30. Spieltag: Erste verkauft sich zum Abschluss teuer, belohnt sich aber erneut nicht

Eintracht läuft trotz Sieg im Derby als Vierter ein
Trotz des Sieges im Derby gegen den SuS Stadtlohn ist Eintracht Ahaus am letzten Spieltag noch auf den vierten Platz der Landesliga abgerutscht. Kinderhaus sicherte sich den Relegationsplatz und Münster 08 zog nach Toren vorbei. Lange Gesichter machten die Ahauser deshalb aber nicht. Nach dem 1:0 herrschte sowohl bei den Gastgebern als auch beim SuS, bereits in der Vorwoche abgestiegen, gelöste Stimmung.

Lange standen die Ahauser nach dem Schlusspfiff noch im Mannschaftskreis zusammen und ließen ihre starke Saison kurz Revue passieren. Seinen Ausstand gab dabei Trainer Jens Niehues. „Dass wir am Ende nur Vierter sind, ist natürlich ärgerlich. Aber heute überwiegt einfach das Positive. Ich hatte ein tolle Zeit in Ahaus, in der ich viele tolle Menschen kennengelernt habe.“

Auch sein Gegenüber Manfred Ostendorf, der seinen Klub ebenfalls verlässt, fand trotz der abschließenden Niederlage warme Worte: „Ich bin stolz, Trainer dieser jungen Mannschaft gewesen zu sein. Sie hat heute wieder gezeigt, was sie auch gegen starke Mannschaften imstande ist zu leisten. Ich hoffe, dass diese Saison einen Lerneffekt für die Jungs hatte und sie nächstes Jahr mehr Erfolg in der Bezirksliga haben.“

Aus SuS-Sicht war die Partie das Spiegelbild der gesamten Saison: Viel investiert, dicke Chancen herausgespielt, und am Ende doch ohne Lohn. Dabei sprach nach dem frühen 1:0 alles für Ahaus. Thorben Stratmann, ebenfalls letztmalig für die Eintracht im Einsatz, flankte auf Koray Arslan, dessen Volleyabnahme Christoph Steverding parierte, aber gegen den Abstauber von Maximilian Hinkelmann machtlos war (2.).

In der Folge entwickelte sich ein rassiges Derby, in dem beide Teams einander nichts schenkten und sich Chancen herausspielten. Die dicksten boten sich den Gäste in der 39. Minute: Erst parierte Christian Teriet stark gegen Milan Tendahl und kurz darauf auch gegen Niclas Dormayer. Im zweiten Durchgang verflachte die Partie etwas. Teriet hielt die Eintracht-Führung in der 75. Minute mit einer überragenden Parade gegen Dormayer fest. Der Stürmer hatte dann in Nachspielzeit nach Foul an ihm selbst von Hendrik Vennemann die dicke Chance vom Elfmeterpunkt. Er setzte den Ball aber nebens Tor. So blieb es beim glücklichen Ahauser Sieg.

Quelle: Münsterland Zeitung

Ausblick: 

Abschied mit einem Hauch von Spannung
Zeit zum Abschied nehmen am Sonntag im Ahauser Stadtpark. Während die Frage nach dem Wohin für die abgestiegenen Gäste vom SuS Stadtlohn bereits geklärt ist, bietet sich Eintracht Ahaus die letzte Chance, sich für die Aufstiegsrelegation zu qualifizieren. Die Zuschauer erwartet also sicher kein Landesliga-Derby wie jedes andere.

Tschüss sagen heißt es am Sonntag nicht nur die Stadtlohner, für die es bis auf Weiteres das letzte Spiel in der Landesliga sein wird. Auch die beiden Trainer stehen ein letztes Mal in der Meisterschaft für ihre aktuellen Klubs an der Seitenlinie. Manfred Ostendorf beendet seine zweite Amtszeit am Losberg mit dem bitteren Abstieg und legt nach der Saison eine Pause ein. Sein Gegenüber, Jens Niehues, trainiert in der kommenden Saison mit GW Nottuln einen frisch gebackenen Westfalenligisten. Ob er die Eintracht ebenfalls in diese Spielklasse befördern kann, hängt vor allem vom Ausgang der Partie Westfalia Gemen gegen Westfalia Kinderhaus ab. Kinderhaus belegt mit 56 Punkten als Zweiter den Relegationsplatz, Ahaus (54 Punkte) muss also auf eine Kinderhauser Niederlage hoffen und natürlich selbst gegen Stadtlohn gewinnen. Spielt Kinderhaus unentschieden, ist Ahaus im Siegesfall zwar punktgleich, muss aber 15 Tore Differenz aufholen – eher unwahrscheinlich.

