10. Spieltag: Unnötiges 0:1 in Bielefeld: Für Erste wird Luft im Keller langsam dünner

SuS wird für Chancenwucher bestraft
Beim Tabellendrittletzten Fichte Bielefeld kassierte der SuS Stadtlohn am Sonntag eine 0:1-Niederlage. Damit verpassten es die Berkelstädter, sich von der Abstiegszone der Westfalenliga abzusetzen.

 

Dabei hatten die Stadtlohner das Auswärtsspiel über weite Strecke bestimmt und sich ausreichend Chancen herausgespielt, um zumindest einen Zähler aus Ostwestfalen mitzubringen. „Das war die unnötigste Niederlage, die ich seit Langem gesehen habe“, ärgerte sich Trainer Rob Reekers, der erstmals mit dem SuS leer ausgegangen war. „Wir hatten nach dem Spiel 15:5 Torchancen für uns auf dem Zettel. Uns fehlte die letzte Konsequenz und auf der anderen Seite haben wir den Gegner mit eigenen Fehler stark gemacht.“

Die Stadtlohner fanden gut in die Partie hinein und verzeichneten im ersten Durchgang drei Großchancen. Niklas Hilgemanns Kopfball landete am Pfosten (22.), Luca Ehlers Schuss parierte der Fichte-Torhüter (36.) und nach Ablage von Cihan Bolat verzog Michael Roßmöller (42.). SuS-Keeper Sören Stauder musste vor der Pause nur einmal sein Können zeigen, als er einen Schuss von Kayhan Kaya an die Latte lenkte (38.).

Auch nach dem Seitenwechsel spielte Stadtlohn zunächst gut auf und hätte durch Hilgemann (51.), Hakan Gödemir und nach einer Ecke erneut Hilgemann (57.) in Front gehen können. Doch der Ball wollte nicht über die Linie, sodass Fichte weiter hoffen durfte. Cihan Bolat klärte zunächst einen Bielefelder Versuch auf der Linie (69.), doch in der 76. Minute konnte kein SuSler mehr den Gegentreffer verhindern. Stauder parierte zwar den ersten Versuch, doch im Nachschuss war Furkan Ars zur Stelle. Danach rührte die Heimelf Beton an – und die Stadtlohner schafften es nicht, diesen zu durchbrechen.

Somit steht dem SuS, nur noch drei Zähler vor der Abstiegszone, nächste Woche ein Kellerduell gegen den Vorletzten SC Herford bevor.

 

Quelle: Münsterland Zeitung

Ausblick:

„Hartes Stück Arbeit“ beim Aufsteiger
Unter Trainer Rob Reekers ist der SuS Stadtlohn noch ungeschlagen. Das soll aus SuS-Sicht auch nach der Partie in Bielefeld so bleiben. Doch Reekers warnt. Drei Siege, drei Unentschieden und drei Niederlagen – so sieht die Bilanz des SuS Stadtlohn nach neun Spieltagen in der Westfalenliga aus. Die Stadtlohner hoffen, dass sie nach der Auswärtspartie am Sonntag bei Fichte Bielefeld wieder ins Positive ausschlägt.

 

Der Gastgeber, im Sommer nach einem Jahr aus der Landesliga zurückgekehrt, belegt aktuell als Liga-14. den ersten Abstiegsplatz. Auf ihren dritten Saisonsieg warten die Bielefelder seit fünf Spielen. Zuletzt bremsten sie ihre Niederlagen-Serie mit einem 1:1 beim SC Roland. Trotz dieser Ergebnisse warnt SuS-Trainer Rob Reekers seine Mannschaft vor dem Gegner: „Die haben ihre Spiele fast immer mit nur einem Tor Unterschied verloren. Deshalb denke ich schon, dass sie eine gewisse Qualität haben und dass ein hartes Stück Arbeit auf uns zukommt.“

Hart gearbeitet haben die Stadtlohner laut dem Trainer auch in der Trainingswoche. Es galt auch, die Defizite vom vergangenen Heimspiel gegen die SpVg Beckum (2:2) aufzuarbeiten. Reekers dazu: „Wir müssen unser Positionsspiel verbessern und unsere Fehlerquote runterschrauben. Gerade in Drucksituationen sollten wir versuchen, die Ruhe zu bewahren und nicht in Panik zu verfallen.“ Grundsätzlich sieht Reekers sein Team, das seit seinem Amtsantritt vor drei Spieltagen noch ungeschlagen ist, auf einem guten Weg.

