14. Spieltag: Thenties Freistoßtor sichert Punkt in Dülmen in dramatischer Schlussphase

Thentie sichert dem SuS spät einen Punkt
In einer dramatischen Schlussphase ergatterte der SuS Stadtlohn bei der TSG Dülmen zumindest noch einen Punkt. Der Rückstand auf Platz eins der Bezirksliga 11 beträgt für den SuS nun aber zwei Zähler.

In der letzten Minute der offiziellen Spielzeit lief ein Dülmener allein aufs SuS-Tor zu. Verteidiger Lars Sparwel holte ihn noch ein und stoppte ihn auf Kosten eines Strafstoßes. SuS-Keeper Jan Hintemann beschwerte sich lautstark und sah die Rote Karte wegen Beleidigung. Sein Vertreter Stefan Mester konnte den Elfmeter von Marcus Fischer nicht parieren – und mit dem Gegentor zum 1:2 schien der SuS besiegt (90.+3).

Doch damit wollten sich die Stadtlohner nicht abfinden, warfen noch mal alles nach vorn, erhielten einen Freistoß und Mario Thenti verwandelte diesen aus 22 Metern mithilfe des Innenpfostens zum 2:2-Endstand (90.+6). „Vor der Moral in der Schlussphase kann ich wieder nur den Hut ziehen“, so SuS-Trainer Stefan Rahsing. „Vorher haben wir es aber verpasst, das 2:0 oder das 3:1 zu schießen.“

Den ersten Stadtlohner Treffer erzielte Maximilian Rhein bereits nach 20 Sekunden, als die Dülmener ihm den Ball in die Füße spielten. Mit ihrer ersten Chance kam die TSG durch Tobias Korte dann zum Ausgleich (34.). Davor und auch danach ließen die Stadtlohner gute Chancen liegen.

Quelle: Münsterland Zeitung

Ausblick:

Am 14. Spieltag steht für den SuS Stadtlohn ein Vergleich mit großer Tradition an. Die TSG Dülmen und den SuS verbinden lange Zeiten und bewegende Duelle bis in die Oberliga hinein. Und beide Vereine feiern in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen. 1919 wurde der Turn- und Spielverein Dülmen gegründet, der im Jahre 1924 in Spielverein Union Dülmen und 1927 in VfL Dülmen umbenannt wurde. Dieser fusionierte im August 1936 mit dem TuS 84 Dülmen zur TSG Dülmen. Dabei wurden die Stadtfarben blau und gelb zu den Vereinsfarben. 1945 wurde der Verein nach den Wirren des Zweiten Weltkrieges wiedergegründet.

1924 wurde auch eine Fußballmannschaft gebildet. Am Ende der Saison 1949/50 gelang den Dülmenern die Meisterschaft in der Bezirksklasse Münster und der Aufstieg in die Landesliga Westfalen. Nach vierjähriger Ligazugehörigkeit stieg Dülmen 1954 wieder ab. Bis 1959 spielte die TSG Dülmen dann in der Bezirksklasse Recklinghausen. In den folgenden Jahrzehnten ging es zwischen Bezirksliga und Kreisklasse Coesfeld hin und zurück. Die erfolgreichste Saison der Fußballabteilung war 1993/94, als man ein Jahr lang in der seinerzeit drittklassigen Oberliga Westfalen spielte. Der SuS folgte 1994, man verpasste sich also knapp. Gemeinsame Zeiten wurden nachgeholt: 1996 stieg die TSG wiederum in die Oberliga auf und blieb bis 2003 als Klassenkonkurrent des SuS Stadtlohn viertklassig. Lange Jahre Hauptverantwortlicher war Wolfgang Ahlefelder, Aufstiegstrainer beim SuS Stadtlohn. Danach zog sich der Verein freiwillig zurück. 2011 folgte der sportliche Abstieg in die Bezirksliga. Im Jahre 2016 stieg die Mannschaft wieder in die Landesliga auf, musste aber bereits nach einem Jahr wieder absteigen.

