29. Spieltag: 1:2 gegen Münster besiegelt Abstieg: SuS kehrt nach 55 Jahren in die Bezirksliga zurück

SuS am Boden: Der Abstieg ist besiegelt
Einen Spieltag vor Saisonende ist es passiert: Der SuS Stadtlohn ist Bezirksligist. Ein 1:2 gegen Münster 08 besiegelte den dritten Abstieg in Serie. Es war wie im Film: Nach dem letzten Heimspiel der Saison gegen den SC Münster 08 setzte neben Donner auch heftiger Regen über dem Kunstrasen am Losberg an. Das passte irgendwie ins Bild. Denn mit dem Schlusspfiff war der Abstieg des SuS Stadtlohn besiegelt, weil parallel der SV Dorsten-Hardt einen Punkt geholt hatte.

Wie die geprügelten Hunde schlichen die Stadtlohner Spieler vom Feld. Trainer Manfred Ostendorf hatte sie vorher noch mal zum Kreis zusammengerufen und eine längere Ansprache gehalten. Noch vor der Partie hatte Sportleiter Markus Plate Ostendorf vor seinem letzten Heimspiel als SuS-Coach verabschiedet. Da noch in der Hoffnung, dass der SuS sich zumindest bis zum letzten Spieltag die Chance auf den Ligaverbleib mit einem Sieg offenhält. Doch es kam anders. Trotz rund einer Stunde in Überzahl.

Den Stadtlohner Spielern war anzusehen, dass sie unbedingt nach dem letzten Strohhalm greifen wollten. Die erste Chance des Spiels verbuchte dann auch Justus Jaegers, sein Versuch wurde zur Ecke geklärt (4.). Weitaus kaltschnäuziger vor dem Tor agierten die Münsteraner, die theoretisch noch die Aufstiegsrelegation erreichen können. Gleich ihre erste Chance nutzten sie zur Führung. Der frühere Stadtlohner Dennis Wüpping spielte Leon Lüntz frei, der trocken ins lange Eck traf (18.).

Der SuS zeigte sich davon zunächst kaum beeindruckt, gab weiter Gas, ohne aber zwingend vor das Gästetor zu kommen. Einen Wendepunkt markierte ein Zweikampf in der 31. Minute. Mario Thentie foulte Münsters Benjamin Siegert, der im Fallen nachtrat und dafür die Rote Karte sah. Den Schwung nahm die Heimelf mit und glich nur zwei Minuten später aus. Mit einem genialen langen Pass spielte Jannik Buning genau in den Fuß von Hendrik Deitert, der aus kurzer Distanz ins lange Eck traf (33.). Deitert bot sich in der 41. Minute auch die dicke Chance zum 2:1.

Auf den zweiten Treffer drückten die Stadtlohner auch nach der Pause vehement. Es entwickelte sich fast ein Spiel auf ein Tor, wobei aber bis auf einen Abschluss von Milan Tendahl (63.) wenig heraussprang. Die kalte Dusche folgte dann in Minute 72. Dennis Hamsen spazierte durch die SuS-Abwehr, bediente Jannik Exner und der schoss zum 1:2 ein. Alle Bemühungen der Stadtlohner waren in der Folge vergebens, sodass der am Ende der Abstieg stand.

Trainer Ostendorf tröstete seine Mannschaft nach Spielende, analysierte den Abstieg aber sachlich: „Natürlich ist das ganz bitter und enttäuschend für den ganzen Verein. Aber das Spiel heute war ein Spiegelbild der gesamten Serie. In den entscheidenden Momenten haben wir es nicht geschafft, da zu sein, waren nicht zielstrebig genug.“

Kommentar: Abstieg kam nicht plötzlich
Die Hoffnung stirbt zuletzt, lautete das Credo des SuS Stadtlohn in den vergangenen Wochen. Am Sonntag ist sie nun gestorben. Jahrzehnte des Stadtlohner Fußballs auf gehobenem Niveau in Westfalen in der Ober-, Verbands- und Landesliga sind mit der Niederlage am Sonntag erst einmal Geschichte.

Abgestiegen ist der SuS freilich nicht erst mit dem Spiel am Sonntag. Der Fall in die Bezirksliga, der dritte Abstieg in Serie, ausgerechnet im Jahr des 100-jährigen Bestehens, ist der Entwicklung der letzten Jahre geschuldet. Eine Entwicklung, in der der Verein wirtschaftlich nach eigenem Bekennen zu wenig Weitsicht bewiesen hat. Die Notbremse zog der Vorstand im Winter 2017/18, als er den Etat für die erste Fußballmannschaft empfindlich gekürzt hat. Im Sommer folgte der Abstieg aus der Westfalenliga. Der Versuch, daraufhin mit Spielern aus dem eigenen Ort, dem eigenen Nachwuchs, etwas Neues aufzubauen, ist sicherlich nicht gescheitert. Doch, um damit in der Landesliga zu bestehen, war er am Ende nicht tauglich, wie die Saison gezeigt hat.

