14. Spieltag: Erste erkämpft sich geschlossen den enorm wichtigen Überraschungssieg

SuS sorgt für dicke Überraschung
Damit hätte kaum einer gerechnet. Ausgerechnet beim Landesliga-Team der Stunde, dem seit zwölf Spielen unbesiegten Tabellenzweiten SC Münster 08, landete der SuS Stadtlohn am Sonntag seinen ersten Auswärtssieg. Mit dem 2:1-Erfolg hat der SuS außerdem die Abstiegsränge verlassen.

„Ich habe der Mannschaft vorher gesagt, dass wir hier vielleicht zwei Torchancen kriegen. Am Ende waren es drei – und zwei haben wir genutzt“, sagte SuS-Trainer Manfred Ostendorf nach der Partie. „Grundstein für den Sieg waren aber der große Einsatz der gesamten Mannschaft und das fehlerlose Defensivspiel. Ich kann den Jungs nur ein großes Kompliment machen.“

Die Partie begann aus Stadtlohner Sicht optimal. Schon in der fünften Minute senkte sich ein Flankenversuch von Niclas Dormayer zum 1:0 ins lange Eck. Danach waren die Gäste mit ihrer Fünfer-Abwehrkette und drei Mittelfeldakteuren fast nur noch damit beschäftigt, die Angriffe der spielstarken Gastgeber abzuwehren. Das gelang auch sehr gut, bis in der 27. Minute Max Hehemann nach einer Ecke zu viel Freiraum hatte und zum Ausgleich traf.

Doch die Stadtlohner ließen sich davon nicht unterkriegen, hielten auch nach dem Pausenpfiff engagiert dagegen und sorgten ab und an für Entlastungsangriffe. Dormayer hatte bereits den Außenpfosten getroffen, ehe er seine zweite echte Chance zum 2:1 verwertete. Einen Fernschuss von Jens Büsker konnte der Keeper nicht festhalten, Dormayer war zur Stelle und markierte das 2:1 (68.).

Die Heimelf drückte auf den erneuten Ausgleich, doch den verhinderten die SuSler mit Mann und Maus. In der Nachspielzeit parierte Keeper Jan Hintemann einen Flachschuss exzellent (90.+2), ehe Münster noch einmal die Latte traf (90.+6).

 

Quelle: Münsterland Zeitung

Ausblick:

Zum Abschluss der ersten Serie warten auf den SuS Stadtlohn noch zwei echte Kracher: Vor dem Derby mit Eintracht Ahaus steht der schwere Gang zum Titelkandidaten SC Münster 08 an. Die Gelb-Schwarzen von der Richthofenstraße - Markenzeichen: Schwarze Trikots, Gelbe Stutzen - sind der Klub des Münsteraner Ostens und waren bis zum Zweiten Weltkrieg der Erzrivale des SC Preußen: 1926 wurden sie vor den Adlern Westmeister, mehrmals verpassten sie den Aufstieg zur Gauliga nur knapp. Auch die Feldhandballer wurden 1970 Westdeutscher Meister; die Hockey-Abteilung lebt im heutigen THC Münster weiter. 2015 gelang der Landesliga-Aufstieg über die Vizemeister-Relegation gegen Hagen 11 und die SpVgg Brakel. Ein Jahr zuvor hätte die A-Jugend fast den BVB aus dem Westfalenpokal gekegelt.

Seit dem Aufstieg in die Landesliga bastelt der SC am nächsten Schritt in Richtung Westfalenliga, er bekommt bisher noch zu selten Konstanz in seine Leistungen. Die besondere Breite und Klasse im großen Kader verdeutlichen die jüngsten beiden Erfolge beim Eintracht-Pokal in Ahaus. Vor der Saison unterzog sich das Team um Trainer Mirsad Celebic einer Frischzellenkur. „Ich mag es, mit motivierten, jungen Leuten zu arbeiten. Sie sind unsere Zukunft“, sagte Celebic vor der Saison. Neben dem eigenen Nachwuchs stießen die Youngster Leon Lüntz (VfL Bochum U19) und Diogo Alves Duarte (VfL Osnabrück U19) zum Kader. Henning Dirks kehrte nach einem College-Aufenthalt nach Münster zurück. Leon Schwarzer, der in San Francisco studierte und zurückkehrt, ist ebenfalls noch jung. Das Durchschnittsalter liegt nun bei 20,4 Jahren – unerfahren ist der Kader allerdings nicht. Bekanntester Spieler ist sicher der Ex-Preuße Benjamin Siegert mit seinen 37 Jahren. Qualitativ habe sich das Kader im Vergleich zum Vorjahr aus Sicht von Celebic verbessert, quantitativ nicht. Auch jetzt sind es noch satte 27 Akteure, darunter der Ex-Ahauser Dennis Wüpping.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten haben die Nullachter nun Fahrt aufgenommen und sich auf Platz zwei vorgespielt. Dort gehört Münster für viele Experten schon lange hin. Ein sportliches Aufeinandertreffen mit dem SuS Stadtlohn gab es in jüngerer Vergangenheit allein in einem Testspiel: Das Finale des Eintracht-Pokals 2017 gewann der SC mit 4:3.

Der SC Münster 08 in der Saison 2018/19

Spielstätte: Sportanlage Münster 08, Manfred-von-Richthofen-Straße 56, 48145 Münster
Platzierung im Vorjahr: Platz 8
Saisonziel: oben mitspielen

Torhüter: Christoph Hunnewinkel, Henri Exner.
Abwehr: Max Hehemann, Eldin Celebic, Frederic Böhmer, Frederik Schulte, Jonathan Tegtmeier, Jonas Grütering, Sven Annas, Sinclair Sekani, Maximilian Ricken, Leon Wäntig, Julius Caßel, Sean-Gary Hart.
Mittelfeld: Aljoscha Kottenstede, Joe Breloh, Mark Behling, Henning Dirks, Linus Möllers, Diego Alves Duarte, Georg Konrad Schrader, Niklas Leser, Dennis Wüpping, Benjamin Siegert.
Angriff: Nils Johannknecht, Leon Schwarzer, Leon Lüntz, Gunnar Weber, Steffen Dondrup, Dennis Hamsen.

Zugänge: Henning Dirks (George Mason Patriots/College), Christoph Hunnewinkel (Hammer SpVg), Leon Schwarzer (San Francisco Dons/College), Frederic Böhmer (Preußen Münster II), Erick Neufeld (Westfalia Kinderhaus), Georg Schrader (VfL Senden), Leon Lüntz (VfL Bochum U 19), Dennis Wüpping (Eintracht Ahaus), Diogo Duarte (VfL Osnabrück U 19), Linus Möllers, Henri Exner (beide eigene U 19).
Abgänge: Malte Höppner (VfL Wolbeck), Henning Amshoff (GW Gelmer), André Otto, Fabian Stiller, Ricardo Vaz Lopes (alle eigene Reserve), Daniel Speerschneider, Moritz Ostrop, Endrit Sojeva, Timo Twachtmann.

www.scmuenster08.de