15. Spieltag: Erste rutscht nach 0:2 im mäßigen Derby auf einen Abstiegsplatz ab

Vereinsheft Nummer 8 zum Heimspiel

Effektive Eintracht gewinnt das Derby
Mit dem Derbysieg am Sonntag beim SuS Stadtlohn schob sich Eintracht Ahaus auf den vierten Rang vor. Gleichzeitig finden sich die Stadtlohner nach dem 0:2 vor 320 Zuschauern im Hülsta-Sportpark auf einem Abstiegsplatz der Landesliga-Tabelle wieder. Die Gastgeber ließen dabei gerade in Sachen Kampfkraft und Mentalität vieles vermissen.

Nein, ein Leckerbissen war es nicht, was die Konkurrenten dem Publikum anboten. Sicherlich war das auch dem recht weichen Rasenplatz geschuldet, aber auch die Durchschlagskraft im Spiel nach vorne fehlte beiden Mannschaften in vielen Situationen. Oder andersherum: Beide Defensivreihen agierten ziemlich souverän. So keimte echte Torgefahr auf beiden Seiten meistens nur bei Standardsituationen auf. Und so ging in der 17. Spielminute erstmals ein Raunen durchs Stadion, als Stadtlohns Milan Tendahl mit einem Freistoß den Torwinkel anvisierte. Doch Niklas Lukas, der frühere SuSler im Eintracht-Gehäuse, roch den Braten und klärte zur Ecke. Nur eine Minute später musste sich Lukas erneut ganz lang machen, um einen Heber von Hendrik Deitert noch über den Querbalken zu lenken.

Trotz dieser Chancen waren die Ahauser bis hierhin das optisch überlegene Team. Und sie nutzten danach gleich ihre erste Chance zur Führung. Nach einer Ecke verlängerte zunächst David Farwick per Kopf, Tobias Hemling tauchte unbewacht am langen Pfosten auf und drückte das Spielgerät zum 0:1 über die Linie (21.). Stefan Mester, erst kurz vor Anpfiff für den verletzten Jan Hintemann ins Tor gerückt, war machtlos. Die Stadtlohner versuchten, eine Antwort zu geben, kamen aus dem Spiel heraus aber fast nie zum Abschluss. Chancen zum Ausgleich verbuchten bis zur Pause noch Jens Büsker mit einem Freistoß, der knapp am Tor vorbei strich (28.), und Hendrik Deitert mit einem Versuch aus spitzem Winkel (38.).

In der Halbzeitpause nahm SuS-Trainer Manfred Ostendorf gleich zwei Wechsel vor. Jannik Buning kam für Maximilian Wolf und Leon Komnik, früherer Eintrachtler, ersetzte Milan Tendahl. Der SuS wirkte nun etwas schwungvoller, weiterhin ließ die Ahauser Verteidigung aber kaum etwas anbrennen. Die SuS-Hoffnung bremsten die Eintrachtler dann aber mit ihrem zweiten Treffer erheblich. René Böing ließ mehrere Verteidiger stehen, spielte sich klasse über die linke Bahn bis zur Grundlinie durch, von wo aus er zum freistehenden Esad Dayan zurücklegte, der unbedrängt das 0:2 markierte (59.).

Die Eintracht tat danach nur noch das Nötigste, sah sich dann ab der 70. Minute einer Serie von Stadtlohner Ecken und Freistößen gegenüber. Doch entweder klärte ein Ahauser Feldspieler oder Keeper Lukas war auf dem Posten. So endete das erste Liga-Derby seit 1984 mit einem Auswärtssieg, den sich die Ahauser vor allem mit der nötigen Effektivität verdienten. Während sie weiter im oberen Tabellendrittel mitmischen, stehen dem SuS vor der Winterpause noch zwei wichtige Duelle mit den direkten Keller-Konkurrenten VfB Hüls und SG Bockum-Hövel bevor. Dort wird die Mannschaft wieder zeigen müssen, dass sie den (Abstiegs-)Kampf annehmen will.

