10. Spieltag: Nächster glücklicher 3:2-Sieg / Jogy Krüchting und Alstätte verlangen SuS alles ab

Ein Südlohner stiehlt Krüchting die Show
Die dicke Überraschung wäre möglich gewesen. Letztendlich siegte aber doch der Tabellenerste beim Tabellenletzten. Spielertrainer Markus Krüchting wäre mit zwei Treffern für den VfB Alstätte beinahe zum Matchwinner geworden – letztlich stahl ihm mit Lars Sparwel aber ein anderer Südlohner die Show: Er traf zum 3:2-Sieg für den SuS Stadtlohn.

Auch wenn er nicht ganz fit war, ließ sich Krüchting den Startelf-Einsatz gegen seinen Ex-Klub nicht nehmen. Und die Stadtlohner schafften es kaum, den Stürmer in den Griff zu bekommen. Gerade vier Minute waren gespielt, da kam ein langer Ball auf Krüchting, der Keeper Jan Hintemann aussteigen ließ und ins Tor einnetzte – 1:0 für den Außenseiter.

Der SuS blieb auch danach das spielbestimmende Team, erspielte sich aber nur sporadisch Chancen. Ein starker Spielzug führte dann aber doch zum Ausgleich durch Maximilian Wolf (22.). Wer nun glaube, die Partie würde erwartungsgemäß in Richtung des Spitzenreiters kippen, den belehrte Krüchting eines Besseren. Nach Freistoß von Chris Schmäing stieg er hoch und köpfte zum 2:1-Pausenstand ein (34.).

In Durchgang zwei dann der schnelle Ausgleich: Am Ende einer „Ping-Pong“-Situation beförderte Nico Maas den Ball ins eigene Tor (51.). Doch auch danach boten sich dem VfB Chancen zum dritten Treffer. Die dickste ließ Johannes Feldhaus liegen, der bei seinem Handelfmeter ausrutschte, sodass der Ball leichte Beute für Hintemann war (57.). Der SuS, weiter tonangebend, kam weiterhin zu weniger Großchancen. Dennoch gelang der Siegtreffer: Nach einem Freistoß kam der Ball zu Sparwel, der nur noch den Fuß hinhalten musste (81.).

Krüchting lobte seine Alstätter trotzdem. „Wir haben richtig gut gearbeitet. Von den Chancen her wäre ein Sieg drin gewesen, ein Unentschieden absolut verdient. Aber so ist es im Fußball manchmal …“ SuS-Trainer Stefan Rahsing war „einfach nur froh, dass wir diese Derby-Woche hinter uns haben und sie so erfolgreich gestalten konnten. Wie wir die Punkte heute geholt haben, danach fragt in zwei Wochen keiner mehr.“

Quelle: Münsterland Zeitung

Ausblick:

Im kommenden Auswärtsspiel wartet auf den SuS Stadtlohn das nächste Derby. Die Partie beim VfB Alstätte ist allerdings nicht der erste Vergleich um Punkte zwischen den beiden Mannschaften. Echte Fans werden sich noch an die 80er-Jahre erinnern: Der VfB stürmte seinerzeit von der Bezirks- in die Verbandsliga und wieder zurück, der SuS erreichte nach 20 Jahren in der Landesliga 1984 die Verbandsliga. Und so traf man sich Anfang der 80er in der Landesliga.

Heute herrschen andere Zeiten, nun trifft man sich in der Bezirksliga wieder. Nach gut 20 Jahren ist der VfB zurück, der SuS nach 55. Der Aufstieg der Alstätter in der Vorsaison war sicher keine Sensation, in seiner Deutlichkeit aber schon eine dicke Überraschung. In seiner zweiten Saison als Trainer nahm Ex-SuSler Markus Krüchting in der ersten Serie Fahrt auf, um dann ungeschlagen durch die Rückrunde zu pflügen. Im April dieses Jahres stand die Meisterschaft dann schon fest, der Vorsprung betrug am Ende satte 17 Punkte. Wie in den Jahren zuvor gab es einen überlegenen Meister in der Kreisliga A, ein Zeichen, dass das Niveau in der Breite insgesamt seit Jahren abnimmt. Und viele Aufsteiger tun sich gleich schwer.

Mit Euphorie und nahezu mit unverändertem Kader ging Krüchting mit seinen Schützlingen dann das Projekt Klassenerhalt an. Alles andere sei utopisch. „Wir haben nicht die Mittel und werden weiter voll auf die Alstätter Jungs bauen“, betonte Krüchting vor der Saison. Er selbst hatte nach Rückkehr von Verletzung maßgeblichen Anteil am Bezirksligaaufstieg. In den 23-Mann-Kader rückten überwiegend Nachwuchsspieler aus dem eigenen Verein, im Laufe der Saison kamen auch schon aktuelle A-Jugendspieler zum Einsatz.

Schon früh zeigte sich, dass es ein Kampf um den Ligaerhalt werden könnte. Im ersten Pokalspiel gab es gleich eine 3:7-Packung gegen den Bezirksligakonkurrenten TSG Dülmen. Der Saisonauftakt gelang aber mit dem 3:0 über Billerbeck bemerkenswert. Es sollte bis heute der einzige Dreier bleiben. „Wir wissen, dass wir immer an unsere Leistungsgrenze kommen müssen, um bestehen zu können. Geschlossen und mit Leidenschaft. Das ist uns zuletzt immer besser gelungen – mit Ausnahme des Spiels in Lüdinghausen“, so Krüchting. Der VfB befinde sich in einem stetigen Lernprozess.

Das letzte Pflichtspiel zwischen beiden Mannschaften datiert aus dem Juli 2016. Im der ersten Runde des Kreispokals mühte sich der SuS als Oberligist zu einem 3:2 beim A-Ligisten. Einziger aktueller Stadtlohner auf dem Spielfeld seinerzeit war Justus Jaegers.

Der VfB Alstätte in der Saison 2019/2020
Spielort:
Sportplatz Alstätte, Am Bahnhof, 48683 Ahaus
Vorjahresplatzierung: Meister der Kreisliga A1
Saisonziel: Klassenerhalt

Kader: Michael Gerwing, David Große-Hündfeld, Lukas Terhürne - Henning Feldhaus, Johannes Feldhaus, Daniel Blickmann, Chris Schmäing, Nico Maas, Manuel Freckmann, Alexander Buß, Johannes Terhaar, Marius Elskamp, Frederik Maas, Jonas Termathe, Justus Heijnk, Yannick Busch, Tobias Terweh, Henning Leeners, Elias Blickmann, Marvin Busch, Stef Aagten, Fabian van Weyck, Justus van Weyck, Marcel Freckmann.
Spielertrainer: Markus Krüchting.