Aber anders als Trainer Manfred Ostendorf vor einem Jahr steht sein Nachfolger Stefan Rahsing jetzt nicht vor einem kompletten Neuanfang. Die Mannschaft bleibt zum großen Teil zusammen. Und in ihr steckt genügend Potenzial, um in der Bezirksliga eine gute Rolle zu spielen und vielleicht wieder ans Tor zur Landesliga zu klopfen. Doch bis dahin ist nun erst einmal Wunden lecken angesagt beim Aushängeschild der Sportstadt Stadtlohn.

Quelle: Münsterland Zeitung (Sache Keirat)

Ausblick:

Die Hoffung lebt weiter beim SuS Stadtlohn
Der Befreiungsschlag ist im direkten Duell mit Dorsten-Hardt ausgeblieben, dennoch glaubt man in Stadtlohn weiter an den Ligaerhalt. Gegen Münster sollte sich der SuS ans Hinspiel erinnern.
Der Funken Hoffnung glimmt trotz der neuerlichen Rückschläge immer noch. „Wir müssen dafür sorgen, dass dieser Funken weiter befeuert wird.“ Stadtlohns Trainer Manfred Ostendorf glaubt mit seiner Mannschaft weiter daran, dass man gemeinsam das Projekt Landesligaerhalt zu einem erfolgreichen Ende bringt. Er räumt natürlich ein, dass sich durch das Remis im direkten Duell mit dem Dorsten-Hardt die Ausgangslage nicht verbessert hat, er weiß aber auch, dass das Vorhaben trotz des bestehenden Drei-Punkte-Rückstands in zwei Partien immer noch umsetzbar ist. Natürlich nur mit Schützenhilfe.

Den Blick zum Konkurrenten vermeidet Ostendorf vor dem Heimspiel im VR-Bank Sportpark am Sonntag, 15 Uhr, gegen den SC Münster bewusst. „Das bringt alles nichts, ebenso wenig die ganzen Zahlenspiele. Wir müssen selbst alles dafür tun, positive Ergebnisse zu erzwingen.“

Natürlich war die Ausbeute mit den zwei Punkten aus den Spielen gegen Borken und Dorsten zu gering, Manfred Ostendorf hat aber Grundlegendes gesehen, was ihn zuversichtlich stimmt: „Die Mannschaft hätte bei 0:2 zur Pause in Dorsten auch einbrechen können, sie ist aber zurückgekommen. Moral und Wille sind intakt.“ Warum es in beiden Spielen nicht zum möglichen Sieg gereicht hat, dafür hat er ebenfalls eine Erklärung: „Da zieht sich der rote Faden durch die gesamte Saison weiter: Es gelingt nicht, stets über 90 Minuten hellwach zu sein. Und es werden zu viele spielentscheidende falsche Entscheidungen getroffen.“

Dort müsse gegen den Tabellenvierten der Hebel noch einmal angesetzt werden, um eine ähnliche Überraschung wie beim 2:1 im Hinspiel zu sorgen. „Das war das Ergebnis einer geschlossenen, von Euphorie getragenen Mannschaftsleistung. Geholfen hatte eine frühe Führung.“ Und exakt an dieser Stelle droht ein Knackpunkt. Die erfolgreichsten Torschützen Niclas Dormayer und Durim Feta fallen weiter aus, Mario Thentie und Tobias Preckel, die zuletzt mit in die Bresche gesprungen waren, mussten zuletzt kürzertreten. „Auch das müssten wir wegstecken, wenn es dazu kommt. Kräfte bündeln, Vollgas und alles raushauen. Das können die hoffentlich vielen Zuschauer zum Abschluss erwarten.“

Münster 08 musste am Wochenende einen herben Rückschlag im Ringen um den Relegationsrang zwei einstecken und kämpft in Stadtlohn womöglich schon um seine letzte Chance.

Quelle: Münsterland Zeitung

Unser Gast:

Zum Abschluss der ersten Saison warten auf den SuS Stadtlohn noch zwei echte Herausforderungen: Vor dem Derby mit Eintracht Ahaus steht das schwere Heimspiel gegen den SC Münster 08 an. Die Gelb-Schwarzen von der Richthofenstraße - Markenzeichen: Schwarze Trikots, Gelbe Stutzen - sind der Klub des Münsteraner Ostens und waren bis zum Zweiten Weltkrieg der Erzrivale des SC Preußen: 1926 wurden sie vor den Adlern Westmeister, mehrmals verpassten sie den Aufstieg zur Gauliga nur knapp. 2015 gelang der Landesliga-Aufstieg über die Vizemeister-Relegation gegen Hagen 11 und die SpVgg Brakel. Ein Jahr zuvor hätte die A-Jugend fast den BVB aus dem Westfalenpokal gekegelt.

