25. Spieltag: Erste ist beim 1:1 gegen Tabellenführer Nottuln die bessere Mannschaft

Punkt für den SuS fast zu wenig
Wer ist hier der Tabellenführer und wer steht auf einem Abstiegsplatz? Zuschauer, die in der Landesliga 4 nicht so bewandert sind, hätten diese Frage am Sonntag beim Duell des SuS Stadtlohn gegen GW Nottuln schwer beantworten können. Denn beim 1:1 gegen den Spitzenreiter waren die Stadtlohner unterm Strich das bessere Team.

Alles, was Trainer Manfred Ostendorf vor dem Spiel von seinen Stadtlohner Schützlingen verlangt hatte, setzten sie um: Aggressiv, mutig und hochkonzentriert kauften sie dem Ligaprimus in vielen Situationen den Schneid ab. Dieser schaffte es fast nie, auf dem holprigen Rasen im Hülsta-Sportpark sein Spiel aufzuziehen. Umso ärgerlicher aus Sicht der Gastgeber das Gegentor in der 26. Minute, das aus einem der ganz wenige Schüsse aufs SuS-Tor resultierte. Nach einem Einwurf standen die Gastgeber nicht nah genug an den Männern, über zwei Stationen kam der Ball zu Felix Hesker, der ihn gekonnt ins lange Eck schlenzte.

Offensiv hatten die Stadtlohner bis hierhin noch keine nennenswerte Szene herausgespielt. Der erste Abschluss kam dann von Justus Jaegers, der aber weit übers Tor schoss (29.). Ins Tor flog der Ball dann vier Minuten später: Einen Freistoß aus etwa 18 Metern Torentfernung setzte Mario Thentie ideal über die Mauer ins Netz zum 1:1. Der Treffer verlieh dem SuS noch mehr Mut, allerdings erspielte er sich, genau wie Nottuln, vor dem Seitenwechsel keine Torchance mehr.

Und so ging es auch nach der Pause weiter. Verletzungsunterbrechungen prägten jetzt das Bild, Spielfluss kam kaum noch zustande. Die Highlights waren ein paar Stadtlohner Standards und zwei Platzverweise gegen die Gäste. Andre Kreuz musste mit Gelb-Rot vom Feld (72.), in der Nachspielzeit fasste Fabian Schöne Justus Jaegers an den Kopf und sah dafür übertriebenerweise glatt Rot. „Nottuln war heute schlagbar“, hielt Ostendorf fest. „Aber auch ohne das i-Tüpfelchen haben wir einen tollen Fight gezeigt.“

Quelle: Münsterland Zeitung

Ausblick:

Ein Derby im erweiterten Sinne steht dem SuS Stadtlohn am 25. Spieltag ins Haus. Gestärkt durch den Auswärtssieg in Herbern empfängt das Team den souveränen Tabellenführer DJK GW Nottuln. Vor 1933 waren die Grün-Weißen im katholischen DJK-Verband aktiv. Nach dem Krieg etablierte man sich im DFB, spielte einige Jahre in der Bezirks- und ab circa 1990 auch in der Landesliga. 2013 gelang der Verbandsliga-Aufstieg durch ein 2:1 über VfB Fichte Bielefeld in der Vizemeister-Relegation; nach drei Jahren kehrte die DJK als Absteiger in die Landesliga zurück. Im Vorjahr reichte es dort zu einem starken vierten Platz. Gespielt wird - trotz einiger Nachbarschafts-Prozesse - im Baumberge-Stadion am Niederstockumer Weg.

„Die Gruppe ist qualitativ besser geworden.“ Das war das Urteil von Teammanager Dirk Teichmann, der den jungen Kader letztmalig mit Trainer Oliver Glaser zusammengestellt hat. Lange Jahre war „Teichi“ Torhüter und Führungsspieler im SuS-Oberliga- und Verbandsligateam, später auch Torwarttrainer. Bei der Zusammenstellung wurde erneut darauf geachtet, eine hungrige Mannschaft mit Verwurzelung in der Region aufzubauen. Die eigene U19 ist in die Landesliga aufgestiegen, das Jugendkonzept des Vereins ist sicher in der Region einmalig und über die Grenzen hinaus bekannt. So rückten mit unter anderem Christian Messing, Tom Overmann und Jens Böckmann auch eigene A-Junioren in den Kader auf. Gemeinsam mit den Säulen der Vorjahresmannschaft wie Felix Hesker oder den Routiniers wie Oliver Leifken und Clemens bilden diese eine spannende Mischung. Dazu kommen externe, erfahrenere Zugänge wie Aaron Schölling, der schon mal für die DJK gespielt hat. Auch sonst haben alle Zugänge regionale Wurzeln. Bisher funktioniert das Gefüge sehr gut, einige Landesliga-Trainer hatten Nottuln als einen Geheimfavoriten auf dem Zettel – und sollten Recht behalten. Zuletzt überzeugte Grün-Weiß durch einige „späte“ Siege – auch ein Zeichen von Selbstvertrauen und Qualität.

Von der besonderen Stärke, die die DJK wieder zurück in der Westfalenliga führen sollte, dann unter dem Stadtlohner Trainer Jens Niehues (Eintracht Ahaus), konnte sich der SuS im Hinspiel überzeugen. Beim 0:4 war er chancenlos. Den letzten Vergleich in einem Pflichtspiel davor gab es in der Westfalenliga-Meistersaison des SuS Stadtlohn 2013/14: Im hülsta-Sportpark gewann der SuS im März 2014 knapp mit 1:0. Im selben Jahr schied Stadtlohn gegen Nottuln im Kreispokal nach Elfmeterschießen aus.

Die DJK GW Nottuln in der Saison 2018/2019

Spielstätte: Baumberge-Stadion (Kunstrasen), Niederstockumer Weg 7A, 48301 Nottuln
Vorjahresplatzierung: Platz 4
Saisonziel: Mannschaft weiter entwickeln.

Kader: Christian Warnert (2), Adenis Krasniqi (4), Henning Klaus (5), Fabian Schöne (6), Nico Beughold (7), Aaron Schölling (8), Clemens Donner (9), Felix Hesker (10), Oliver Leifken (11), Sebastian Schöne (14), Ali Shinawi (15), Jonas Gossling (18), Tom Overmann (19), Marvin Kemmann (20), Mirko Schinke (21), Malte Wilmsen (22), Christian Messing (24), Max Wenning (25), Andre Kreuz (27), Till Zumkley (30), Jens Böckmann (33), Jan Ahrens, Ben Rahlenbeck.
Trainer: Oliver Glaser – Co-Trainer: Dirk Nottebaum..

Zugänge: Adenis Krasniqi (VfL Billerbeck), Aaron Schölling (Adler Buldern), Christian Warnat (FC Marl), Marvin Kemmann (VfL Senden), Nico Beughold (Fortuna Schapdetten), Jonas Goßling (TSG Dülmen), Christian Messing, Tom Overmann, Jens Böckmann, Lutz Bauerdick, Jan Ahrens (alle eigene U19).
Abgänge: Sascha Markmann (VfB Kichhellen), Timo Grabowsky (DJK Coesfeld), Felix Gronover (SG Telgte), Manuel Eustermann (BW Aasee), Tim Ahmer, Tim Knabbe (beide Fußballpause), Nils Depenbrock, Lucas Bußmann, Jan Ehm, Lorenzo Colazzo (alle unbekannt)

www.gw-nottuln.de