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Schiedsrichterwesen
Fußtritte gegen Schiedsrichter: Lebenslange Sperre
 

Der SuS Stadtlohn drückt hiermit dem Schiedsrichter Rudolf Derbort sein Mitgefühl aus mit den besten Genesungswünschen. Dass ein derartig abscheulicher wie erschütternder Vorfall auch vor "unserer Haustür" passiert ist, sollte uns alle nachdenklich machen.
Es bleibt zu hoffen, dass wir alle nun noch affiner für derartige Tendenzen geworden sind, um ähnliche Ansätze im Keim zu ersticken. Dieser soll und muss ein Einzelfall bleiben. Schließlich haben wir alle eine Vorbildfunktion für unsere Jugend, die die Schiedsrichterei in Zukunft sicherstellen soll.
Wir alle würden uns freuen, wenn Rudolf Derbort den Vorfall möglichst schnell verarbeitet - auch wenn es schwer fallen wird. Womöglich kann er seinem Hobby dann doch noch lange weiter nachgehen. Es wäre ihm von Herzen zu wünschen...   

 

Kreisspruchkammer spricht erstmals lebenslange Sperre aus

Nie mehr Fußball spielen darf Sedat S. Der Kicker des C-Liga-Teams von SG Gronau III ist von der Spruchkammer des Fußballkreises Ahaus/Coesfeld zu einer lebenslangen Sperre verurteilt worden, nachdem er im Gastspiel seiner Mannschaft bei GW Lünten II den Schiedsrichter Rudolf Derbort (Ellewick) mit Fußtritten ins Gesicht schwer verletzt hatte.

 

 

"Erstmals mussten wir ein solch drastisches Strafmaß wählen. Aber: Die Brutalität, mit der der SG-Spieler nach Zeugenaussagen ganz gezielt vorgegangen war, ließ ein anderes Urteil gar nicht zu", begründete Spruchkammer-Vorsitzender Willi Bösing den Gerichts-Spruch. Das Sportgericht sah es als erwiesen an, dass S. am 27. September nach nur vier Minuten des Spiels den Schiedsrichter Derbort mit gezielten Fußtritten an den Kopf schwer verletzt hatte.

Der hatte nach eigener Aussage bereits nach wenigen Minuten einen Foulelfmeter gegen SG II geben müssen, den GW II aber verschossen hatte. Die Proteste der Gronauer, die in Anfeindungen gipfelten, endeten nicht: Der Unparteiische sei dann herum gerissen worden, ehe ihn ein Faustschlag ins Gesicht getroffen hätte. Anschließend habe er am Boden liegend mehrere Fußtritte ins Gesicht erhalten - an die Täter allerdings könne er sich nicht erinnern, erklärte er in der Sitzung.
Dies konnte allerdings GW Lüntens Spielertrainer Rainer Hoffschlag: "Der Spieler mit der Nummer acht hat den Schiedsrichter gezielt ins Gesicht getreten. Selbst als wir ihn weggezogen hatten, riss er sich wieder los und trat erneut mit voller Wucht zu." Eine solche gezielte Brutalität habe ihn und die Umstehenden regelrecht erstarren lassen, bemekte er weiter.


Wenig später habe er mit einigen Mitspielern den Schiedsrichter in die Kabine geleitet und dort die Tür gegen weitere Übergriffe gesichert. "Draußen waren einige Tumulte zu hören, weil sich eionige Gronauer Spieler immer noch nivcht beruhigen konnten." Derweil wurde die Polizeit alarmiert. Sieben Beamte nahmen dann erste Zeugenaussagen auf und leiteten ein Verfahren gegen den tretenden SG-Fußballer ein.

Eine Nachfrage von Thomas Reis, Geschäftsführer der SG Gronau, ob der Unparteiische bei seinen ersten Entscheidungen einen SG-Spieler beleidigt haben könnte, wies der Unparteiische energisch zurück. Auch legte Derbort ein "Entschuldigungsschreiben" des Täters vor, worin dieser "starken Alkohol-Konsum" für die Ausraster verantwortlich machen wollte. Dies aber glaubte das Sportgericht nicht, sondern wertete es als "Schutz-Behauptung".

