in der Kreisliga B1. Bei dieser Ausnahme können in den A- bis C-Ligen 16er-Staffeln, in den drei D-Liga 14er-Staffeln organisiert werden. Ausdrücklich erinnerte Dastig an den neuen Passus in den Durchführungsbestimmungen, dass ab sofort ein Spielortwechsel auf gleicher Anlage während des laufenden Spieles möglich ist, wenn der Schiedsrichter dieses vorgibt – beispielsweise bei Unbespielbarkeit oder Dunkelheit. Die Spieler sollten an das variable Schuhwerk denken. Fairness soll auch bei Verlegungswünschen walten.

Bericht des Staffelleiters Manfred Nieland:

In seinem Bericht zur abgelaufenen Saison 2017/18 im Nordkreis sprach Staffelleiter Manfred Nieland von einer „außerplanmäßigen Saison“. Aufgrund der Wetterextreme mussten 266 Spiele neu angesetzt werden, 100 wurde mit ins neue Jahr getragen. Eine Herausforderung für die Terminplanung. Auch deshalb habe man den Rahmenterminplan zur kommenden Saison angepasst. Sechs Mannschaften waren zu Spielen nicht angetreten.

Die Anzahl der Roten Karten (87 zu 102) und Gelb-Roten Karten (108 zu 115) war gegenüber der Vorsaison ebenso rückläufig wie die der Gelben Karten (3549 zu 3712). Auch gab es weniger Innenraumverweise (9 gegenüber 14). Gestiegen ist dagegen die Summe der Ordnungsgelder (5392,50 Euro zu 4465 Euro). Dies ist zum Teil in der geänderten Rechts- und Verfahrensordnung begründet. Insgesamt gebe es weiter „erhebliche Sparpotenziale“.ms www.flvw-kreis-1.de

Als Meister wurden geehrt: Kreisliga A1: SpVgg Vreden II, A2: VfL Billerbeck, B1/D1: DJK Eintracht Stadtlohn, B2: Fortuna Seppenrade, C1: SW Holtwick II, C2: BW Lavesum, D2: Vorwärts Lette II, D3: SW Beerlage II.

Infos:

Begrüßen konnte Willy Westphal als Kreisvorsitzender erstmals Vertreter des F.C. Turo d’Izlo - Aramäer Gronau. Das Team wird in der Kreisliga D starten.

Neben GW Hausdülmen (90 Jahre) gratulierte der Kreisvorsitzende auch dem TSV Ahaus zum 25-jährigen Bestehen.

Die Ehrenamtsurkunde im Fußballkreis Ahaus/Coesfeld erhielt Norbert Faulhaber, Fußball-Abteilungsleiter von SW Holtwick.

Zum dritten Mal stellt der Fußballkreis den Jahressieger im Fair-Play-Wettbewerb des FLVW: Die Urkunde geht an den Spieler Jan Ahlers von Borussia Darup.

Mit neuem Rekordwert sicherte sich der FC Oeding III die Fair-Play-Wertung 17/18 im Fußballkreis Ahaus/Coesfeld (500 Euro). Preisgeld ging auch an Eintracht Ahaus III, ASV Ellewick III, SF Graes II, SV Heek IV, SF Ammeloe II und RW Nienborg II. Auch 18/19 wird der Kreis faires Verhalten mit 2275 Euro belohnen.