Beim Thema Relegation gibt sich Jens Niehues betont gelassen. „Ich gehe fest davon aus, dass Kinderhaus gewinnen wird und werde mich auch während des Spiels nicht über Zwischenstände informieren.“ Ihm gehe es in erster Linie darum, nach sieben Jahren als Spieler und Coach der Eintracht „noch mal alles aufzusaugen und ein hoffentlich schönes Spiel zu erleben“. Die Stimmung in der Mannschaft sei absolut gelöst und von Freude über eine starke Saison geprägt. „Die Jungs haben richtig Bock, im Derby noch mal alles rauszuhauen.“ Am Freitag stand ein interner Abschluss mit Essen und Trinken an, ehe am Sonntagabend die Vereinsfeier mit Verabschiedungen unter anderem von Niehues, Co-Trainer Andre Hippers sowie den Spielern Thorben Stratmann, Niklas Lukas und Sedat Semer folgt. Wer davon noch zum Einsatz kommt, wird sich zeigen.

Beim SuS will Manfred Ostendorf mit Christoph Steverding einen Torwart aufbieten, der in dieser Saison noch nicht zum Zug kam. Ansonsten gehe es einfach darum, sich vernünftig zu verabschieden. „Der Schmerz sitzt noch tief und es wird ein schwerer Gang für uns“, sagt Ostendorf. „Wir kennen die Ahauser Stärken und werden versuchen, das Beste rauszuholen.“

Quelle: Münsterland Zeitung

Unser Gastgeber:

Das zweite Meisterschafts-Derby der „Neuzeit“ zwischen dem SV Eintracht Ahaus und dem SuS Stadtlohn wird auch das vorerst letzte sein. Während die Eintracht am letzten Spieltag noch um eine letzte Chance auf Relegationsplatz zwei spielt, ist der Abstieg des SuS seit dem vergangenen Wochenende besiegelt. An weitere Derbys in Punktespielen der beiden Ersten können sich sicher die Altherren in beiden Vereinen noch gut erinnern – meist vor großer Kulisse. Insgesamt 21 Jahre spielte Ahaus neben 50 Jahren Bezirksliga in der Landesliga, Höhepunkt der Klubgeschichte waren drei Jahre Verbandsliga (1968 bis 1971).

Mittlerweile hat sich Eintracht Ahaus in der Landesliga mehr als etabliert, sie spielt die mit Abstand beste Saison der jüngeren Vergangenheit. Platz drei und über 50 Punkte wurden noch nie erreicht seit dem Aufstieg vor gut neun Jahren unter dem Ex-SuSler Stefan Bennink. Aktuell ist mit Jens Niehues ein Stadtlohner am Ruder – am Saisonende endet eine fünfjährige Ära, Reservecoach Frank Wegener, auch schon Co-Trainer beim SuS Stadtlohn, übernimmt dann. Niehues geht zum Westfalenligaaufsteiger GW Nottuln. Gleichsam verlassen wird den SV Co-Trainer Andre Hippers, ebenso lange Jahre für die Erste des SuS aktiv. Er wird Spielertrainer beim Bezirksligisten FC Epe. Die Stadtlohner Farben sind auch im aktuellen Kader stark vertreten, was den Lokalcharakter weiter verstärkt. Einige Ahauser, die die Jugendabteilung des SuS durchlaufen haben, sind mittlerweile zurückgekehrt.

Was der Eintracht in der jüngeren Vergangenheit fehlte, war Konstanz. Qualität, um ganz oben anzuklopfen, schien immer wieder durch. So auch in der laufenden Saison, in der der Vorjahreskader mit wenigen Veränderungen den Kern bildet. Nach schwieriger erster Serie hat sich Ahaus aber stabilisiert und ist in der Rückrunde ein Beleg für Qualität und Selbstvertrauen. Defensiv ist die Mannschaft von Beginn an recht stabil, nun klappt es auch mit dem Toreschießen – nicht zuletzt dank der bemerkenswerten Entwicklung von Torjäger Maximilian Hinkelmann. Der erfahrene Kader besitzt eine gute Struktur – auch ein Verdienst einiger früherer Stadtlohner Leistungsträger wie Kai Erning, Andre Hippers oder auch Hendrik Vennemann.  

Die letzten Vergleiche in Freundschaftsspielen gab es zwischen beiden Vereinen beim Eintracht- Pokal, dem Sommervorbereitungsturnier in Ahaus – jeweils mit dem besseren Ende für Eintracht Ahaus. Zuletzt gewann die Eintracht im Juli 2018 mit 2:1, eine Wiederholung gibt es beim Eintracht-Pokal 2019 im Juli. Das Hinspiel auf mäßigem Niveau ging ebenso verdient an Ahaus. Die ganz große Brisanz ist nicht nur wegen des vorzeitigen Abstiegs Stadtlohn diesem zweiten Derby genommen. Durch das Remis in Roxel hat die Eintracht auf den Konkurrenten aus Kinderhaus auf Platz zwei zwei Punkte Rückstand und die deutlich schlechtere Tordifferenz. Man braucht folglich Schützenhilfe aus Gemen, das Kinderhaus parallel schlagen muss, und einen eigenen Sieg gegen Stadtlohn. Dass es für beide Trainer der vorerst letzte Auftritt mit der jeweiligen Mannschaft ist, das hebt den Anreiz dieser Partie noch einmal an. Neben dem Derbycharakter. Stadtlohn kann sich für die Hinspielniederlage revanchieren.

