23. Spieltag: Nächste enttäuschende Niederlage lässt Rückstand aufs rettende Ufer wachsen

Rettendes Ufer für Stadtlohn weiter weg
„Totenstille“ habe nach dem Spiel in der Kabine geherrscht, so Trainer Manfred Ostendorf. Sein SuS Stadtlohn musste sich bei Viktoria Heiden mit 1:2 geschlagen geben. Und da Konkurrent Dorsten-Hardt parallel gewonnen hat, liegt der SuS nun schon sechs Punkte von einem Nicht-Abstiegsplatz der Landesliga 4 entfernt.

Gekämpft, gelaufen und alles versucht hatten die Stadtlohner in den 90 Minuten plus sechs Minuten Nachspielzeit. Zum ersten Sieg 2019 reichte das alles aber wieder nicht. „Von daher kann ich der Mannschaft wider keinen Vorwurf machen. Uns fehlen nur oft die richtigen Entscheidungen und das nötige Glück. Außerdem erlauben wir uns zu krasse Fehler, die immer wieder bestraft werden“, analysierte der Trainer. Dabei dachte er auch an eine Szene zu Beginn der zweiten Halbzeit: Niclas Dormayer war frei durch auf dem Weg zur Gästeführung, statt abzuziehen, versuchte er einen Verteidiger auszuspielen. Der Ball war weg und der anschließende Konter brachte das 1:0 für Heiden. Nach einer Flanke von außen war Benedikt Hussmann erfolgreich (49.).

Die Gastgeber verteidigten in der Folge mit all ihrer Cleverness. Der SuS drückte zwar und war drauf und dran, zum Ausgleich zu kommen. Doch stattdessen ein erneuter Heidener Konter. Der Ball flog in den Strafraum zu Guido Vierhaus, der ihn per Volleyschuss zum 2:0 in die Maschen jagte (78.). Die Stadtlohner gaben sich noch nicht geschlagen. Der eingewechselte Hendrik Deitert schaffte mit einem erfolgreichen Fernschuss den Anschlusstreffer (84.). Doch mehr gelang den Gästen dann nicht.

In der ersten Hälfte hatte der SuS eine halbe Stunde gebraucht, um ins Spiel zu finden. Und er hätte bereits den ersten Gegentreffer kassieren können. Der fiel dann, als die Stadtlohner sich eigentlich berappelt hatten.

Quelle: Münsterland Zeitung

Viktoria nutzt Stadtlohns Verunsicherung
Dass da ein verunsicherter Gast auf dem Platz stand, war schnell zu erkennen. Es dauerte aber lange, ehe die Hausherren das gewinnbringend ausnutzen konnten. Nicht schön anzusehen war die erste Halbzeit, in der Heiden öfter den Ball hatte, aber genauso viele Schüsse aufs Tor abgab, wie der Gast: Nämlich nur einen. Viktorias stärkster Akteur Simon Brun zog in der 44. Minute aus 20 Metern ab. Daneben.

Erst nach der Pause wurd‘s abwechslungsreicher, wofür die Gastgeber verantwortlich waren. Eine butterweiche Flanke von Timo Gremme drückte Benedikt Hussmann am langen Pfosten lauernd per Kopf über die Linie (49.). Heiden stieg nun entschieden in die Zweikämpfe ein, eroberte die Bälle im Mittelfeld und machte Dampf nach vorne. Nur vier Minuten nach der Führung schickte Markus Seyer Timo Gremme auf die Reise. Allein vor Stadtlohns wackerem Schlussmann Stefan Mester aber entschied sich Gremme für ein Abspiel auf den mitgelaufenen Hussmann. Bei dem kam der Ball jedoch nie an. Und dann fischte Mester noch einen Schuss von Gremme aus dem unteren Eck (69.). „Ich wollte nach der Niederlage in Ahaus, dass wir die Grundtugenden des Fußballs wieder zeigen. Das haben wir getan“, sagte Benning, der nach 64 Minuten per Doppelwechsel die beiden brachte, die er – im Vergleich zur Startaufstellung vor einer Woche – zunächst auf die Bank verbannt hatte: Ferdinand Möllmann und Guido Vierhaus.

Und Letzterer sollte sich als Glücksgriff erweisen. Erneut hatte Gremme in der 78. Minute in den Strafraum geflankt, in dem Vierhaus trocken aus acht Metern vollendete. Das 2:0 sah wie eine Entscheidung aus. Als Stadtlohns Hendrik Deitert in der 85. Minute aus kurzer Distanz Heidens Schlussmann Corbin Drobe keine Chance ließ, begann jedoch das große Zittern in schwarz. Zumal sich Schiri Stefan Tendyck zu einem sechsminütigen Nachschlag entschied.

Quelle: Borkener Zeitung

Ausblick:

SuS will Punkte für Kopf und Tabelle
Die Spiele werden weniger, das Eis für den SuS Stadtlohn im Abstiegskampf der Landesliga dünner. Ein Erfolg am Sonntag im Kreisduell bei Viktoria Heiden (Anstoß 15 Uhr) wäre für die Berkelstädter enorm wichtig. „Uns wird niemand helfen. Nur wir selbst können uns da unten rausholen. Das haben meine Spieler auch verinnerlicht“, sagt Trainer Manfred Ostendorf, dessen Elf noch auf ihren ersten Sieg 2019 wartet. „So langsam muss ein Dreier her, auch um die Köpfe frei zu bekommen und die Lücke zum rettenden Ufer nicht zu groß werden zu lassen.“ Aktuell beträgt der Rückstand auf den ersten Nicht-Abstiegsplatz drei Punkte.

