Die Schiedsrichter des SuS

Schiedsrichter des SuS Stadtlohn brauchen dringend Verstärkung

Der SuS Stadtlohn hat mit seinen "angerechneten" Seniorenfußball- und Juniorenfußballmannschaften vor allem im überregionalen Bereich mit die meisten gemeldeten Teams in der Region, für die Schiedsrichter gestellt werden müssen. Entsprechend hoch ist das geforderte Schiedsrichter-Soll von rund einem Dutzend Unparteiischen. Konnte der SuS vor einigen Jahren das Soll kurzzeitig zu 100 Prozent erfüllen, so kommt er aktuell nur noch auf rund 60 Prozent. Für die fehlenden Schiedsrichter zahlt der Verein gemäß der neuen Zwei-Stufen-Regelung hohe Ordnungsgelder, die man wesentlich sinnvoller im Juniorenbereich investieren könnte. Zudem wurde dem Verein ein Turnierverbot für den Seniorenbereich auferlegt. Entsprechend ist der Verein mehr denn je zuvor auf der Suche nach jungen wie erfahrenen Kickern, die sich der spannenden Herausforderung Schiedsrichter stellen möchten.

Weitere Informationen im Internet: http://www.flvw-kreis-1-sr.de/

Nähere Informationen für den Verein SuS Stadtlohn liefert gerne "unser" erfahrenster Unparteiischer:
Albert Fischer, Am Bülten 43, 48703 Stadtlohn, Tel. 02563/3283  

Der Vorstand des SuS Stadtlohn sowie die Fußballabteilung bedanken sich an dieser Stelle bei unseren Schiedsrichtern für Ihren vorbildlichen Einsatz.

Aktuell

Oliver Preckel verstärkt Bezirksliga-Riege

Über fünf neue Bezirksliga-Schiedsrichter darf sich der Fußballkreis Ahaus/Coesfeld freuen. Einer davon ist Oliver Preckel vom SuS Stadtlohn. Preckel legte sogar als einer von nur zwei Teilnehmern die theoretische Prüfung mit null Fehlern ab. Nach Andreas Bomers und Chris Pruß ist Preckel der dritte Schiedsrichter im SuS, der auf Bezirksligaebene zum Einsatz kommt.

Bei der jüngsten Verbandsprüfung in der Sportschule Kaiserau schafften zudem Stefan Heying (ASC Schöppingen), Andre Deelen (SG Gronau), Gordon Hoff (Fortuna Gronau) und Daniel Banken (FC Ottenstein) den Sprung auf die Verbandsebene. Neben dem theoretischen Test mussten die Schiedsrichter auch ihre körperliche Leistungsfähigkeit mit dem sogenannten Helsentest beweisen. In der Westfalenliga müssen die Schiedsrichter zum Beispiel sechs 40-Meter-Spurts  in höchstens 6,6 Sekunden sowie 20 Läufe á 150 Meter in jeweils maximal 35 Sekunden absolvieren. „Die Fehlerzahlen unserer Kandidaten waren gut bis sehr gut. Ich denke, dass sich die Prüfungsvorbereitungen in Holtwick und Vreden ausgezahlt haben“, zeigte sich Kreisschiedsrichterwart Christoph Haack zufrieden mit dem Ergebnis. Der Fußballkreis Ahaus/Coesfeld führt für seine Unparteiischen ab Kreisliga B aufwärts jährliche eigenständige Überprüfungen durch.

Der Kreis ist neben den neuen Bezirksliga-Schiedsrichtern weiterhin mit folgenden Unparteiischen auf Verbandsebene vertreten: Regionalliga: Philipp Hüwe (Eintracht Coesfeld); Oberliga: Alexander Wensing (Eintracht Ahaus); Verbandsliga: Marcel Benkhoff (Eintracht Ahaus), Christoph Dastig (Westfalia Osterwick), Holger Derbort (ASV Ellewick), Matthias Erning (TuS Wüllen), Christoph Hanck (SW Holtwick); Landesliga: Reinhold Dahlhaus (Eintracht Stadtlohn), Celal Gürbüz (SG Gronau), Florian Alexander Meer (ASV Ellewick), Patrick Terhürne (Spvgg. Vreden); Bezirksliga: Fabian Bodem (Eintracht Coesfeld), Andreas Bomers (SuS Stadtlohn), Jan Flotkötter (GW Lünten), Justin Gräfer (DJK Dülmen), Jan Hörsting (Brukteria Rorup), Daniel Kernebeck (Union Wessum), Maik Kerstan (Spvgg. Vreden), Simon Knappe (SG Coesfeld), Simon Krause (FC Ottenstein), Chris Pruß (SuS Stadtlohn), Patrick Reuwener (Eintracht Coesfeld) und Gerd Schulte (SuS Hochmoor).