Seit dem Aufstieg in die Landesliga bastelt der SC am nächsten Schritt in Richtung Westfalenliga, er bekommt bisher noch zu selten Konstanz in seine Leistungen. Die besondere Breite und Klasse im großen Kader verdeutlichen die jüngsten beiden Erfolge beim Eintracht-Pokal in Ahaus. Vor der Saison unterzog sich das Team um Trainer Mirsad Celebic einer Frischzellenkur. „Ich mag es, mit motivierten, jungen Leuten zu arbeiten. Sie sind unsere Zukunft“, sagte Celebic. Neben dem eigenen Nachwuchs stießen die Youngster Leon Lüntz (VfL Bochum U19) und Diogo Alves Duarte (VfL Osnabrück U19) zum Kader. Henning Dirks kehrte nach einem College-Aufenthalt nach Münster zurück. Leon Schwarzer, der in San Francisco studierte und zurückkehrte, ist ebenfalls noch jung. Das Durchschnittsalter liegt nun bei 20,4 Jahren – unerfahren ist der Kader allerdings nicht. Bekanntester Spieler ist sicher der Ex-Preuße Benjamin Siegert mit seinen 37 Jahren. Qualitativ habe sich das Kader im Vergleich zum Vorjahr aus Sicht von Celebic verbessert, quantitativ nicht. Auch jetzt sind es noch satte 30 Akteure, darunter der Ex-Ahauser Dennis Wüpping. Der Unterschiedsspieler im Kader ist sicher Leon Schwarzer.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten hatten die Nullachter Fahrt aufgenommen und sich zwischenzeitlich auf Platz zwei vorgespielt. Dort gehört Münster für viele Experten schon lange hin. Ein sportliches Aufeinandertreffen mit dem SuS Stadtlohn gab es in jüngerer Vergangenheit bis zum Hinspiel allein in einem Testspiel: Das Finale des Eintracht-Pokals 2017 gewann der SC mit 4:3. Die Partie der ersten Runde ging durchaus überraschend mit 2:1 an den SuS – auch eines dieser Ergebnisse, warum die 08er den Vorschusslorbeeren nicht ganz gerecht werden. Mit dem 0:2 in der Vorwoche gegen Roxel hat Münster Platz zwei wieder abgeben müssen und muss im Ringen um den Relegationsplatz – zwei der Landesliga-Vizemeister werden wahrscheinlich mit aufsteigen – nun auch wieder auf Schützenhilfe hoffen.

Der SC Münster 08 in der Saison 2018/19

Spielstätte: Sportanlage Münster 08, Manfred-von-Richthofen-Straße 56, 48145 Münster
Platzierung im Vorjahr: Platz 8
Saisonziel: oben mitspielen

Torhüter: Henri Exner, Christoph Hunnewinkel.
Abwehr: Sven Annas, Frederic Böhmer, Julius Caßel, Eldin Celebic, Jonas Grütering, Sean-Gary Hart, Max Hehemann, Maximilian Ricken, Frederik Schulte, Sinclair Sekani, Jonathan Tegtmeier, Leon Wäntig.
Mittelfeld:  Mark Behling, Joe Breloh, Henning Dirks, Diego Duarte, Aljoscha Kottenstede, Niklas Leser, Linus Möllers, Erick Neufeld, Georg Schrader, Benjamin Siegert, Dennis Wüpping.
Angriff: Steffen Dondrup, Marcel Exner, Dennis Hamsen, Nils Johannknecht, Leon Lüntz, Leon Schwarzer, Gunnar Weber.
Trainer: Mirsad Celebic.

Zugänge: Henning Dirks (George Mason Patriots/College), Christoph Hunnewinkel (Hammer SpVg), Leon Schwarzer (San Francisco Dons/College), Frederic Böhmer (Preußen Münster II), Erick Neufeld (Westfalia Kinderhaus), Georg Schrader (VfL Senden), Leon Lüntz (VfL Bochum U 19), Dennis Wüpping (Eintracht Ahaus), Diogo Duarte (VfL Osnabrück U 19), Linus Möllers, Henri Exner (beide eigene U 19) – im Winter: Marcel Exner (TuS Altenberge II).
Abgänge: Malte Höppner (VfL Wolbeck), Henning Amshoff (GW Gelmer), André Otto, Fabian Stiller, Ricardo Vaz Lopes (alle eigene Reserve), Daniel Speerschneider, Moritz Ostrop, Endrit Sojeva, Timo Twachtmann (alle Ziel unbekannt).

www.scmuenster08.de