13. Spieltag: Erste verschafft sich Luft - 3:1 gegen Spexard schon zur Pause besiegelt

Früh auf der Siegerstraße
Fluchtartig verließen die Zuschauer nach dem 3:1 des SuS gegen den SV Spexard das Stadion. Das lag aber nicht an dem Spiel, das sie gesehen hatten. Unter strömendem Regen verschwanden die Spieler des SuS Stadtlohn am Sonntag in der Kabine. Die Zuschauer flüchteten ins Klubheim oder ihre Autos. Die Vorstellung der Stadtlohner beim 3:1 über den Liga-Vorletzten SV Spexard hatte deutlich mehr Freude bereitet als der Wolkenbruch in den Schlussminuten.

Für die Stadtlohner war dieser fünfte Saisonsieg, der sie auf den achten Rang hievte, ein äußerst wichtiger. Das betonte auch Trainer Rob Reekers nach dem Schlusspfiff. „Wir hatten schon Druck, heute gewinnen zu müssen. Die Situation haben wir gut angenommen, auch wenn wir uns das Leben unnötig schwer gemacht haben.“ Damit spielte Reekers auf die zahlreichen Chancen seiner Mannschaft an, die gerade in der zweiten Hälfte ungenutzt blieben.

Nach fehlerhafter Startphase beider Teams setzten die SuSler in der zehnten Minute den Blinker in Richtung Siegerstraße. Michael Roßmöller überspielte die Gästeabwehr mit einem Pass zu Niklas Hilgemann. Der am Sonntag auffällig starke Kapitän fand im Zentrum Cihan Bolat, der Schlussmann Jan-Hendrik Braend umspielte und zum 1:0 traf. Nun hatte Stadtlohn das Geschehen unter Kontrolle und verschaffte sich mit dem 2:0 noch mehr Sicherheit (16.). Hilgemann hob den Ball über einen Abwehrspieler und versenkte ihn volley aus 17 Metern – ein Klassetreffer.

Doch so klar der Zwischenstand wirkte – Spexard witterte in Minute 22 wieder Morgenluft. Aus der eigenen Hälfte startend ließ Philip Kunde drei Stadtlohner stehen, der Klärungsversuch von Nick de Graaf landete bei Oguzhan Topalca, der humorlos ins lange Eck traf – 2:1. Allerdings warf der Gegentreffer die Heimelf nicht aus der Bahn. Mario Worms ließ zunächst eine gute Chance liegen (24.), ehe er den Ball nach einer Flanke von Roßmöller aus kurzer Distanz, abgefälscht vom Keeper, zum 3:1 über die Linie bugsierte (30.). Noch vor der Pause hätte Roßmöller das 4:1 nachlegen können, Braend riss aber rechtzeitig den Arm hoch und parierte (32.).

Nach der Pause drückten die Stadtlohner gegen schwächer werdende Spexarder auf die Entscheidung. Immer wieder spielten sie sich über Roßmöller, Hilgemann, Worms oder Bolat in die Gefahrenzone – brachten das Spielgerät aber nicht mehr über die Linie. Die Gefahr eines Anschlusstreffers hielt sich zwar in Grenzen, doch mit dem Pfostenschuss von Jannik Wohlgemut (89.) hätte noch einmal Spannung aufkommen können. Das blieb dem SuS aber erspart, sodass der Regenschauer das einzige Ärgernis des Tages darstellte.

 

Quelle: Münsterland Zeitung

Ausblick:

Heimgesicht zeigen
Die Westfalenliga-Fußballer des SuS Stadt haben am Vorsonntag ihre Durststrecke auf fremden Plätzen beim Delbrücker SC nicht beenden können. Mit einem 2:0-Erfolg sicherten sich die Gastgeber die drei Punkte. „Wir haben einmal mehr unser Auswärtsgesicht gezeigt. Das finde ich sehr schade“, sagte Trainer Rob Reekers. „Irgendwie kriegen wir es im Moment noch nicht hin, nur ein paar Prozent Leistung drauf zu legen, um auch einmal in Auswärtsspielen zu punkten.“

 

Am Sonntag steht für den SuS Stadtlohn im Hülsta-Sportpark das siebte Heimspiel an. Um 14.30 Uhr stellt sich der SV Spexard in Stadtlohn vor. Die Gäste stehen mit zwölf Punkten bei vier Siegen und acht Niederlagen auf dem 14. Tabellenplatz. Die Elf ist mit fünf Niederlagen in die laufende Saison gestartet. Nach einem Wechsel auf der Trainerposition lief es mit drei Siegen in Folge deutlich besser. Zuletzt gab es ein 0:1 gegen den SC Roland.

„Der Druck ist da, das zeigt schon ein Blick auf die aktuelle Tabelle“, weiß der SuS-Trainer. „Wir haben als Zehnter gerade einmal 15 Punkte sammeln können und dürfen in der Tabelle nicht noch weiter nach unten abrutschen. Gerade gegen Spexard wäre ein Sieg wichtig. Wir könnten dann den Abstand auf ein Sechs-Punkte-Polster ausbauen“, so Reekers weiter.