 

In diesem Team könnte ab Sonntag auch wieder Justus Jaegers eine Rolle spielen. Wegen einer Verletzung bestritt der Defensivmann in dieser Serie bislang erst zwei Partien. Zu seinen fünf Saison-Einsätzen wird Jonas Schmidt voraussichtlich diese Woche keinen hinzufügen können. Der Angreifer knickte im Training um und verletzte sich am Sprunggelenk. Die übrigen Spieler der SuS-Offensive, die bislang schon 18 Treffer produziert hat, stehen aber auch in Bielefeld zur Verfügung.

Quelle: Münsterland Zeitung

Unser Gastgeber:

Der VfB Fichte Bielefeld ist das Aushängeschild der Bielefelder Ostvorstadt. Vorher teilten sich der VfB Bielefeld 03 (jahrzehntelang mit Arminia auf Augenhöhe und 1926 sogar Westdeutscher Meister) und die SpVgg Fichte Bielefeld 06/07 (eine Fusion diverser Arbeiter-Klubs) nicht nur das Rußheide-Stadion, sondern auch den Rang der Bielefelder Nummer zwei hinter der Arminia. Die Fusion von 1997 führte die Grün-Roten bis in die Oberliga Westfalen. In dieser und später in der Verbands- und Westfalenliga trafen der VfB und der SuS Stadtlohn häufig aufeinander.

Nach einem Jahr in der Landesliga kehrte Fichte im Sommer direkt in die Westfalenliga zurück. Und vor der Saison verpflichtete man mit Mario Ermisch als Nachfolger von Aufstiegstrainer Julian Hesse einen ganz bekannten Fachmann der ostwestfälischen Fußballszene als Trainer. Ermisch ist auf der Rußheide kein Unbekannter, seine Trainerlaufbahn startete er 1993 beim heutigen VfB Fichte. Damals blieb er bis zum Jahr 2004, bevor es ihn dann zum SC Verl zog. In dieser Saison stieg Stadtlohn übrigens erstmals aus der Oberliga ab.

Zum Trainingsauftakt präsentierte der Rechtsanwalt dann gleich einmal satte elf Neuzugänge. Mit Jan Menne, Patrick Ruske, Jannik Welkener und Marvin Paul verpflichtete der VfB Fichte gleich ein Quartett vom SV Rödinghausen II aus der Westfalenliga. Mit Temel Hop wurde ein Routinier für die Offensive gewonnen. Allerdings verlor man mit unter anderem Lennard Warweg (Jöllenbeck), Firat Sansar (Brake) und „Chief“ Sadicki (unbekannt) einige Leistungsträger. Primär geht es Ermisch darum, sich nun wieder in der zweithöchsten Spielklasse Westfalens zu etablieren. „Ich möchte vor allem, dass wieder eine Philosophie hier herrscht“, sagt Ermisch, der einen sehr jungen Kader hat.

Als Saisonziel wurde zwangsläufig der Klassenerhalt ausgegeben. Aktuell befindet sich der Aufsteiger in einem kleinen Negativlauf. Die beiden letzten Duelle mit dem SuS Stadtlohn gingen in dessen Aufstiegssaison 2013/14 deutlich an den Gast des zehnten Spieltags.

Der VfB Fichte Bielefeld in der Saison 2017/2018

Spielstätte: Bezirkssportanlage Stadion Rußheide, Mühlenstraße 121, 33607 Bielefeld
Platzierung in der Vorsaison: Meister der Landesliga 1
Saisonziel: Klassenerhalt

Zugänge: Charley Achtereekte, Maximilian Helf, Alpay Arslan, Fatih Karabas, Jan-Philipp Ille (alle eigene Jugend), Jannik Welkener, Patrick Ruske, Jan Menne (alle SV Rödinghausen II), Niklas Szeleschus (SC Verl II), Temel Hop (SpVgg Bad Pyrmont), Marvin Paul (SV Rödinghausen U19), Kayhan Kaya (FC Türk Sport Bielefeld).
Abgänge: Maneke Bondzio-Becker, Dimitris Vracas (beide VfR Wellensiek), Ahmet Bulut (SV Rödinghausen II), Dominik Hörster (SV Schwarz-Weiß Sende), Lennard Warweg (TuS Jöllenbeck), Furat Sansar (TuS Brake Bielefeld), Emre Peker (SC Verl II), Abubakari Sadicki (Ziel unbekannt).
Trainer: Mario Ermisch

www.vfb-fichte.de