28. Spieltag: Erste verpasst in Dorsten den wichtigen Sieg / Remis hält aber Hoffnung am Leben

2:2 – für Stadtlohn wird’s ganz eng
Der Kampf um den Klassenerhalt in der Landesliga wird nach dem 2:2 am Sonntag beim SV Dorsten-Hardt gewiss nicht einfacher für den SuS Stadtlohn. Wie schon in der Vorwoche beim 3:3 gegen Borken wären drei Punkte für den SuS, der über eine halbe Stunde in Überzahl agierte, absolut machbar gewesen.

„Die Mannschaft hat sich zerrissen und war über 90 Minuten gesehen das bessere Team. Umso frustrierender ist es, dass wir den Bock wieder nicht umstoßen konnten“, so Trainer Manfred Ostendorf. „Auch wenn unsere Chancen heute nicht gestiegen sind – wir werden bis zum Ende um den Klassenerhalt kämpfen.“

Gegen einen 0:2-Rückstand mussten die Stadtlohner zunächst in Dorsten ankämpfen. Nach eigenen Chancen von Justus Jaegers, Lars Sparwel und Tobias Preckel, erneut einzige Spitze, führte ein Eckball zur Dorstener Führung (27.). Bevor Tim Wellers einköpfte, hatten die Stadtlohner auf Foul an Mario Thentie reklamiert. Am Ende des ersten Durchgangs bot sich Thentie die bis dahin beste SuS-Chance, er schoss aber knapp vorbei (45.). Statt des 1:1 folgte noch in der Nachspielzeit der zweite Gegentreffer. Jannik Buning rutschte aus, der Ball flog von Daniel Moritz‘ Knie ins Tor.

Nach der Pause kam Stadtlohn trotz der erneuten kalten Dusche zurück. Milan Tendahl setzte einen Freistoß furios in den Winkel (53.), nur drei Minuten später gelang Mario Thentie per Flachschuss der Ausgleich. Als Dorstens Pascal Pfeifer dann auch noch wegen Beleidigung Rot sah (58.), spielte fast nur noch der SuS – doch zum Sieg reichte es nicht. „Dabei hatten wir hatten Chancen im Minutentakt“, so Ostendorf, der etwa an den Latten-Kopfball von Büsker (80.) oder den Pfostenschuss von Maximilian Wolf (90.+4) dachte.

Quelle: Münsterland Zeitung

Ausblick:

Der pure Abstiegskampf
Der Frust über den vergebenen Sieg gegen Borken in der Vorwoche ist beim SuS Stadtlohn der Anspannung vor einem vielleicht vorentscheidenden Duell im Tabellenkeller der Landesliga gewichen. Beim SV Dorsten-Hardt mit dem früheren SuS-Trainer Martin Stroetzel muss der SuS mindestens einen Punkt holen – ansonsten würde nur noch ein  Wunder für den Klassenerhalt helfen.

Wenn sich der Mannschaftsbus am Hülsta-Sportpark am Sonntag um 12.45 Uhr in Bewegung setzt, dann hofft Manfred Ostendorf auf Unterstützung in Form mitreisender SuS-Anhänger. Die Mannschaft könne jede Unterstützung gebrauchen in diesem wichtigen Duell.

In erster Linie hat sie ihr Schicksal aber selbst in der Hand. „Gewinnen wir unsere verbleibenden drei Spiele, dann halten wir die Klasse – noch haben wir diese Aussicht“, so Ostendorf. Dass nach dem Duell in Dorsten, aktuell mit drei Punkten vor Stadtlohn auf dem ersten Nicht-Abstiegsplatz, die schweren Duelle mit den Aufstiegskandidaten Münster 08 und Ahaus warten, ist ihm aber auch bewusst.

Erst mal geht es nun aber nach Dorsten, wo der Trainer „in reines Abstiegsduell“ erwartet, in dem vor allem Aggressivität und Leidenschaft gefragt seien. Zwei Tugenden, die der SuS zuletzt beim 3:3 gegen Borken auch gezeigt hat, dann aber eine 3:1-Führung verspielte und mit dem 3:3 zwei Punkte liegen ließ. Während der SuS dabei sein Offensivspiel erfolgreich aufziehen konnte, erwartet Ostendorf in Dorsten einen robusteren Gegner mir erfahrenen Spielern, der seinen Schützlingen keinen Meter schenken werde. Die Dorstener kämpften sich im Verlauf der Rückrunde zwar vom vorletzten Platz nach oben, zuletzt gelang ihnen aber viermal in Serie kein Sieg.