Doch die Hoffnung halten die Stadtlohner weiterhin aufrecht. Vergangene Woche beim 2:2 gegen den BSV Roxel hat Trainer Ostendorf viele gute Ansätze bei seinen Schützlingen gesehen. „Diesen Eindruck müssen wir in Heiden bestätigen und uns im Spiel nach vorne weiter verbessern.“ Nach wie vor ist der Angriff mit 23 Treffern in 22 Spielen ein Schwachpunkt beim SuS.

Gegner Heiden, mit 32 Punkten Tabellenneunter, hat bereits 37 Tore erzielt, nach dem 1:4 letzte Woche in Ahaus aber auch schon 46 kassiert – und damit sieben mehr als der SuS. „Die Heidener spielen eine Bomben-Saison. Wir werden alles reinwerfen müssen, Laufbereitschaft und Aggressivität sind für uns das A und O“, sagt Ostendorf. Wieder mithelfen können seinem Team Hendrik Deitert und Milan Tendahl, die jeweils nach abgesessener Sperre zurückkehren.

Quelle: Münsterland Zeitung

Unser Gastgeber:

Es ist zwar ein kleines Derby, aber um Meisterschaftspunkte haben der SuS Stadtlohn und Viktoria Heiden in jüngerer Vergangenheit nicht gegeneinander gespielt. Das 1:1 am achten Spieltag war somit eine Premiere, am 23. folgt nun die Neuauflage.

Die Viktoria zählt seit Anfang der 2000er-Jahre zum Inventar der Landesliga – 2014 stieg die Mannschaft dann sogar in die Westfalenliga auf und hielt sich dort drei Spielzeiten. Den SuS Stadtlohn verpasste Heiden, da dieser exakt in diesem Zeitraum in die Oberliga aufgestiegen war. Heiden zählt zum Fußballkreis Recklinghausen und ist bis zu ihrem jähen Aufstieg der letzten Jahre kaum in regionale Erscheinung getreten. Sie gehörte jahrzehntelang zum Inventar der Bezirksliga 12 und wurde auch schon mal in der Westmünsterland-Staffel 11 gesichtet.

In der vergangenen Saison konnte die Mannschaft um Trainer Thomas Benning den Abstieg durch einen starken Endspurt abwenden. Nach einem Herzschlagfinale in der Landesliga 4 reichte es noch zu Platz zwölf. Der große Umbruch blieb daraufhin aus. Ein Trio wechselte die Seiten zum Nachbarn SG Borken, Verstärkungen gab es aus der näheren Umgebung überwiegend aus unteren Spielklassen. Beim Trainingsauftakt gab Thomas Benning das Ziel aus, schneller in ruhigeres Fahrwasser zu gelangen. Untrennbar verbunden mit Viktoria Heiden ist der Name Seyer. Stürmer Markus Seyer ist der Torjäger schlechthin. Er hat auch in der abgelaufenen Spielzeit mit dafür gesorgt, dass die Viktoria weiter Mitglied der Landesliga ist. Besondere Stärken werden dem kompakten Team bei Standardsituationen nachgesagt.

Dank eines Zwischenspurts hat sich die Viktoria in der laufenden Saison in eine Position gebracht, die weitgehend die Planungen für eine kommende Landesliga-Spielzeit frühzeitig forcieren lässt. Nach der Hinrunde war Heiden nur Zwölfter. Die Ansprüche sind mit den Erfolgen gestiegen. „Ein einstelliger Platz, der soll‘s nun schon auf jeden Fall werden. Alles andere wäre eine Enttäuschung“, sagt Trainer Benning vor seiner Abschiedstournee als Hauptverantwortlicher. Zuletzt gab es beim 1:4 in Ahaus einen kleinen Rückschlag. Die letzten Vergleiche in der Wintervorbereitung 2016 und 2017 gewann der SuS auswärts. Ein gutes Omen?

Der FC Viktoria Heiden in der Spielzeit 2018/19
Spielstätte:
 Volksbankstadion, Am Sportzentrum 1, 46359 Heiden
Vorjahresplatzierung: Platz 12
Saisonziel: Klassenerhalt

Torhüter: Corbin Drobe, Tobias Terlau.
Abwehr: Fabian Baumeister, Simon Brun, Leon Harke, Benedikt Hussmann, Ferdinand Möllmann, David Rehms, Roman Seyer, Guido Vierhaus, Philipp Wiesmann.
Mittelfeld: Philipp Baumeister, Michael Elsing, Noah Flüthmann, Simon Gravermann, Malte Gremme, Timo Gremme, Lukas Lütkebohmert, Julian Menke, Jan Möllmann, Jan Rimbach, Philipp Risthaus, Simon Schmelting, Daniel Seyer, Nick Stenkamp.
Angriff: Tobias Baumeister, Sebastian Böing, Leon Booms, Tim Gollenia, Bernd Oenning, Markus Seyer.
Trainer: Thomas Benning. 

Zugänge: Simon Gravermann (TuS Velen), David Rehms (VfL Rhede II), Lukas Lütkebohmert (SC Reken), Corbin Drobe (SV Adler Weseke), Jan Rimbach (SV Westfalia Gemen), Guido Vierhaus (FC Oeding), Leon Booms, Julian Menke (eigene Reserve).
Abgänge: Alexander Robers, Christoph Drolshagen, Ive Burkhardt (alle SG Borken), Kai Storcks (TuS Velen).

www.viktoria-heiden.de