Um den Fußballer allerdings überhaupt verurteilen zu können, war ein geschickter Schachzug des Sportgerichts nötig: SG Gronau hatte den Fußballer unmittelbar nach dessen Tat aus dem Verein ausgeschlossen und sogar die dritte Mannschaft vom Spielbetrieb abgemeldet.

Den Vereins-Ausschluss aber zweifelte die Kreisspruchkammer an: "Der Nachweis des wirksamen Ausschlusses des Spielers Sedat S. ist bisher nicht geführt worden: Laut Vereinssatzung müssen eine bestimmte Anzahl von Vorstandsmitgliedern dem Ausschluss zustimmen. Das muss dann auch schriftlich festgehalten werden", klärte Bösing auf. Und da die SG Gronau dies nicht vorlegen konnte, konnte verhandelt werden - auch in Abwesenheit des Angeklagten.

Ferner behielt sich die Spruchkammer vor, gegen andere Spieler ein weiteres Verfahren zu eröffnen, falls bekannt werde, dass weitere Spieler beteiligt gewesen seien.

Quelle: Münsterland Zeitung

 

Fußtritte gegen Schiedsrichter

Rudolf Derbort möchte über den Vorfall nicht sprechen: "Dann kommen die Szenen sofort wieder hoch" - der 39-jährige Schiedsrichter aus Ellewick ist am Sonntag bei einem brutalen Angriff eines Gronauer Fußballers schwer verletzt worden.

Ganze fünf Minuten sei das Meisterschaftsspiel der Kreisliga C zwischen GW Lünten II und SG Gronau III erst alt gewesen, als sich die brutalen und ungeheuerlichen Szenen auf dem Sportplatz in Lünten abspielten.

GW-Spielertrainer Rainer Hoffschlag schildert die Szene: "Der Schiedsrichter hatte nach einem Foulspiel eines Gronauers auf Strafstoß für uns entschieden. Das rief bei der SG III erhebliche Proteste hervor, die mit zwei gelben Karten geahndet wurden." Noch vor der Ausführung des Elfmeters hätten einige Gronauer Spieler das Spiel nicht mehr fortsetzen wollen, und drei von ihnen hätten bereits ihre Trikots ausgezogen, erklärt er. "Nachdem wir dann den Elfer verschossen hatten, setzten sich die Beschwerden der Gronauer fort. Und ein SG-Spieler schlug dem Schiedsrichter mit der Faust ins Gesicht. Der wollte ihm die rote Karte zeigen, als er brutal niedergestoßen wurde", schildert Hoffschlag.

Danach hätte ein SG-er zwei Mal mit einer ungeheuerlichen Brutalität mit dem Fuß ins Gesicht des Schiedsrichters getreten, dass alle ernsthaft um die Gesundheit des Schiedsrichters hätten fürchten müssen, betont er. "Selbst als wir mit Gronauer Hilfe den Täter wegziehen konnten, riss er sich wieder los und trat noch einmal zu. Das war das Schlimmste, was ich in meiner langen Fußballer-Laufbahn gesehen habe", meint der GW-Coach.

Sieben Polizisten

Nach dem brutalen Zwischenfall sei der Unparteiische in die Kabine geleitet worden. "Mit fünf Leuten haben wir die Tür bewacht", bemerkt Hoffschlag - ein Teil der Gronauer sei derart aufgebracht gewesen, dass man die Polizei habe rufen müssen. Sieben Beamte waren wenig später am Platz und sorgten neben den Lüntenern für Ruhe. Derbort selbst wurde zur Untersuchung ins Krankenhaus gefahren. Dort konnte er nach ambulanter Behandlung wieder entlassen werden. Bis zum Ende der Woche allerdings konnte er seiner Arbeit nicht nachgehen.