Chris Pruß darf sich sogar Hoffnungen auf einen weiteren Aufstieg machen. „Das hängt aber von den kommenden Spielbeobachtungen und dem Vergleich zu den anderen Kandidaten ab“ erklärt Christoph Hanck, Vorsitzender des Kreisschiedsrichterausschusses, nach der Verbandsprüfung.

Verhaltener Optimismus
Nicht nur beim SuS Stadtlohn, auch kreisweit ist das Thema Schiedsrichter hoch aktuell. Der im Amt bestätigte Kreisschiedsrichterobmann Christoph Hanck stellt in einem Gespräch die derzeitige Lage dar:

Wer erinnert sich nicht noch an die Zeiten, als in den ehrwürdigen „Kampfbahnen" in der Region wie im Berkelstadion oder am Schützenweg in Stadtlohn oder am „Kluten" in Vreden Hinweisschilder am Eingang obligatorisch waren, nach denen dem 23. Mann der nötige Respekt entgegengebracht werden solle - ansonsten drohe der Veweis von der Anlage. Heute ist folgender Satz aus damaliger Zeit aktueller denn je: „Ohne Schiedsrichter geht es nicht!"

Das Thema Schiedsrichter ist derzeit auch im Fußballkreis Ahaus/Coesfeld ein bewegendes. Grund genug, beim Kreisschiedsrichterausschuss einmal nachzuhaken. Kreisschiedsrichterobmann Christoph Hanck nahm gerne Stellung - stellvertretend für seine engagierte Gilde

Auch wenn im Fußballkreis Ahaus/Coesfeld die Situation noch relativ rosig ist, so hat man auch im Umfeld mit dem demographischen Wandel zu kämpfen. Es gab bereits die ersten Jugendspiele, die nicht mehr offiziell besetzt werden konnten. Droht dies künftig auch im Seniorenbereich?
Hanck: Ausschließen kann man das leider nicht. Von vor einigen Jahren deutlich über 300 sind mittlerweile deutlich weniger als 300 Schiedsrichter übrig geblieben. Wenn sich der Trend so fortsetzt, würde es dazu kommen. Und Spiele, in denen einmal kurzfristig ein Schiri krank geworden ist, zeigen leider, dass es ohne neutralen SR oft Ärger gibt!

Förderlich war gewiss nicht die aktuelle Lage auf den Sportplätzen. Die Aggressivität hat im Amateurbereich deutlich zugenommen, was die Statistiken auf den Halbzeit-Staffeltagen widerspiegeln. Ist diese Entwicklung im SR-Lager spürbar? Gibt es persönliche Erfahrungen?
Hanck: Das ist eine traurige Wahrheit, ja. Klar ist, dass das absolut nicht förderlich ist, und es gibt auch arrivierte Schiedsrichter, die deswegen keine Lust mehr hatten. Und so etwas sorgt natürlich für erhebliche Unruhe unter den Schiedsrichtern. Hier müssen alle Fußballer verstehen, dass wir in einem Boot sitzen: Ich glaube nicht, dass Fußballer lieber ganz ohne Schiri spielen würden. Ich hatte selbst noch keine so extremen Erfahrungen. Ich frage mich aber tendenziell auch häufiger, was manche Spieler, Trainer und Zuschauer für ein Verhalten an den Tag legen.  Die meisten Schiedsrichter hören aber doch aus anderen Gründen auf: Oft geht es um zeitliche Belastung in der Schule, der Familie, dem Beruf oder aber gesundheitliche Probleme.

