26. Spieltag: SuS verliert in Senden und kann Patzer des einzig verbliebenen Konkurrenten Dorsten nicht nutzen

2:3 in Senden wirft den SuS zurück
Vieles von dem, was den SuS Stadtlohn zuletzt in der Landesliga stark gemacht hatte, konnte er im Gastspiel beim VfL Senden am Sonntag nicht auf den Platz bringen. So stand am Ende eine 2:3-Niederlage, durch die Stadtlohner auf einem Abstiegsplatz bleiben. „Wir haben das Spiel aufgrund der ersten Halbzeit verloren, weil wir keinen Zugriff auf das Spiel gefunden haben und nicht gut in die Zweikämpfe gekommen sind“, analysierte SuS-Trainer Manfred Ostendorf.

Dabei verlief der Start ganz nach dem Geschmack der Stadtlohner. Nach einem Foul an Hendrik Deitert zeigte der Schiedsrichter auf den Elfmeterpunkt und Durim Feta traf souverän zum 0:1 (6.). Die erhoffte Sicherheit machte sich durch die Führung aber nicht breit. Stattdessen kamen die Gastgeber immer besser in die Partie und auch schnell zum Ausgleich. Nach einer Flanke durfte Tim Castelle am langen Pfosten unbedrängt einköpfen (15.). Auch danach kam der SuS nicht zur Entfaltung und verursachte in der 34. Minute einen Ballverlust, in dessen Folge Rabah Abed zum 2:1-.Pausenstand traf.

In Durchgang zwei kam Stadtlohn dann besser auf und erspielte sich nach der Riesenchance der Sendener zum 3:1 mehrere eigene Möglichkeiten. Doch weder ein Fernschuss von Deitert noch ein Kopfball von Feta oder einer von Mario Thentie fanden ihren Weg ins Ziel. Auf der anderen Seite führte ein VfL-Konter, den Lars Sparwel elfmeterwürdig per Foul unterband, zum 3:1 durch Abed (82.).

Auch auf der anderen Seite war es drei Minuten später wieder ein Strafstoß – diesmal nach Foul an Justus Jaegers –, mit dem Durim Feta die Gäste noch einmal hoffen ließ. Die große Chance zum 3:3 bot sich Maximilian Wolf, der aber statt selbst abzuschließen abspielte, sodass ein Sender rechtzeitig dazwischen kam.

Quelle: Münsterland Zeitung

Ausblick:

Der VfL Senden ist kein gänzlich unbekannter Gegner für den SuS Stadtlohn, über den Weg gelaufen sind sich beide Vereine in der Bezirksliga 11, als die SuS-Reserve und der VfL Anfang der 2000er-Jahre dort die Klingen kreuzten. Unser drittletzter Gastgeber in der laufenden Saison ist einige Jahre älter als offiziell angegeben. Er musste 1938 quasi neugegründet werden, weil der damaligen Regierung dessen katholische DJK-Wurzeln nicht passten. Bis zur Neuordnung der höheren Spielklassen 2012 verbrachte der VfL seine Bezirksliga-Jahre zumeist entweder in der Münster-Staffel 10 oder in der Ahauser Staffel 11. Aufgrund seiner nördlichen Randlage gehörte der VfL zu den ersten Befürwortern der Auflösung des Kreises Lüdinghausen und eines Wechsels zum Fußballkreis Münster.

Nun hält sich Senden seit einigen Jahren beständig in der Landesliga 4, die Vorsaison schloss die Mannschaft mit Trainer Andre Bertelsbeck auf Rang sechs ab. Dieser hatte die Hauptverantwortung im Sommer übernommen, im Vorjahr teilte er sich den Job mit Rainer Leifken. Im Kader des Fußball-Landesligisten gab es durchaus Veränderungen. Insbesondere auf der Torhüterposition und der linken Bahn musste nach einigen Abgängen nachgebessert werden. Einen echten Torjäger hatte der VfL mit Armen Tahiri, der aus seiner Zeit bei GW Nottuln auch in dieser Region  ein Begriff ist, verpflichtet. Bereits Oberligaerfahrung brachte der spielende Co-Trainer Philipp Plöger mit, der auch schon für den TuS Hiltrup am Ball war. Ansonsten wurden vor allem eigene Nachwuchsspieler aus der in die Bezirksliga aufgestiegenen A-Jugend eingebaut. Bekanntester Name im Kader ist sicher Stürmer Rabah Abed, der seit Jahren eine beachtliche Torquote abruft.

Zwischenzeitlich war der VfL auf einem richtig guten Weg, das Saisonziel guter Mittelfeldplatz zu fundamentieren. Zuletzt gab es einen Negativtrend, auf Platz elf ist sogar noch leichte Abstiegsgefahr latent. Letzte Zweifel kann der VfL gegen den SuS Stadtlohn beseitigen - auf dem oft glatten Kunstrasen. Vergleiche zwischen den ersten Mannschaften des VfL und des SuS gab es in jüngerer Vergangenheit nicht. Das Hinspiel ging mit 2:0 an Senden.

