27. Spieltag: SuS verspielt in der Nachspielzeit zwei wichtige Punkte vor dem Endspiel in Dorsten

SuS nach spätem Remis am Boden zerstört
Wut, Ärger, Trauer, Ratlosigkeit – irgendwo dazwischen bewegte sich die Gefühlswelt beim SuS Stadtlohn am Sonntagnachmittag. Warum die Stadtlohner das Spiel gegen die SG Borken nicht gewonnen, sondern stattdessen beim 3:3 zwei Punkte im Abstiegskampf liegen gelassen hatten, konnten sie sich wohl selbst nicht erklären.

Es läuft bereits die dritte Minute der Nachspielzeit: Ein Ball fliegt in den SuS-Strafraum, Justus Jaegers klärt den Ball nicht sauber, Bastian Bone kommt dazwischen, zieht das Foul von Jaegers und verlädt Keeper Stefan Mester beim anschließenden Strafstoß souverän. Aus einer 1:0- und 3:1-Führung des SuS war also noch ein Remis geworden. „Unsere Enttäuschung heute ist gar nicht in Worte zu fassen“, sagte Trainer Manfred Ostendorf kurz nach Spielende. Und diese Aussage war nachvollziehbar. Der SuS hatte ein klasse Spiel abgeliefert. Laufstark, präsent in den Zweikämpfen – der Wille war allen Akteuren deutlich mehr anzusehen als den Gästen aus Borken. Und der Lohn in Form des Führungstreffers folgte dann auch in der 39. Minute. Maximilian Rhein fand noch in Schlussmann Jason Rudolph seinen Meister, im Nachschuss schoss Tobias Preckel – überraschend als einzige Spitze in der Startelf – zum 1:0 ein.

Vielleicht ein erster Knackpunkt, dass der SuS die Führung nicht in die Pause rettete. Wie aus dem Nichts kam die SG Borken zwei Minuten später zum 1:1. Nach einer durchaus zu verhindernden Flanke kam Eric Deelmann frei vor Mester zum Abschluss und traf im zweiten Versuch. Trotz dieses Gegentreffers aus dem Nichts kam Stadtlohn gut aus der Kabine und holte sich die Führung zurück. Der starke Milan Tendahl spielte in den Lauf von Mario Thentie, der spielte Rudolph aus und traf ins leere Tor (56.). Als Preckel nach präziser Hereingabe von Hendrik Deitert auch noch zum 3:1 einköpfte (72.), schien er zum Matchwinner zu werden.

Doch es kam anders. Preckel ließ die Großchance zum 4:1 liegen (76.), zwei Minuten später verlor der SuS nach einem SG-Freistoß von der Mittellinie im Strafraum die Kontrolle, Sebastian Hahn traf aus dem Gewühl zum 3:2. Dem Druck in den verbleibenden Minuten hielt dann die Heimelf dann nicht stand, sodass sie sich um einen verdienten Sieg brachte.

Quelle: Münsterland Zeitung

Ausblick: 

SuS spielt um seine Zukunft in der Landesliga
Vier Spieltage vor Saisonende belegt der SuS Stadtlohn einen der drei Abstiegsplätze in der Landesliga 4. Sollten die Stadtlohner diesen nicht mehr verlassen, wäre es bereits ihr dritter Abstieg in Serie. Doch so weit wollen die SuSler noch nicht denken. Das Heimspiel am Sonntag um 15 Uhr im VR-Bank Sportpark gegen die SG Borken ist schon von immenser Bedeutung.

Die Ausgangslage: Vier Spiele bleiben dem SuS Stadtlohn noch, um wenigstens einen Konkurrenten in der Tabelle hinter sich zu lassen. Erster Kandidat dafür wäre der SV Dorsten-Hardt, der mit 26 Punkten aktuell drei mehr auf dem Konto hat als die Stadtlohner. Direkt vor Dorsten rangiert der nächste SuS-Gegner aus Borken mit 32 Zählern.

Die Formkurve: In der Tabelle der Rückserie stehen die Stadtlohner derzeit mit zehn Punkten und 15:23 Toren an vorletzter Stelle. Borken hat in der Rückrunde mit zwölf Zählern jedoch auch kaum überzeugt. In den vergangenen fünf Spielen fuhr der SuS fünf Punkte ein, die SG Borken sieben. Während der SuS vergangene Woche mit 2:3 in Senden verlor, landeten die Borkener einen 4:2-Sieg gegen Roxel.

Das Personal: Im Stadtlohner Kader sieht es gut aus. Die Mannschaft der Vorwoche steht weiterhin zur Verfügung, mit Stürmer Niclas Dormayer, unter der Woche wieder im Training dabei, könnte eine weitere Alternative dazukommen. Bei der SG sind wohl Sebastian Hahn (früher SpVgg Vreden) und Daniel Meyer (früher SC Südlohn) wieder fit.

Der Gegner: Während der SuS mit einer schwierigen Saison gerechnet hatte, sahen sich die Borkener eigentlich deutlich weiter oben in der Tabelle, als es aktuell der Fall ist. Nach gutem Start geriet die SG in eine Krise, die den Abgang von Trainer Wolfgang Korb im Dezember zur Folge hatte. Bis Sommer ist Ralf Bugla als Coach zurückgekehrt und will in Stadtlohn „den Deckel drauf machen“, was den Klassenerhalt betrifft. Im Kader finden sich mit Daniel Ebbing und Alexander Lanfer zwei ehemalige Stadtlohner. Auffälligster Akteur ist Bastian Bone, mit 18 Treffern Top-Torjäger der Liga

Das Restprogramm: Nach dem Borken-Spiel folgt für den SuS das nächste, vielleicht wegweisende Spiel. Kommende Woche reist er zum SV Dorsten-Hardt. Es folgen noch die Partien gegen die Topteams Münster 08 und Eintracht Ahaus.

