9. Spieltag: SuS stößt den Bock um und findet zur gewünschten Effektivität

Heimspiel wird zum Torfestival
Mit seinem zweiten Saisonsieg hat sich der SuS Stadtlohn am Sonntag aus der Abstiegszone der Landesliga-Tabelle katapultiert. Beim 4:0 gegen den SV Herbern zeigte sich die Stadtlohner Offensive treffsicher wie selten. Die Angreifer Niclas Dormayer und Durim Feta schnürten jeweils einen Doppelpack und sorgten damit für viel Freude unter den knapp 150 Zuschauern.

„Natürlich stimmt uns das Ergebnis sehr positiv, aber deshalb werden wir jetzt nicht abheben“, sagte SuS-Trainer Manfred Ostendorf und trat damit direkt auf die Euphoriebremse. Denn auch er hatte erkannt, dass der Sieg in der Summe sicher um ein oder zwei Treffer zu hoch ausgefallen war, um die Kräfteverhältnisse passend auszudrücken.

Beim Gast aus Herbern hatte Ostendorf vor der Partie besonders auf die starke Offensive hingewiesen. Diese zeigte zwar in Ansätzen, was sie draufhat, doch hielten die Stadtlohner sie fast über die gesamte Spielzeit vom eigenen Tor fern. Eine verunglückte Flanke von Simon Mors, die sich übers Tor hinwegsenkte (17.) und ein Fernschuss des Brasilianers Whitson, den Jan Hintemann klasse parierte (71.), waren im Grunde die einzigen gefährlichen Gäste-Abschlüsse.

Besonders viele klare Chancen spielte sich auch der SuS nicht heraus. Im ersten Durchgang genügte ein guter Angriff, um in Führung zu gehen. Zunächst wurde Dormayers Versuch zur Ecke geklärt, diese nutze Dormayer dann nach Ablage von Feta zum 1:0-Pausenstand (34.).

Auch im zweiten Durchgang dominierten Zweikämpfe im Mittelfeld das Geschehen – diese führte der SuS meist erfolgreich. Doch wenn die Heimelf mal ins letzte Spieldrittel kam, dann brannte es oft. So auch in der 67. Minute: Flanke Daniel Diekenbrock, Kopfball Dormayer, 2:0. Das verschaffte dem SuS Rückenwind. Und in der 76. Minute machte er den Deckel drauf. Jens Büsker gab den Ball in den Strafraum, Dormayer ließ klug für Feta durch, der zum 3:0 einschob. Die beiden Torschützen waren sich dann nach Foul an Dormayer uneinig, wer den Strafstoß schießen sollte. Feta setzte sich durch und mit dem 4:0 auch den Schlusspunkt (84.).

 

Quelle: Münsterland Zeitung

Ausblick:

Den Bock noch nicht umgestoßen
Drei Spiele musste der SuS Stadtlohn zuletzt ohne seinen Cheftrainer Manfred Ostendorf bestreiten. Der fehlte aus privaten Gründen. Am Sonntag beim Heimspiel gegen den SV Herbern (15 Uhr, Hülsta-Sportpark) steht er wieder an der Seitenlinie. Wir sprachen mit dem 54-Jährigen.

In Ihrer Abwesenheit verlor der SuS einmal und spielte zweimal unentschieden. Wie haben Sie sich auf dem Laufenden gehalten?
Ich habe mich natürlich mit meinen Co-Trainern Jens Roßmöller und Stefan Rahsing ausgetauscht und alles mitbekommen. Die beiden haben mich gut vertreten, hätten aber gerne eine bessere Punktausbeute aus den Spielen gehabt, die ja auch möglich gewesen wäre.

Nach acht Spieltagen belegt Stadtlohn einen Abstiegsplatz. Wie bewerten Sie den Saisonstart?
Von der Ausbildung her, die ja bei uns an erster Stelle steht, sind wir auf einem guten Weg. Wir wollen die Liga halten und machen uns aktuell keine Sorgen, dass wir das nicht schaffen. Die Spiele verliefen bislang alle sehr knapp, nur unterm Strich leider meist gegen uns. Wir konnten den Bock leider noch nicht so richtig umstoßen.

Was macht die junge Mannschaft schon gut und wo liegen ihre Defizite?
Wie gesagt: Die Mannschaft entwickelt sich gut und hat eigentlich in jedem Spiel die Chance, Punkte zu holen. Was uns natürlich fehlt, sind Erfahrung und Cleverness. So passieren noch individuelle Fehler, sowohl beim Torabschluss als in der Abwehr, die ein 27-Jähriger Landesligaspieler vielleicht nicht mehr macht.

Erst fünf erzielte Tore sind der schwächste Wert der Liga. Wie können Sie der Torflaute entgegenwirken?
Wir können nichts aus dem Hut zaubern, aber Spielsituationen einüben und Torschabschlüsse trainieren. Irgendwann muss bei einem unserer Stürmer der Knoten platzen.