 

Quelle: Münsterland Zeitung

Ausblick:

Rund dreieinhalb Jahrzehnte mussten die Fußballfans auf das nächste Derby in der Landesliga zwischen dem SuS Stadtlohn und Eintracht Ahaus warten. Der letzte Vergleich um Punkte fiel in die Zeit der Stadtlohner Landesliga-Meisterelf von 1984, die vom Ahauser Spielertrainer Walter Rudolphi geformt wurde – der SuS stieg in die Verbandsliga auf und die Eintracht spielte fortan mehrheitlich wieder in der Bezirksliga. Die Partien endeten seinerzeit 1:1 in Stadtlohn und 3:1 für den SuS in Ahaus. Nach Fastabstieg im Vorjahr hatte sich Stadtlohn am dritten Spieltag der Saison 83/84 an die Spitze gesetzt und diesen Rang nicht mehr verlassen. Einzig Germania Datteln hatte noch ein wenig folgen können. Staffelleiter Gerhard Rühlow schrieb seinerzeit im Bereicht vom "Wunder von Stadtlohn".

1994 und 2010, seinerzeit unter dem langjährigen SuS-Spieler Stefan Bennink, gelangen erneut Ahauser Aufstiege in die Landesliga. Dort hielt man sich zunächst bis 1996 und nun bis zum heutigen Tage. In der Verbandsliga spielte Ahaus ebenso schon einmal drei Jahre – von 1968 bis 1971. Beim Aufstieg 1968 belegte der SuS Stadtlohn Rang fünf in der Landesliga. In diesen Jahrzehnten war das Derby immer eine große Sache. Die letzten Punktspiele zwischen Eintracht Ahaus und dem SuS Stadtlohn II gab es zu Beginn der 2000er-Jahre in der Bezirksliga.

Ganz auf Pflichtspiele mussten die Fußballfans nicht verzichten. Zweimal führte der Krombacher-Kreispokal beide Mannschaften in jüngerer Vergangenheit zusammen. 2006 traf man in der ersten Runde aufeinander, nur einen Tag nach dem Finale des Eintracht-Pokals, den der VfL Rhede im Stadtpark gewonnen hatte. Der Verbandsligist SuS Stadtlohn gewann beim Bezirksligisten mit 5:1. 2010 kam es im Achtelfinale zur Neuauflage: Ahaus war gerade in die Landesliga zurückgekehrt und hatte den Eintracht-Pokal geholt. Die Eintracht führte in dieser Euphorie im September bereits mit 2:0. Doch der SuS Stadtlohn kam unter Flutlicht an der Graeser Straße zurück und gewann durch einen späten Siegtreffer von Faik Tan noch mit 3:2.

In der Folge gab es allein noch Testspiele – mehrheitlich beim Eintracht-Pokal in Ahaus. Die beiden jüngsten Vorrunden-Vergleiche in den Jahren 2017 und 2018 gingen dabei an die Eintracht. Am Sonntag geht es nun endlich wieder um Punkte – und wieder in der Landesliga.

Unser Gast:

Bis zum letzten Hinrundenspieltag mussten die Fußballfans auf das erste Meisterschafts-Derby der „Neuzet“ zwischen dem SuS Stadtlohn und dem SV Eintracht Ahaus warten. So ganz stimmt diese These nicht: Eintracht Ahaus gehörte lange zum Inventar der Bezirksliga: Fast 50 Spielzeiten haben die Rot-Weißen in dieser Spielklasse verbracht. Anfang der 2000er-Jahre gab es zuletzt auch Vergleiche in der Bezirksliga 11 mit der Reserve des SuS Stadtlohn. An Derbys in Punktespielen zwischen den beiden ersten Mannschaften können sich sicher die Altherren in beiden Vereinen noch gut erinnern – meist vor großer Kulisse. Insgesamt 21 Jahre spielte Ahaus zudem in der Landesliga, Höhepunkt der Klubgeschichte waren drei Jahre Verbandsliga (1968 bis 1971).

