Mit sofortiger Wirkung ist Rob Reekers nicht mehr Trainer des Fußball-Westfalenligisten SuS Stadtlohn. Nach gut zweijähriger Amtszeit nimmt der 42-Jährige eine neue Herausforderung wahr.
Gemeinsam mit Ex-Profi Hans-Jürgen Gede (Schalke 04, Preußen Münster, Fortuna Köln - zuletzt Nationaltrainer Usbekistans und Co-Trainer der aserbaidschanischen Nationalmannschaft) tritt Reekers die Nachfolge von Cheftrainer Anatoli Demyanenko (80-facher russischer Nationalspieler und zweimaliger „Fußballer des Jahres" in Russland in den 80er-Jahren) beim aserbaidschanischen Erstligisten PFC Neftchi in der Hauptstadt Baku an. Beim viermaligen Landesmeister wird das Gespann einen Großteil der von Berti Vogts trainierten Nationalspieler - Gegner Deutschlands in der WM-Qualifikation (19. August und 9. September 2009) - im Meisterschaftsspielbetrieb betreuen. Der Vertrag ist auf zwei Jahre ausgelegt.
„Nicht nur für Rob Reekers kommt diese Entscheidung überraschend, sondern auch für den SuS Stadtlohn. Auch wenn der Zeitpunkt denkbar ungünstig ist - der Verein hat Rob Reekers selbstverständlich keine Steine in den Weg gelegt", erklärt der erste Vorsitzende Hubert Tenbrinck. Noch am Montagabend wurde der laufende Zweijahresvertrag in gegenseitigem Einvernehmen aufgelöst, die Mannschaft wurde am Mittwoch informiert. „Uns war im Zuge der Vertragsverlängerung im Sommer bewusst, dass Rob Reekers im Fokus höherklassiger Vereine steht. Dass dieses Interesse auch internationale Kreise gezogen hat, ist Ausdruck für die hervorragende Arbeit, die Rob Reekers in Stadtlohn geleistet hat, aber auch eine Auszeichnung für den SuS. Dass er die Freigabe bei einem Angebot aus dem Profibereich bekommt, war stets Inhalt unserer Gespräche", so Tenbrinck weiter. Der Schritt sei angesichts der Attraktivität des Angebots und der sicher nachhaltigen Wirkung auf den weiteren Werdegang Reekers nachvollziehbar - so kurzfristig er auch unternommen werde. Zum Hintergrund: Die konkrete Anfrage lag Reekers erst seit dem abgelaufenen Wochenende vor, eine Entscheidung wurde bis Anfang der Woche eingefordert. „Diese Chance bekommt man im Leben wohl nur ein Mal", weiß Tenbrinck um die Bedeutung des Schrittes, der von Vereinsseite, Mannschaft und Umfeld einstimmig unterstützt wird. „Alle gönnen Rob Reekers diesen Erfolg."
Dieser bedauert die kurzfristige Entwicklung, die eigentlich nicht seinem Naturell und Pflichtempfinden entspricht, bat allerdings um Verständnis angesichts der persönlichen Perspektiven. „Die Entscheidung ist mir denkbar schwer gefallen. Nach gründlicher Abwägung habe ich sie in Abstimmung mit meiner Familie getroffen. Dass mir der SuS derart unproblematisch entgegengekommen ist, unterstreicht das tolle und offene Verhältnis, das wir in über zwei Jahren aufgebaut und gepflegt haben. Jetzt freue ich mich auf dieses Abenteuer, das auch mich persönlich und beruflich weiterbringen wird. Ich bin davon überzeugt, dass die Mannschaft den Charakter besitzt, dies schnell wegzustecken. Für sie hat sich ja nicht viel geändert. Meine Mitstreiter Frank Bajorath und Michael Gravermann haben seit zwei Jahren jede Entscheidung mitgetragen und teilen meine Ansichten vom modernen Fußball", so Reekers. „Der Tenor im Verein und im Umfeld war unisono, dem Gespann Frank Bajorath und Michael Gravermann das volle Vertrauen auszusprechen. Sie haben Rob Reekers eng begleitet und werden dessen Philosophie weiter durchsetzen", sieht der sportliche Leiter Rudi Schipper die Kontinuität gesichert - auch was die erfolgreiche Verzahnung von Senioren- und Jugendbereich betrifft. „Entscheidend ist, wie die Mannschaft in den kommenden Spielen auf dem Platz reagiert", lenkt Tenbrinck die volle Konzentration schon wieder auf die anstehenden Aufgaben. Seit Mittwoch bereiten Bajorath und Gravermann das Team auf das wichtige Auswärtsspiel bei Davaria Davensberg vor.
Reekers trat am Donnerstag die Reise ans Kaspische Meer an und wird während der Länderspielpause am Samstag mit seinem neuen Team zu einem Trainingslager in die Türkei aufbrechen.