Die personelle Lage hat sich bei den Stadtlohnern weiter entspannt. Jonas Schmidt und Michael Roßmöller haben ihre Verletzungen auskuriert und sind wieder voll ins Training eingestiegen. Beide werden gegen Spexard auflaufen können. Markus Banken ist nach seiner Roten Karte vom Vorsonntag für zwei Wochen gesperrt worden, Jannik Buning hat sich während der Woche krank gemeldet, sein Einsatz ist daher fraglich.

 

„Die Spieler ziehen im Training sehr gut mit und sind voll auf das nächste Spiel fokussiert. Ich bin daher zuversichtlich, dass es uns erneut gelingt, unser Heimgesicht zu zeigen und nach den 90 Minuten als Sieger vom Platz zu gehen“, ist Reekers zuversichtlich. „Dazu müssen wir aber auch von der ersten Minute an 100 Prozent Leistung abrufen.“

 

Quelle: Münsterland Zeitung

Unser Gast:

Der SV Spexard ist der Verein aus Gütersloh, der im Schatten des „großen“ FC Gütersloh über Jahre eine starke Rolle auf hohem Amateurniveau spielt – und das bekanntlich mit überschaubaren Mitteln und wohltuend bescheiden. Insbesondere die gute Jugendarbeit ist die Basis dafür, schon so manches Spexarder Nachwuchsteam war auf Bezirks- und Landesliga-Niveau auch im Westmünsterland unterwegs. 2009 und 2015 stiegt der SV in die Westfalenliga auf. Die sogenannten „Spechte" überraschten in der Vorsaison mit Rang sieben in der Abschlusstabelle. Dennoch hielt der Verein demütig und bescheiden am Ziel Klassenerhalt für die laufende Saison fest.

Mit diesem Anspruch ging Trainer Olaf Sieweke, Nachfolger des zum Landesligisten SuS Bad Westernkotten abgewanderten Trainers Giovanni Taverna, in seine zweite Amtszeit nach 2006-2011) beim SV Spexard: „Mit Herford, Delbrück, Vreden und den drei Oberligaabsteigern wollen schon sechs Mannschaften Meister werden. Allein das zeigt, wie schwer es sein wird, das Vorjahresergebnis zu wiederholen." Die Aufgabe nahm Sieweke mit einem kaum veränderten Aufgebot an. Mit Ivan Skara und Stefan Forthaus haben nur zwei Stammkräfte den Verein verlassen. Trotzdem erschien die Aufgabe zunächst kaum lösbar, Sieweke trat im September nach schwachem Saisonstart überraschend zurück. Martin Simov übernahm. Spexard war seinerzeit punktlos Tabellenletzter. Gemeinsam geht man nun das Unternehmen Klassenerhalt an, zuletzt ließ der SV unter anderem mit dem Auswärtssieg in Hiltrup aufhorchen. Apropos Auswärtsstärke: Neun der zwölf Zähler holte Spexard und der Fremde. Zum Vergleich: Stadtlohn sammelte 13 der 15 Punkte im eigenen Stadion ein. Auch das macht den Vergleich spannend. Der Anschluss ans untere Mittelfeld ist für den SV erst einmal geschafft. Trainer Rob Reekers konnte die Geschicke beim SVS während seiner Zeit beim FC Gütersloh verfolgen.

Zuletzt trafen sich der SuS und der SV in der Westfalenligasaison 2011/12. Das Hinspiel gewann Spexard mit 1:0 – es war seinerzeit das erste Spiel unter Trainer Jörg Thor -, das Rückspiel ging mit 5:0 an Stadtlohn. Der bereits gerettete SuS verlor am letzten Spieltag 2:6 in Hiltrup, Spexard verlor 0:5 beim Rivalen Gütersloh. Wegen der schlechteren Tordifferenz gegenüber Hiltrup musste Spexard zurück in die Landesliga.

Der SV Spexard in der Saison 2017/2018

Spielstätte: Sportplatz Josefschule, Lukasstraße, 33332 Gütersloh
Platzierung im Vorjahr: Platz 7
Saisonziel: Klassenerhalt

Tor: Niklas Drücker, Jan-Hendrik Braend.
Abwehr:
Leon Dahlkämper, Jannik Wohlgemuth, Steffen Brück, Lukas Meiertoberens, Georg Westrup, Thomas Duhme, Ilja Nepke, Vincent Mahmed.
Mittelfeld:
Martin Aciz, Nils Röbling, Oguzhan Topalca, Kai Adrian, Nils Grollmann, Mats Drücker, Jochen Timmerkamp.
Angriff:
Nico Schürmann, Philip Kunde, Marco Gieseker, Justin Kemper, Robin Drücker.
Trainer: Martin Simov – Co-Trainer: Charbel Abdullahat – TW-Trainer: Andreas Jakobtorweihen.

Abgänge: Ivan Skara (SuS Bad Westernkotten), Stefan Forthaus (beruflich nach Cuxhaven), Henning Amshoff (Ziel unbekannt).
Zugänge:
Nils Röbling (SC Verl II), Nico Schürmann (Delbrücker SC), Kai Adrian (eigene Reserve), Robin Drücker und Vensen Mahmed  (beide eigene Jugend).

www.svspexard.de