Das sagt der Trainer: „Ich hoffe, dass meine Mannschaft nicht noch mal so fehlerhaft auftritt wie in er ersten Hälfte in Senden letzte Woche, sondern wieder an die Auftritte davor gegen Herbern und Nottuln anknüpft. Das Engagement und die Disziplin im Training lassen jedenfalls darauf hoffen“, so SuS-Coach Manfred Ostendorf. „Ich hoffe vor allem, dass uns viele Zuschauer unterstützen und der Mannschaft helfen.“

Quelle: Münsterland Zeitung

Ausblick:

Im vorletzten Heimspiel der Saison geht es ins ebenso vorletzte Derby der Saison 2018/19. Zu Gast ist die SG Borken, die sich ein faires Ringen mit Westfalia Gemen um die Vorherrschaft in der Kreisstadt liefert. Die Nase vorn hat mittlerweile wieder die Westfalia. Die Sportgemeinschaft Borken entstand 2003 als Fusion des rot-weißen „TuS 1932" mit den blau-weißen „Sportfreunden" von 1969. Zuvor hatte der TuS die größeren Erfolge vorzuweisen, er kickte bereits in den 1960er-Jahren regelmäßig in der Landesliga. Zuletzt waren die Blau-Roten 2014 aus der Landesliga abgestiegen; 2017 kehrten sie nach drei Jahren Abstinenz zurück. Gespielt wird südlich der Innenstadt in der NETGO Arena, besser bekannt als Sportzentrum „Im Trier". Nach Platz neun im ersten Jahr nach der Landesliga-Rückkehr hatte sich im Kader der SG einiges getan. Und auch auf der Trainerposition gab es einen neuen Mann: Wolfgang Korb hatte von Ralf Bugla übernommen. Den Verein verließen einige Leistungsträger – unter anderem in Richtung Gemen -, es wurden aber auch einige gestandene Kräfte verpflichtet. Andre Dumpe, Alexander Lanfer (beide DJK Coesfeld) oder auch Routinier Sebastian Hahn (SpVgg Vreden) brachten Erfahrung aus höheren Spielklassen mit, in der Region bekannt ist auch Johannes Barenborg (FC Vreden). Die Achse mit Hahn und Torjäger Bastian Bone (früher SpVgg Vreden), der in jeder Saison für 20 Tore und mehr gut ist und nun auch schon wieder 18 Mal getroffen hat, komplettiert Daniel Ebbing, wie Lanfer ein ehemaliger SuSler. Insbesondere bei ruhenden Bällen hat Borken besondere Stärken. Die SG war stark gestartet und zwischenzeitlich gar Tabellenführer. Es folgte gegen Ende des Jahres ein Negativtrend, an dessen Ende Trainer Korb Ende November überraschend zurücktrat und wieder durch Ralf Bugla ersetzt wurden. Zur kommenden Saison übernimmt dann mit SV Elsbeck (SpVgg Vreden II) ein weiterer ehemaliger SuSler. Nach dem Heimerfolg gegen Roxel am Wochenende hat Borken die Klasse so gut wie gehalten, letzte Zweifel kann es in der Partie in Stadtlohn beseitigen. In jüngerer Vergangenheit gab es zwischen der SG Borken und der ersten Mannschaft des SuS Stadtlohn allein freundschaftliche Vergleiche, die Stadtlohn sämtlich gewann. In der Bezirksliga traf die SG einige Male auf die SuS-Reserve. Das Hinspiel ging verdient mit 2:0 an die SG.

Die SG Borken in der Saison 2018/2019

Spielstätte: NETGO Arena, Feldmark 5, 46325 Borken
Vorjahresplatzierung: Platz 9
Saisonziel: Mittelfeldplatz

Torhüter: Ive Burkhardt, Jason Rudolph, Simon Windbrake.
Abwehr: Johannes Barenborg, Luca Blanke, Hans Niehues, Andre Dumpe, Sebastian Hahn, Daniel Meyer, Thilo Reining, Michael Schnipper, Stephan Warthun, Julian Wieczorek.
Mittelfeld: Jannik Bone, Eric Deelmann, Christoph Drolshagen, Max Gill, Fabian Huvers, Patrick Keulertz,  Alexander Lanfer, Hans Niehues, Giacomo Lopez Fernandez, Semir Sekic, Finn Luca Theben.
Angriff: Bastian Bone, Hamsa Omeirate, Alexander Robers, David Schmidt.

Zugänge: Johannes Barenborg (FC Vreden), Sebastian Hahn (SpVgg Vreden), Andre Dumpe, Alexander Lanfer (beide DJK Eintracht Coesfeld), Alexander Robers, Christoph Drolshagen, Ive Burkhardt (alle FC Viktoria Heiden), Julian Wieczorek (SC 26 Bocholt), Finn Luca Theben, Eric Deelmann (beide eigene Reserve), Hamsa Omeirate (SV Westfalia Gemen III), eigener Nachwuchs – im Winter: Giacomo Lopez Fernandez (TSV Marl-Hüls), Semir Sekic (SC Reken). 
Abgänge: Frederik Arnold-Hallbauer (VfL Rhede), Niklas Bellen, Patrick Bellen (SV Westfalia Gemen), Aljoscha Kamp (VfL Ramsdorf), Marcel Kröger (SC Südlohn 28), Tobias Ladermann (SC Reken).
Trainer: Ralf Bugla (im Winter für Wolfgang Korb).

www.sg-borken.de