Auf dem Weg zur Trendwende

Entgegen dieser Tendenz scheinen die Vereine überwiegend die Zeichen der Zeit erkannt zu haben. Die jüngsten Anwärterlehrgänge verzeichneten ordentliche Teilnehmerzahlen. Wie ist die Resonanz/Stimmung unter diesen?
Hanck: Das freut uns natürlich sehr! Ich würde hier aber lieber noch nicht von einer Trendwende sprechen. Vor einigen Monaten ist noch ein Lehrgang mangels Masse ausgefallen. Aber wenn sich die Zahl aus Ottenstein in der Zukunft so bestätigt, soll es uns natürlich nur recht sein! Die Stimmung im Lehrgang ist meiner Wahrnehmung nach gut, und man kann durchaus einige Talente erkennen. Auch für Schiedsrichter gilt natürlich aber: ‚Die Wahrheit ist auf dem Platz.' Wir sind also gespannt, wie sich die Anwärter dort machen. Grundsätzlich sind wir optimistisch, wobei - wie eigentlich ja bei jedem Hobby - erfahrungsgemäß leider ein nennenswerter Teil nicht dabei bleibt. Klar ist natürlich aber: Wir haben lieber 50 Prozent von 50 Anwärtern, die dabeibleiben, als 50 Prozent von 15 Anwärtern!

Finanzielle Kriterien nicht entscheidend

Aber: Die zunehmend missliche Lage scheinen vermehrt gerade sogar junge Schiedsrichter ausnutzen zu wollen, um sich regelrecht von Vereinen im Mindersoll „kaufen" zu lassen. Viele Vereine gehen daraufhin sogar soweit, die teilweise günstigeren Ordnungsgelder für Mindersoll in Kauf zu nehmen. Wie kann man dieser zudem ungünstigen Entwicklung/Reputation entgegentreten?
Hanck: Es gibt hier in der Tat wie bei Spielern gewissermaßen einen ‚Transfermarkt'. Der ist allerdings meiner Meinung nach nicht sehr groß, und ich würde hier auch nicht von ‚kaufen' sprechen. Meinem Eindruck nach wechseln kaum Schiedsrichter nur aus finanziellen Gründen, sondern wenn sie sich in ihren Vereinen nicht wertgeschätzt fühlen. Wenn ein 15-Jähriger vom Verein gefragt wird, zu pfeifen, aber danach - plakativ gesprochen - das XXL-Trikot des pensionierten Altherren-Schiris bekommt, ist er natürlich enttäuscht - erst recht, wenn die Mannschaften in neuen Trikots spielen oder ordentlich Geld für Trainergehälter in der ersten Herrenmannschaft da ist. Geld spielt hier aber für die Schiedsrichter nicht die erste Rolle: Viele der Vereine, die nicht im ‚Mindersoll' sind, zahlen gar nicht viel. Da gibt es oft einen engagierten Betreuer, der die Schiedsrichter mal mit zu einem Bundesligaspiel nimmt, ein offenes Ohr bei Problemen hat, bei den ersten Spielleitungen mitfährt und unterstützt, danach mal Fahrdienste organisiert, einen Grillabend macht, oder alle zusammen zu den Feiern der Vereine eingeladen sind. Dass manche Vereine lieber das ‚günstigere' Ordnungsgeld zahlen als Schiedsrichter auszustatten, ist auch kaum den Schiedsrichtern vorzuwerfen. Ich werbe für die Einsicht, dass Schiedsrichter genauso als Sportler zum Fußball dazugehören wie die Spieler. Und so verursachen sie eben - gerade die jungen - Aufwand - zeitlichen und finanziellen. Vereine freuen sich ja auch, wenn sie z.B. eine zweite B-Jugendmannschaft melden können und verzichten nicht darauf, weil ein weiterer Trikotsatz besorgt werden muss! Dass es der Ordnungsgelder bedarf, ist eigentlich also traurig. Und wenn mancherorts nur aufs Geld geguckt wird und die Schiris nicht als gleichwertige Sportler gesehen werden, beweist das höchstens, dass für solche Vereine die Ordnungsgelder zu gering sind. Insgesamt sehe ich viele Vereine hier aber auf einem ordentlichen Weg. Und davon ab: Ein frisch ausgebildeter Schiri zählt in den ersten Jahren - genau um Auswüchsen auf dem ‚Transfermarkt' vorzubeugen - auf jeden Fall für den Verein, der ihn zuerst gemeldet hat.