Mittlerweile hat sich Eintracht Ahaus wieder in der Landesliga etabliert. Der Aufstieg war vor gut neun Jahren unter dem Ex-SuSler Stefan Bennink geglückt, aktuell ist mit Jens Niehues ein Stadtlohner am Ruder – am Saisonende endet eine fünfjährige Ära, Reservecoach Frank Wegener, auch schon Co-Trainer beim SuS Stadtlohn, übernimmt dann. Gleichsam verlassen wird den SV Andre Hippers, ebenso lange Jahre für die Erste des SuS aktiv. Die Stadtlohner Farben sind auch im aktuellen Kader stark vertreten, was den Lokalcharakter weiter verstärkt. Einige Ahauser, die die Jugendabteilung des SuS durchlaufen haben, sind mittlerweile zurückgekehrt.

Was der Eintracht in der jüngeren Vergangenheit fehlte, war Konstanz. Qualität, um ganz oben anzuklopfen, schien immer wieder durch. So auch in der laufenden Saison, in der der Vorjahreskader mit wenigen Veränderungen den Kern bildet. Es zeigt sich aber, dass die vielen langfristigen Verletzungen durch den engen Kader nicht immer aufgefangen werden können. Dieses Manko trägt die Mannschaft, derzeit guter Tabellenfünfter, mit sich herum. Ansonsten ist der Kader sehr erfahren mit einer guten Struktur – nicht zuletzt dank einiger früherer Stadtlohner Leistungsträger wie Kai Erning, Andre Hippers oder auch Hendrik Vennemann. In der Offensive hat sich Torjäger Maximilian Hinkelmann nachhaltig einen Namen gemacht.

Die letzten Vergleiche in Freundschaftsspielen gab es zwischen beiden Vereinen beim Eintracht- Pokal, dem Sommervorbereitungsturnier in Ahaus – jeweils mit dem besseren Ende für Eintracht Ahaus. Zuletzt gewann die Eintracht im Juli mit 2:1. 

Der SV Eintracht Ahaus in der Spielzeit 2018/2019

Spielstätte: Augenklinik Ahaus Arena, Graeser Straße 1, 48683 Ahaus
Vorjahresplatzierung: Platz 7
Saisonziel:
oberes Tabellendrittel

Torhüter: Niklas Lukas, Christian Teriet.
Abwehr: Timo Brillert, David Farwick, Tobias Hemling, Jan Honekamp, Thorsten Hüsing, Hendrik Vennemann.
Mittelfeld: Kai Erning, Andre Hippers, Devin Hoffmann, Christopher Ransmann, Bryan Nicolai Reinfeld, Thorben Stratmann, Andre van den Berg.
Angriff: Rene Böing, Esad Dayan, Maximilian Hinkelmann, Sedat Semer, Lannart Varwick.
Trainer: Jens Niehues – Co-Trainer: Andre Hippers.

Zugänge: René Böing (SV Gescher), David Farwick (eigene Reserve), Jan Honekamp (eigene A-Junioren).
Abgänge: Tim Schücker (SpVgg Vreden), Marcel Terbrack (FC Vreden), Dennis Wüpping (SC Münster 08), Saffet Semer (Vorwärts Epe), Kevin Dücker (Ziel unbekannt).

www.eintracht-ahaus.com

SuS und Eintracht fiebern dem Derby entgegen
Die Älteren könnten sich erinnern. In der Saison 1983/84 trafen der SuS Stadtlohn und Eintracht Ahaus letztmalig in einem Liga-Duell aufeinander. Wie am Sonntag, wenn ab 14.30 Uhr im Hülsta-Sportpark der Ball rollt, hieß die Spielklasse auch damals Landesliga. Danach trennten sich die Wege der Nachbar-Klubs.