Seitdem agiert Dülmen stets ambitioniert in der Bezirksliga. Im Vorjahr hatte man sich viel vorgenommen, am Ende kam Platz fünf heraus. Zur neuen Spielzeit gab es kleinere Veränderungen im Kader, dazu genommen wurden vor allem junge Spieler von den Kreisligisten aus Dülmen. Mit Marcus Fischer verfügt die TSG über einen sehr erfahrenen Mann, der Stadtlohn schon zu Oberligazeiten „über den Weg gelaufen“ ist – dies im Trikot des VfL Bochum II, der seinerzeit maßgeblich am unglücklichen Abstieg Stadtlohns aus der Oberliga beteiligt war. Fischer bildet das Trainerteam mit Philipp Schulte und tritt teils gar selbst noch als Offensivkraft in Erscheinung.

Nach ordentlicher Vorbereitung legte die TSG Dülmen fulminant los. Nach zwei Kantersiegen im Kreispokal (4:1 gegen Ottenstein, 7:3 gegen Alstätte)  –  die TSG gilt seit Jahre als ausgewiesener Pokalspezialist – folgten zwei hohe Erfolge über Borken-Hoxfeld und Olfen in der Meisterschaft – und Platz eins. Die Mannschaft schien die Worte des Trainers Fischers verinnerlicht zu haben: „Wir wollen mehr Punkte und mehr Tore als im Vorjahr – und eine bessere Platzierung.“ Auf einen Tabellenplatz wollte sich der Vorjahresfünfte nicht festlegen. Für viele Trainer zählte Dülmen vor der Saison neben Haltern II, Vorwärts Epe, Nordkirchen und Stadtlohn zu den Aufstiegsfavoriten. Diesen Anspruch konnte die Mannschaft zuletzt nicht mehr halten, aktuell steht Rang sieben zu Buche. Die Qualität im Kader ist aber unbestritten. Besonders aufmerksam auf sich macht seit Jahren die Offensive um die Torjäger Alexander Kock und Tobias Korte.

In den vergangenen Jahren trafen sich die ersten Mannschaften beider Vereine allein in Freundschafts- und vor allem in Pokalspielen. Dies meist in Endspielen. Dabei gingen sämtliche Vergleiche seit 2006 an den SuS Stadtlohn. In der Bezirksliga trafen sich die TSG und der SuS II in jüngerer Vergangenheit. Den letzten Vergleich in der Meisterschaft gab es am 13. April 2003 in der Oberliga Westfalen im damaligen Losbergstadion: Der SuS mit Trainer Manfred Ostendorf gewann durch ein Tor von Frank Rohmann mit 1:0.

Die TSG Dülmen in der Saison 2019/2020

Spielstätte: TSG-Stadion Dülmen, Grenzweg 100, 48249 Dülmen
Vorjahresplatzierung: Platz 5
Saisonziel: oben angreifen

Kader: Navid Ahmad, Gioel Aresu, Dominik Arnsmann, Philip Benterbusch, Patrick Bester, Yannick Dresemann, Mario Espeter, Roman Espeter, Marcus Fischer, Mazium Genc, Ahmed Ibrahim, Lucas Kettelake, Robin Kettner, Alexander Kock, Christian Korte, Tobias Korte, Dimitrios Koutinas, Lukas Langener, Daniel Möller, Aziz Retzep, Niko Richelmann, Florian Schwarz, Semih Tompa, Denis Usein
Zugänge: Philip Benterbusch, Niko Richelmann, Daniel Möller (alle DJK Dülmen), Yannick Dresemann (Adler Buldern)
Abgänge: Markus Sylla, Felix Wies (beide eigene Reserve), Max Peters (Ziel unbekannt), Fabian Schulte-Althoff, Batu Frahmann (beide VfL Senden)
Trainer: Marcus Fischer – Philipp Schulte

www.tsg-duelmen.de