"Wir haben den betreffenden Spieler sofort aus dem Verein ausgeschlossen. Solche Aktionen gehören sich nicht, besonders nicht auf dem Sportplatz", erklärt Klaus Naroska , Fußball-Obmann der SG Gronau auf Nachfrage der Münsterland Zeitung. "Unsere dritte Mannschaft hatte sich zuletzt als sehr gefestigt gezeigt, nachdem sie zuvor immer mit vielen Beschimpfungen zu tun hatte und darauf des Öfteren überschnell reagiert hatte. Dass einem Fußballer jetzt die Sicherung derartig durchbrannte, ist eigentlich unverständlich", gesteht Naroska.

Bernd Rengshausen, Vorsitzender des Fußballkreises Ahaus/Coesfeld, hat nach der Nachricht über den "schlimmen Vorfall" den Kreisvorstand gebeten, dem Schiedsrichter eine anwaltliche Vertretung an die Seite zu stellen: "Der Fußballkreis unterstützt seine Schiedsrichter in dieser Beziehung ohne ,Wenn und Aber' und bietet Hilfen in jeder Beziehung an." Er bestätigte, dass die Polizei ein Verfahren wegen schwerer Körperverletzung nicht nur gegen den Hauptverdächtigten, einen 29-jährigen Mann aus Epe, eingeleitet habe, sondern auch gegen den SG-Fußballer, der den Schiedsrichter zunächst geschlagen hatte.

Vor Sportgericht

Schnellstmöglich wird sich die Sportgerichtsbarkeit des Kreises mit dem Vorfall beschäftigen: Einen Sonderbericht hat Staffelleiter Helmut Ahler (Lünten) sofort an den Vorsitzender Kreisspruchkammer, Willi Bösing (Epe), weitergeleitet. Der wird zeitnah ein Untersuchungsverfahren einleiten, auch wenn wegen des Vereinsausschlusses gegen den Hauptverdächtigen nicht ermittelt werden kann, solange dieser sich keinem Verein wieder anschließt.

Quelle: Münsterland Zeitung

SG Gronau meldet 3. Mannschaft vom Spielbetrieb ab

Mit unerbittlicher Härte hat der Vorstand der SG Gronau auf die Vorfälle beim Punktspiel der Kreisliga C in Lünten reagiert, wo ein oder zwei Spieler der 3. Mannschaft den Schiedsrichter tätlich angegriffen haben.

„Unabhängig davon, ob ein oder zwei Spieler von uns den Schiedsrichter attackiert haben, sind Vorstand und Ältestenrat jetzt zur Überzeugung gekommen, die 3. Mannschaft vom Spielbetrieb abzumelden", erklärte gestern der 1. Vorsitzende, Torsten Radau. Die Mannschaft wurde abends von dieser Entscheidung unterrichtet.

 „Wir verurteilen dieses in Lünten gezeigte Fehlverhalten nicht nur in schärfster Weise. Wir setzen mit der Abmeldung auch unmissverständlich ein Zeichen, damit sich solche Vorfälle hoffentlich nie wiederholen", betonte Radau.

Noch immer zeigen sich Verantwortliche und alle Vereinsmitglieder schockiert, mit welcher Heftigkeit der Unparteiische angegangen worden war. „Dabei haben wir immer schon präventiv gehandelt und stets betont, dass Spieler, die negativ auffallen und sich nicht an die Spielregeln halten, bei uns im Verein nichts zu suchen haben", erklärte der Vorsitzende.

Die 3. Mannschaft sei aber bis auf einen Vorfall in der Vorsaison, woraufhin ein Spieler suspendiert worden war, nicht auffällig geworden. Auch der eine jetzt namentlich beschuldigte Spieler sei bislang nicht unangenehm in Erscheinung getreten, sagte Radau auch. „Das, was jetzt passiert ist, hat uns alle aus heiterem Himmel getroffen."

Die Abmeldung der Mannschaft ist aber nur eine Maßnahme, mit der die SG Gronau reagiert. „Die ganze Sache muss lückenlos aufgeklärt werden. Wir werden nicht eher locker lassen, bis alle Fakten auf dem Tisch liegen", verspricht Radau. Der Verein werde sich seiner Verantwortung stellen.

Quelle: Westfälische Nachrichten


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