Der SV Eintracht Ahaus in der Spielzeit 2018/2019

Spielstätte: Augenklinik Ahaus Arena, Graeser Straße 1, 48683 Ahaus
Vorjahresplatzierung: Platz 7
Saisonziel: 
oberes Tabellendrittel

Torhüter: Niklas Lukas, Christian Teriet.
Abwehr: Timo Brillert, David Farwick, Tobias Hemling, Jan Honekamp, Thorsten Hüsing, Hendrik Vennemann.
Mittelfeld: Kai Erning, Andre Hippers, Devin Hoffmann, Christopher Ransmann, Bryan Nicolai Reinfeld, Thorben Stratmann, Andre van den Berg.
Angriff: Rene Böing, Esad Dayan, Maximilian Hinkelmann, Sedat Semer, Lannart Varwick.
Trainer: Jens Niehues – Co-Trainer: Andre Hippers.

Zugänge: René Böing (SV Gescher), David Farwick (eigene Reserve), Jan Honekamp (eigene A-Junioren).
Abgänge: Tim Schücker (SpVgg Vreden), Marcel Terbrack (FC Vreden), Dennis Wüpping (SC Münster 08), Saffet Semer (Vorwärts Epe), Kevin Dücker (Ziel unbekannt).

www.eintracht-ahaus.com

Das Hinspiel:

Effektive Eintracht gewinnt das Derby
Mit dem Derbysieg am Sonntag beim SuS Stadtlohn schob sich Eintracht Ahaus auf den vierten Rang vor. Gleichzeitig finden sich die Stadtlohner nach dem 0:2 vor 320 Zuschauern im Hülsta-Sportpark auf einem Abstiegsplatz der Landesliga-Tabelle wieder. Die Gastgeber ließen dabei gerade in Sachen Kampfkraft und Mentalität vieles vermissen.

Nein, ein Leckerbissen war es nicht, was die Konkurrenten dem Publikum anboten. Sicherlich war das auch dem recht weichen Rasenplatz geschuldet, aber auch die Durchschlagskraft im Spiel nach vorne fehlte beiden Mannschaften in vielen Situationen. Oder andersherum: Beide Defensivreihen agierten ziemlich souverän. So keimte echte Torgefahr auf beiden Seiten meistens nur bei Standardsituationen auf. Und so ging in der 17. Spielminute erstmals ein Raunen durchs Stadion, als Stadtlohns Milan Tendahl mit einem Freistoß den Torwinkel anvisierte. Doch Niklas Lukas, der frühere SuSler im Eintracht-Gehäuse, roch den Braten und klärte zur Ecke. Nur eine Minute später musste sich Lukas erneut ganz lang machen, um einen Heber von Hendrik Deitert noch über den Querbalken zu lenken.

Trotz dieser Chancen waren die Ahauser bis hierhin das optisch überlegene Team. Und sie nutzten danach gleich ihre erste Chance zur Führung. Nach einer Ecke verlängerte zunächst David Farwick per Kopf, Tobias Hemling tauchte unbewacht am langen Pfosten auf und drückte das Spielgerät zum 0:1 über die Linie (21.). Stefan Mester, erst kurz vor Anpfiff für den verletzten Jan Hintemann ins Tor gerückt, war machtlos. Die Stadtlohner versuchten, eine Antwort zu geben, kamen aus dem Spiel heraus aber fast nie zum Abschluss. Chancen zum Ausgleich verbuchten bis zur Pause noch Jens Büsker mit einem Freistoß, der knapp am Tor vorbei strich (28.), und Hendrik Deitert mit einem Versuch aus spitzem Winkel (38.).

In der Halbzeitpause nahm SuS-Trainer Manfred Ostendorf gleich zwei Wechsel vor. Jannik Buning kam für Maximilian Wolf und Leon Komnik, früherer Eintrachtler, ersetzte Milan Tendahl. Der SuS wirkte nun etwas schwungvoller, weiterhin ließ die Ahauser Verteidigung aber kaum etwas anbrennen. Die SuS-Hoffnung bremsten die Eintrachtler dann aber mit ihrem zweiten Treffer erheblich. René Böing ließ mehrere Verteidiger stehen, spielte sich klasse über die linke Bahn bis zur Grundlinie durch, von wo aus er zum freistehenden Esad Dayan zurücklegte, der unbedrängt das 0:2 markierte (59.).

Die Eintracht tat danach nur noch das Nötigste, sah sich dann ab der 70. Minute einer Serie von Stadtlohner Ecken und Freistößen gegenüber. Doch entweder klärte ein Ahauser Feldspieler oder Keeper Lukas war auf dem Posten. So endete das erste Liga-Derby seit 1984 mit einem Auswärtssieg, den sich die Ahauser vor allem mit der nötigen Effektivität verdienten. Während sie weiter im oberen Tabellendrittel mitmischen, stehen dem SuS vor der Winterpause noch zwei wichtige Duelle mit den direkten Keller-Konkurrenten VfB Hüls und SG Bockum-Hövel bevor. Dort wird die Mannschaft wieder zeigen müssen, dass sie den (Abstiegs-)Kampf annehmen will.

Quelle: Münsterland Zeitung