Der VfL Senden in der Spielzeit 2018/19

Spielstätte: Sportanlage Senden (Kunstrasen), Bulderner Straße 15, 48308 Senden 
Vorjahresplatzierung: Platz 6
Saisonziel: guter Mittelfeldplatz

Torhüter: Johannes Brückner, Niklas Henke, Markus Reher, Nico Stuhldreier, Björn Wilms.
Abwehr: Felix Berning, Steffen Nagel, Philipp Plöger, Patrick Reckmann, Jan Reickert, Sebastian Schnetgöke, Rüdiger Schöner, Philipp Wilbers.
Mittelfeld: Marcel Berik, Tim Castelle, Joshua Dabrowski, Hendrik Heubrock, Philipp Just, Florian Kaling, Joshua Kelle, Moritz Mallmann, Chidera Odum, Tobias Christian Spiekermann, Armen Tahiri, Marvin Tjaden, Marco Willing.
Angriff: Rabah Abed, Denis Hölscher, Lukas Morzonek, Dennis Otto.
Trainer: Andre Bertelsbeck – Co-Trainer: Philipp Plöger.

Zugänge: Philipp Plöger (Union Lüdinghausen/spielender Co-Trainer), Armen Tahiri (GW Albachten), Björn Wilms (SSV Kalthof), Philip Just, Marvin Tjaden, Tim Castelle, Moritz Mallmann, Niklas Henke (alle eigene Jugend) – im Winter: Johannes Brückner (DJK Dülmen).
Abgänge: Georg Schrader (Münster 08), Umberto Nicosia (Davensberg), Aziz Retzep (TSG Dülmen), Marvin Kemmann (GW Nottuln), Abdel Belkadi (Pause), Felix Stutenkemper, Felix Kintrup, Mario Dening (alle Ziel unbekannt).

 www.vfl-senden.de

Hinspiel:

SuS verteilt Geschenke
Sein gutes „Heim-Gesicht“ wollte Stadtlohn gegen Senden zeigen. Der Auftritt war aber mutlos. Mit dem 0:2 verpasste der SuS den Sprung von den Abstiegsplätzen – auch weil er den Gegner förmlich zu Toren einlud.

„Jungs, traut euch was zu!“ Es war zur Mitte der zweiten Spielhälfte, als Stadtlohns Trainer Manfred Ostendorf den Kern der Sache selbst einwarf. Von der ersten Minute an war dem gastgebenden SuS anzumerken, dass die jüngsten beiden Niederlagen doch mehr Spuren hinterlassen hatten als erhofft. Es fehlte vor allem der Mut, einen nach zwei eigenen Pleiten ebenso verwundbaren Gast, den VfL Senden, aktiv in die Knie zu zwingen. Dieser kam zu drei einfachen Punkten (0:2) – und das mit vier gezielten Torschüssen, die sämtlich individuellen Fehlern des SuS entsprangen. Gerade vor der Pause sahen die Zuschauer eine sehr zerfahrene Partie. „Positiv bleiben“ war nicht überraschend die am häufigsten bemühte Ansprache – auf beiden Seiten.

Aus dem berühmten Nichts kam der VfL dann doch zur Führung: Henning Mört ließ einen weiten Ball durch zu Torhüter Jan Hintemann, dieser schlug aber über die Kugel, sodass Florian Kaling keine Mühe mehr hatte, einzuschieben (30.). Stadtlohn wurde nun aktiver, Mario Thentie und Maximilian Wolf versuchten es mal aus der Distanz (39., 42.). Per Freistoß deutlich näher dran war dann Armen Tahiri – vorausgegangen war ein unnötiges Foulspiel (44.). Und hätte Rabah Abed direkt nach der Pause den nächsten Abwehrbock genutzt, die Partie wäre womöglich schnell entschieden gewesen. Er verstolperte aber (47.). Der SuS wollte sich nun ins Spiel beißen. Einige Male gelangte er auch gezielt ins letzte Spieldrittel, gefühlt gewann er dort aber keinen Zweikampf.

Das dann in dieser Phase oft hilfreiche „dreckige Tor“ lag zweimal in der Luft: Zunächst war Hendrik Deitert nach einem weiten Einwurf scheinbar zu überrascht (58.). Dann sprang ein Ball vom Torhüter Niclas Dormayer an den Fuß und von dort ins Toraus (67.).

Stattdessen brachte Stadtlohn den nun zu passiven Gast wieder ins Spiel: Nach einem schlechten Stellungsspiel fand ein Diagonalball den Weg zu Abed, der die Kugel irgendwie über die Linie bekam (75.). Abed hätte auch noch einen Querschläger in der Stadtlohner Defensivreihe bestrafen können (90.+4).

„Mit vier Schüssen gewinnt Senden dieses Spiel. Es ist aktuell spürbar, dass sich die junge Mannschaft selbst blockiert, die Leichtigkeit fehlt. Dass wir personell aus dem letzten Loch pfeifen, macht die Sache nicht einfacher.“ So fasste Manfred Ostendorf die 94 Minuten zusammen.

 Quelle: Münsterland Zeitung