Walter Rudolphi ist heute 66 Jahre alt. Er erlebte das letzte Landesliga-Duell 1984 als Spielertrainer des SuS hautnah mit. Vom ASC Schöppingen nach Stadtlohn gewechselt, führte der damalige Libero den SuS zum Aufstieg in die Verbandsliga. Kurioserweise erlebte er dieses Derby nur im SuS-Trikot, obwohl er deutlich länger für seinen Heimatklub Eintracht kickte. „Das war damals immer ein Kampf zwischen den beiden Vereinen, richtig schöne Duelle“, erinnert sich Walter Rudolphi heute. Immer noch pflege er zu beiden Vereinen gute Kontakte. Ob er sich das Derby am Sonntag anschaut? „Das wird sicher eine interessante Sache, aber ob ich es schaffe, weiß ich noch nicht genau.“

 

Noch ganz genau weiß Manfred Ostendorf, wie er als junger Spieler beim SuS anheuerte. „Damals war Walter Rudolphi mein erster Trainer, er war ein harter Hund.“ Doch der Erfolg gab ihm Recht, schließlich gelang damals der Aufstieg. Ein Ziel, das für den heutigen SuS-Trainer Ostendorf und sein Team kein Thema ist. Für die Stadtlohner zählt aktuell nur der Klassenerhalt. Und mit dem Überraschungssieg vergangenen Sonntag beim SC Münster 08 hievte sich der SuS immerhin aus der Abstiegszone heraus.

An die Leistung gelte es nun anzuknüpfen. „Die Ahauser sind der klare Favorit“, sagt Ostendorf. „Dadurch, dass sie im Kern schon lange zusammenspielen, haben sie uns in ihrer Spielanlage sicher einiges voraus. Gerade im zentralen Mittelfeld haben sie mit Andre Hippers und Kai Erning zwei Granaten, vorne mit Maximilian Hinkelmann einen gefährlichen Stürmer und auch in der Abwehr sind sie mit Timo Brillert und Hendrik Vennemann gut aufgestellt.“

Alle der genannten Akteure, außer Hinkelmann, sind Stadtlohner oder haben schon für den SuS gespielt. Sogar beides trifft auf den Ahauser Trainer Jens Niehues zu. In der Jugend sowie der zweiten Seniorenmannschaft lief Niehues lange Zeit für den SuS auf. „Mein Herz schlägt immer noch blau, weil der SuS mein Heimatklub ist und ich dort einfach viele schöne Momente erlebt habe“, sagt Niehues. „Daher gehe ich wie auch viele meiner Spieler mit gemischten Gefühlen in das Spiel – was natürlich nichts daran ändert, dass wir unserer Favoritenrolle gerecht werden und gewinnen wollen“, so Niehues. Er fordert eine Reaktion seiner Elf nach dem 1:2 am Sonntag gegen den BSV Roxel.

Die aktuelle SuS-Mannschaft kennt Niehues vom Duell beim Eintracht-Pokal im Sommer (2:1 für Ahaus) und von Videos. „Die Truppe scheint intakt und charakterstark zu sein. Ich fand es interessant, dass sie letzte Woche in Münster gewonnen haben und erwarte eine harte Nuss.“ Der Ahauser Kader könnte am Sonntag ein wenig anwachsen. Thorben Stratmann ist wieder im Training und könnte für Sonntag eine Option sein. Bei Devin Hoffmann sieht es eher schlecht aus. Auch beim SuS ist im Vergleich zu den Vorwochen personelle Besserung in Aussicht: Jannik Buning und Kapitän Justus Jaegers haben für Sonntag grünes Licht gegeben. Mario Thentie fehlt allerdings weiterhin. „Ich hoffe, dass meine Mannschaft den Rückenwind vom Sieg in Münster nutzen kann. Wenn wir wieder einen Sahnetag erwischen, ist was möglich“, sagt Manfred Ostendorf.

Wie alle Stadtlohner hegt auch er die Hoffnung, dass das nächste Landesliga-Heimspiel gegen die Eintracht nicht wieder so lange auf sich warten lassen wird.

Quelle: Münsterland Zeitung