Die Stadtlohner könnten am Sonntag mit ähnlicher Aufstellung wie zuletzt auflaufen, allerdings steht Hendrik Deitert nach seiner fünften Gelben Karte nicht zur Verfügung.

Quelle: Münsterland Zeitung

 Unser Gastgeber:

Wenn der SuS Stadtlohn am drittletzten Spieltag zum SV Dorsten-Hardt reist, dann trifft er auch auf einen der wenigen bekannten Gegner in der Landesliga. Man kennt sich aus gemeinsamen Westfalenliga-Zeiten. Und wenn eine Partie das Attribut „Abstiegsendspiel“ erhalten sollte, dann gewiss diese. Eine Niederlage würde für den Gast wohl das Aus bedeuten, selbst bei einem Remis würden die Hoffnungen auf den Klassenerhalt gegen Null sinken. Bei einem Sieg würde Stadtlohn den Gegner überholen und über den ominösen Strich springen – dann hielte er die Karten wieder selbst in der Hand.

Der SVDH entstand 1959 als Verein der noch jungen Dorstener Westvorstadt. Seit der Jahrtausendwende ist Hardt die Nummer eins im Dorstener Fußball, während es mit den etablierten Klubs wie Rot-Weiß, BVH und Wulfen bergab ging. 2010 schafften es die Blau-Gelben von der Storchsbaumstraße – dort gibt es mittlerweile auch einen modernen Kunstrasenplatz - sogar für zwei Jahre in die Verbandsliga – auch in der Stadtlohner Aufstiegssaison 2013/14 begegnete man sich in der Westfalenliga. 2011 fungierten die Hardter für die Aufstiegsrunde zur Verbandsliga als Gastgeber – seinerzeit setzte sich die SpVgg Vreden gegen den TuS Hordel durch.

In den vergangenen Landesliga-Spielzeiten hielt sich Dorsten überwiegend auf den zweistelligen Tabellenplätzen auf. Auch im Vorjahr konnte der SV die Klasse erst gegen Saisonende retten. Im Kader gab es wenig Bewegung. Positive Auswirkungen auf die Entwicklung hatte dies im ersten Saisondrittel wenige. Die Mannschaft stand früh - wie der SuS Stadtlohn - auf einem Abstiegsrang – auch weil man zu viele Unentschieden fabrizierte, gerade zuhause. Für Trainer Marc Wischerhoff war nach einem Drittel der Saison klar, dass „es eine ganz schwierige Saison werden wird“. Er sollte Recht behalten – mit persönlichen Konsequenzen: Im Winter handelte der Verein, neuer Trainer ist nun ausgerechnet Martin Stroetzel, der bis zum Herbst 2017 noch beim SuS Stadtlohn tätig war.

In den bisherigen sechs Vergleichen in der Westfalenliga konnte Dorsten-Hardt noch keine Partie gegen den SuS gewinnen, sämtliche Auswärtsspiele gingen dabei an Stadtlohn. Zuletzt gab es am 6. April 2014 ein 2:0, auf Dorstener Seite steht heute noch ein halbes Dutzend der Kicker von damals im Kader, bei Stadtlohn keiner mehr. Im Hinspiel zeigten beide Mannschaften beim 2:2 bereits Abstiegskampf pur. Und das wird auch im Rückspiel zu erwarten sein.