Sportliches Vorbild SuS Stadtlohn

Neben dem Nachwuchs wird es zunehmend wichtiger, auch erfahrene „Ex-Fußballer" für den SR-Job zu gewinnen? Wie sieht in dieser Hinsicht die Entwicklung aus, um eine gesunde Struktur zu gewährleisten?
Hanck: Das stimmt zu 100 Prozent. Wir freuen uns über jeden 15-Jährigen - klar ist aber auch, dass er in den ersten Jahren keine Seniorenspiele leitet - und erst mal auch keine A-Jugend. Demgegenüber kann sich ein ehemaliger Seniorenspieler relativ schnell auch bei den Herren durchsetzen. Das Fußballverständnis bringt er ja nach 25 Jahren Erfahrung auf dem Platz schon mit. Wir würden uns also sehr freuen, wenn aus dieser Richtung mehr ‚Nachwuchs' käme. Und ich glaube, dass es für ‚Ex-Fußballer' auch attraktiv ist: So kann man noch lange aktiv auf dem Platz mitmachen, wenn sich die ehemaligen Mitspieler sonntags um 15 Uhr nur noch an die Bande lehnen und zugucken. Ich bin jetzt 34 und könnte als Spieler nicht mehr viel bewegen - falls ich das jeals überhaupt konnte - pfeife aber immer noch in der Verbandsliga. SuS Stadtlohn zeigt ja, dass da sehr ordentlicher Fußball gespielt wird, und es ist toll dort mitzumachen. Man kommt zwar nicht mehr so weit, wenn man erst in meinem Alter anfängt, aber Kreisliga A oder Bezirksliga ist auch gehobener Fußball. Und das ist noch absolut drin! Einfach ist es aber natürlich nicht, solche Leute zu finden: In dem Alter werden Familien gegründet, Häuser gebaut und der Job fordert viel Zeit. Da ist auf den ersten Blick ein neues Hobby erst einmal zu viel. Ich würde da aber sagen: Es ist ein guter Weg Sport zu treiben, was eh jeder tun sollte.

Nachdruck im Lebenslauf

Zum Schluss: Wie kann einem künftigen Schiedsrichter im Amateurfußball dieses so spannende Hobby schmackhaft gemacht werden? Welche Perspektiven ergeben sich - heute mehr denn je zuvor?
Hanck: Einige Punkte habe ich ja gerade genannt: Man bleibt aktiv, vielleicht sogar in hohen Ligen. Als junger Schiri kann man es auch durchaus mit aktivem Fußball kombinieren, man muss also nicht aufhören zu spielen. Daneben: Wir sind eine super Gemeinschaft, vor allem für die Jüngeren sind die Spesen - man wird aber sicher nicht reich - eine nette Aufbesserung des Taschengeldes. Lehrgang und Fortbildungen bereiten aufs Pfeifen vor. Man kommt viel rum, lernt viele und spannende Leute kennen. Man lernt, seinen Mann oder seine Frau zu stehen und sich durchzusetzen, was der Persönlichkeitsentwicklung ungemein zugute kommt. So ein Hobby sehen auch Arbeitgeber oft gerne. Man treibt Sport und bleibt fit. In der Bundesliga - in der man als Schiri übrigens umsonst ins Stadion kommt - legt der Schiedsrichter oft die meisten Kilometer zurück! Nicht zuletzt ist es natürlich ein Ehrenamt. Man sollte also Spaß daran haben, etwas Gutes zu tun! Klar ist auch: Man darf nicht zu empfindlich sein. Alle Schiedsrichter machen Fehler, also sollte man (sachliche) Kritik daran akzeptieren können.

www.flvw-kreis-1-sr.de

Grundlegende Informationen zum Schiedsrichterwesen

(Text: ehem. stellv. Vorsitzender Kreisschiedsrichterausschuss, heutiger Staffelleiter Senioren Manfred Nieland, Ottenstein)