Was geben Sie dem Team mit auf den Weg für das anstehende Spiel gegen den Tabellenneunten aus Herbern?
Die spielen aus einer gesicherten Defensive heraus über ihre schnellen Leute in der Offensive. Natürlich müssen wir zu 100 Prozent fit sein, eng an den Leuten stehen und jeden Zweikampf annehmen. Mit Mario Thentie kehrt ein Spieler nach Gelbsperre zurück und wir hoffen, das Justus Jaegers rechtzeitig fit wird. Er wäre schon wichtig für unser Spiel. Aber auch ohne ihn hat die Mannschaft zuletzt gute Ansätze gezeigt.

 

Quelle: Münsterland Zeitung

Unser Gast:

Mit dem SV Herbern reist am neunten Spieltag ein Gegner an den Losberg, gegen den der SuS Stadtlohn in jüngerer Vergangenheit nicht oft, aber doch schon um Punkte gespielt hat. Vor der Spielklassen-Reform pendelte Herbern zwischen den Bezirksligen 8 und 9 sowie den Landesligen 4/Nord und 5/Mitte. In letztere schafften es die Blau-Gelben von der Werner Straße erstmals in den 1970er-Jahren; seit 1995 hat man sich auf diesem Niveau etabliert. Höhepunkt der Klubgeschichte war der Verbandsliga-Aufstieg 2012, allerdings nur für ein Jahr.

Wie beim SuS Stadtlohn genießt beim Mehrspartenverein aus Ascheberg der eigene Nachwuchs einen hohen Stellenwert. Die A-Junioren spielen in der Bezirksliga und sind die wichtigste „Nachwuchsquelle“ der ersten Fußballmannschaft. Die Saison 2017/18 schloss der SV Herbern auf einem beachtlichen dritten Tabellenplatz ab. Es folgte dennoch ein größerer Umbruch, einige erfahrene Stützen verließen den Verein, hinzu kamen überwiegend junge Spieler. Auch deshalb hielt Trainer Holger Möllers, der ins dritte Jahr geht, nach dem 1:0-Auswärtserfolg zum Auftakt bei Eintracht Ahaus den Ball flach: „Wir werden Geduld brauchen, bis die Mannschaft stabil und zusammengewachsen ist.“ Auch deshalb hat man als Saisonziel keine konkrete Platzierung herausgegeben. „Wir wollen technisch und taktisch guten Fußball spielen und als Team auftreten.“ Laufe der Prozess, peile man durchaus wieder das obere Drittel der Landesliga an. Mit den zu erwartenden Schwankungen ist der SVH genau auf diesem Weg: Platz neun mit 13 Punkten. Die Tordifferenz von 15:14 kann darauf hindeuten, dass der Entwicklungsprozess im vollen Gange ist. Besondere Stärken hat Herbern im schnellen Umschaltspiel – insbesondere über Whitson Fereira dos Santos Filho und Torjäger Marcel Scholtysik. 

In der Westfalenligasaison 2012713 gab es in Herbern ein 2:2, in Stadtlohn siegte der SuS mit 2:1. Zudem traf man sich im Westfalenpokal der Runde 2013/14, Marius Borgert (2), Lars Ivanusic und Dennis Wüpping schossen einen 4:1-Auswärtserfolg heraus.

Losberg Fieber - Ausgabe 5 - SV Herbern

Der SV Herbern in der Spielzeit 2018/19

Spielstätte: Stadion an der Werner Straße, Werner Straße 10, 59387 Ascheberg-Herbern
Vorjahresplatzierung: Platz 3
Saisonziel: oberes Tabellendrittel

Torhüter: Leonhard Fenker, Sven Freitag, Timo Zurloh.
Abwehr: Görkem Cangül, Philipp Dubicki, Julius Höring, Dennis Idczak, Jannik Närdemann, Ahmed Schett, Michael Schulte.
Mittelfeld: Oscar Franco Cabrera, Daniel Andres Dellwig-Jerez, Kilian Höring, Lennart Pinnekämper, Johannes Richter, Eric Sabe, Vincent Sabe, Robin Schmitt, Patrick Sobbe, Fabian Vogt.
Angriff: Lars Busskamp, Whitson Fereira dos Santos Filho, Simon Mors, Marcel Scholtysik, Sebastian Schütte.
Trainer: Holger Möllers – Co-Trainer: Jens Kalpein.

Zugänge: Eric Sabe (1. FC Gievenbeck), Vincent Sabe (TuS Ascheberg), Lennart Pinnekämper (Union Lüdinghausen), Dennis Idczak (SV Hilbeck), Görkem Cangül, Daniel Andres Dellwig-Jerez (beide Westfalia Rhynern II), Patrick Sobbe, Robin Schmitt, Timo Zurloh (alle eigene A-Jugend), Leonard Fenker (reaktiviert).
Abgänge: Dennis Hölscher (Westfalia Kinderhaus), Thomas Eroglu, Daniel Krüger, Dominick Lünemann, Tim Bröer (alle FC Nordkirchen), Dennis Kaminski (Werner SC III), Gonzalo Redondo Conde (Arenas de Armilla Granada/Spanien), Julian Trapp (Studium New Mexico University/Portales), Jorma Hoppe (Werner SC).

www.svh-herbern.de