Der SV Dorsten-Hardt in der Spielzeit 2018/19
Spielstätte:
Auto-Köpper-Sportpark, Storchsbaumstraße 59, 46282 Dorsten
Vorjahresplatzierung: Platz 11
Saisonziel: Klassenerhalt

Torhüter: Till Hohenhinnebusch, Stefan Schröder.
Abwehr: Leon Einhaus, Marvin Habicht, Tim Heitbreder, Daniel Hennebach, Jens Lensing, Tim Wellers, Nico Wickermann.
Mittelfeld: Jürgen Adolf, Ahmed Bakare, Timo Haarmann, Benedikt Jansen, Samy Mertens, Athanasios Mitrentsis, Maximilian Rissel, Christopher Seiffert, Tobi Urban.
Angriff: Alexander Brefort, Dominik Königshausen, Johannes Liesenklas, Daniel Moritz, Pascal Pfeifer.
Trainer: Martin Stroetzel (im Winter für Marc Wischerhoff) – Co-Trainer: Thomas Heimath, Daniel Hennebach.

Zugänge: Marvin Habicht (1. SC BW Wulfen), Maximilian Rissel (TV Jahn Hiesfeld), Daniel Moritz (SSV Buer).
Abgänge: Patrick Siegle (FC Marl), Niklas Seel (FC Marl), Tuncay Turgut (VfB Hüls), Leotrim Pelaj (SV Schermbeck II).

www.sv-dorsten-hardt.de

Das Hinspiel:

SuS-Punkt gegen Dorsten hilft kaum weiter
Gerecht war der Endstand von 2:2 zwischen dem SuS Stadtlohn und dem SV Dorsten-Hardt, wenn man die gesamten 90 Minuten plus Nachspielzeit am Sonntag im Hülsta-Sportpark betrachtet. Wirklich weiter brachte das Ergebnis die beiden Kellerkinder in der Landesliga-Tabelle aber nicht. Mann des Tages in einer beiderseits sehr fehlerbehafteten Partie war aufseiten der Stadtlohner Durim Feta. Der Angreifer erzielte beide SuS-Treffer nur kurze Zeit nach dem jeweiligen Rückstand.

Den ersten Gegentreffer musste sich Stadtlohns Schlussmann Jan Hintemann ankreiden. Nach Pass von Henning Mört ließ er den Ball zu Dorstens Alexander Brefort abprallen, der ihn über den Keeper hinweg ins leere Tor hob (21.). Die Führung der Gäste ging zu diesem Zeitpunkt in Ordnung, weil sie anfangs mehr vom Spiel hatten. Stadtlohn kam aber langsam auf und schaffte schnell den Ausgleich – dem wieder ein dicker Schnitzer vorausging. Feta erahnte einen zu kurzen Rückpass auf den Gäste-Torwart, ließ diesen stehen und behielt gegen zwei zurückgeeilte Verteidiger die Ruhe – 1:1 (26.). Stadtlohn machte jetzt mehr das Spiel, die großen Chancen boten sich aber den Gästen. Zunächst kam Daniel Moritz zum Abschluss und traf die Unterkante der Latte (33.). Nur drei Minuten später tauchte Ahmed Bakare frei vor Hintemann auf, schlenzte den Ball aber übers Tor. Und auch Brefort hätte aus guter Position den zweiten Treffer markieren können (44.).

Der SuS blieb also im Spiel und erspielte sich nach der Pause mehr Chancen. Die erste bot sich Hendrik Deitert aus idealer Freistoß-Position in 17 Metern Torentfernung, doch der Ball landete in der Mauer (57.). Mit ihrer ersten Chance im zweiten Durchgang gingen wiederum die Gäste in Führung. Nach einer Flanke stand Bakare im Zentrum frei und schob ein (64.). Doch auch diesmal stand der SuS wieder auf. Wiederum nutzte Feta Unzulänglichkeiten in der SVD-Abwehr aus, kam nach Steilpass von Mario Thentie, der eigentlich schon geklärt war, wieder an den Ball und überwand den Keeper zum 2:2 (66.). In der Schlussphase hoffte Stadtlohn auf den Lucky Punch. Der war vor allem für Niclas Dormayer greifbar, der noch drei gefährliche Schüsse abgab (82./83./89.). „Niclas hätte ich heute mehr Glück im Abschluss gewünscht“, sagte SuS-Trainer Manfred Ostendorf später. „Die Jungs haben wieder alles gegeben, leider fehlte in den entscheidenden Momenten aber auch die Qualität.“

Quelle: Münsterland Zeitung (Sascha Keirat)