Schiedsrichter sind ein unverzichtbarer Bestandteil des Fußballsports. Sie garantieren dafür, dass die durch Regeln und Satzungen gesteckten Grenzen sportlicher Fairness nicht überschritten werden. Ein Fußballspiel ohne Schiedsrichter kann niemand wollen. Leider sind nicht alle an diesem Sport Beteiligte sich dieser elementaren Bedeutung der Schiedsrichter immer bewusst. So kommt es, dass die Attraktivität dieses Hobbys stark nachgelassen hat und demzufolge seit Jahren ein starkes Defizit im SR-Bereich - gemessen ander Zahl der spielenden Mannschaften - zu beklagen ist. Dieses Ungleichgewicht auszugleichen ist Aufgabe der am Spielbetrieb beteiligten Vereine. Für den FC Ottenstein bedeutet dies, dass wir, um den Spielbetrieb zu besetzen, acht SR für das SR-Soll des Vereines stellen. Dies setzt sich aus folgenden Kriterien zusammen: 4 Seniorenmannschaften, 1 Damenmannschaft, 2 A-Junioren und 1 B-Junioren. Sie sind nach der Satzung verpflichtet, für jede am Spielbetrieb teilnehmende Mannschaft einen Schiedsrichter zu stellen, ab Landesliga aufwärts sogar drei. Viele Vereine kommen dieser Verpflichtung nur unzureichend nach, so dass der Westdeutsche Fußball- und Leichtathletikverband (WFLV) sich vor Jahren schon gezwungen sah, durch den so genannten "Drei-Stufen-Plan" (abgestufte Sanktionsmaßnahmen bei Nichterfüllung des Schiedsrichter-Solls) dieser Misere abzuhelfen und die Vereine zu stärkerem Engagement bei der Meldung von Schiedsrichtern zu veranlassen. Der Deutsche Fußballbund (DFB), ebenso wie der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW), unterstützen die Arbeit der Vereine insofern, als sie Material zur Schiedsrichter-Werbung zur Verfügung stellen.

Die Ausbildung

Nach wie vor aber sind die dem FLVW angeschlossenen Vereine verantwortlich für die Meldungen von für das Schiedsrichteramt geeigneten Interessenten. Diese Meldung erfolgt an den jeweiligen Kreisschiedsrichterausschuss, der in seiner Verantwortung jährlich ein- biszweimal so genannte "Schiedsrichteranwärter-Lehrgänge" durchführt, in denen die Interessenten mit den Grundzügen der 17 Fußballregeln vertraut gemacht und auf ihren praktischen Einsatz vorbereitet werden. Die Ausbildungszeit beträgt etwa 15 bis 20 Stunden, die - in einzelne Lehrgangsabschnitte zusammengefasst - über mehrere Wochen bzw. Wochenenden verteilt werden. Abgeschlossen wird der Lehrgang durch eine Prüfung, die aus einem theoretischen und einem praktischen Teil besteht. Die theoretische Prüfung besteht aus 30 Regelfragen, wovonmindestens 24 für das Bestehen der Prüfung richtig beantwortet werden müssen. Bei sieben und acht Fehlern besteht allerdings die Möglichkeit einer mündlichen Nachprüfung, die unmittelbarangeschlossen wird. Die praktische Prüfung besteht ausschließlich aus Laufdisziplinen, und zwar einem 1 x 50-Meter-Lauf, einem 1 x 100-Meter-Lauf und einem 1000-Meter-Lauf. Es dürfen nicht überschritten werden:

Herren:
50 m - 9,5 Sekunden
100 m - 16,6 Sekunden
1000 m - 5,30 Minuten

Damen:
50 m - 11,0 Sekunden
100 m - 19,0 Sekunden
1000 m - 6,0 Minuten

Die so genannte "Anwärter-Prüfung" ist bestanden, wenn beide Teilprüfungen erfolgreich absolviert wurden. Scheitert der Anwärter an einer dieser Prüfungen, gilt die gesamte Prüfung als nicht bestanden. Bei einer späteren Wiederholung muss dann aber nur noch die Teilprüfung wiederholt werden, die nicht bestanden wurde. Nach Abschluss der Prüfung erhält der Schiedsrichter einen Ausweis, der ihn als Schiedsrichter legitimiert und zum kostenlosen Besuch aller Fußballspiele im Bereich des DFB berechtigt (wenn für einzelne Wettbewerbe nicht besondere Regelungen gelten ).

Der Erfolgsweg

Im Normalfall werden die neuen Schiedsrichter zunächst für eine gewisse Zeit im Jugendspielbetrieb eingesetzt, ehe sie in den Seniorenbereich übernommen werden (sofern sie das 18. Lebensjahr vollendet haben). Die Weiterbildung der Schiedsrichter erfolgt in den Kreisen bei den so genannten "Monatsschulungen", deren Besuch verpflichtend für jeden Schiedsrichter ist. Für höhere Spielklassen geeignete Schiedsrichter werden im Allgemeinen durch den Verband weitergebildet. Jährlich können die Kreise dem Verbandsschiedsrichterausschuss Schiedsrichter melden, die sie für qualifiziert halten, in höheren Spielklassen eingesetzt zu werden. Diese gemeldeten Schiedsrichter werden in so genannten "Aufstiegskadern" zusammengefasst, zweimal jährlich in zentralen Lehrgängen durch den Verbandsschiedsrichterobmann und die beiden Verbandsschiedsrichterlehrwarte geschult, in Verbandsspielen beobachtet und am Ende des Spieljahres geprüft. Die Ergebnisse aus dem Regeltest, der körperlichen Leistungsprüfung und den Beobachtungen entscheiden über den Aufstieg bzw. im Kader A (dem alle Schiedsrichter ab Oberliga aufwärts angehören) auch über den Abstieg. Organisiert sind die Schiedsrichter auf Kreisebene in den "Kreisschiedsrichtervereinigungen". Diese wählen in dreijährigem Turnus ihren Vorstand, den Kreisschiedsrichterausschuss (KSA), dem außer dem Kreisschiedsrichterobmann (KSO) und den beiden Kreisschiedsrichterlehrwarten (KSL) nach der Satzung vier weitere Beisitzer angehören. Der KSA ist der Ansprechpartner auf Kreisebene für alle Bereiche der Schiedsrichter betreffenden Belange, und er regelt sowohl die kreisliche Aus- und Fortbildung der Schiedsrichter, als auch deren Einsatz in den Spielklassen des betreffenden Fußballkreises.

Wie werde ich Schiedsrichter?

Voraussetzungen:
Alter 16 Jahre, Mitglied in einem Verein, Interesse am Fußball, Einsatzbereitschaft für jährlich mindestens 20 Spielleitungen und Teilnahme an Weiterbildungsveranstaltungen an sechs bis zwölf Tagen pro Jahr.

Ausbildung:
Je nach Landesverband 20 bis 30 Unterrichtsstunden im Zeitraum von drei bis zwölf Ausbildungstagen innerhalb von einer Woche bis sechs Wochen. Dabei Einführung in die Grundzüge der Fußballregeln.

Prüfung:
Schriftliche (Beantwortung von Regelfragen) und auch körperliche Prüfung.

Einsätze:
Je nach Prüfung, je nach Alter im Junioren- und auch schon im Senioren-Bereich, beginnend in den Basisklassen. Hierbei erfolgt möglichst Betreuung durch erfahrene Kollegen ("Paten").

Aufstieg:
Die Eignung für die höhere Spielklasse wird durch Schiedsrichter-Beobachter, durch regelmäßige Teilnahme an Lehrabenden/Training und durch persönliche Qualifikation festgestellt. Ab Landesliga benötigt jeder Kandidat pro Spielklasse grundsätzlich fast zwei Jahre.

Finanzen:
Die Sportkleidung stellt in der Regel Verein. Viele Vereine zahlen auch oder stattdessen eine jährliche Vergütung, die sich eventuell nach der Anzahl der besuchten Schulungsabende richtet. Die Fahrtkosten zu den Spielleitungen werden ersetzt, daneben gibt es zurzeit abhängig von der Spielklasse Aufwandsentschädigungen zwischen fünf Euro im Jugendbereich bis zu 3000 Euro im Seniorenbereich (Bundesliga).