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DFB-Pokal auf Verbandsebene 2009/2010
Westfalenpokal: Nach Kraftakt nun der "Knaller"

Mit einem Kraftakt hat das buchstäblich „letzte Aufgebot" des SuS Stadtlohn das Achtelfinale des Westfalenpokals erreicht und somit den größten Erfolg seit einem Jahrzehnt dingfest gemacht. Knapp mit 2:1 konnte am Mittwochabend der Landesligist SG Telgte in dessen Stadion bezwungen werden. Somit kommt es am Samstag, 21. November, im hülsta-Sportpark zur erhofften „Knaller-Partie" gegen den Regionalligisten SC Preußen Münster. Die nach zahlreichen Ausfällen völlig neu formierte Mannschaft tat sich in der Anfangsphase schwer ins Spiel zu finden. Gerade im Mittelfeld mangelte es an der nötigen Laufbereitschaft, um einen engagierten, aber doch eher spielschwachen Gegner unter Druck zu setzen. Ein wenig besser wurde es nach dem Rückstand durch Jan Hampel, der das Team aufzurütteln schien (20.). Die erste große Möglichkeit zum Ausgleich bot sich Rainer Hackenfort, der nach einer halben Stunde mustergültig von einem Gästeverteidiger in Szene gesetzt wurde, dann allein vor dem Torhüter aber zu umständlich agierte - nicht das einzige Mal an diesem Tag. Kurz vor dem Pausenpfiff überschlugen sich die Ereignisse. Zunächst drückte Mario Beeke eine Eingabe von Alexander Lanfer über die Linie (43.), quasi im Gegenzug zeigte Schiedsrichter Raffelmann (Werl) zur Verwunderung aller auf der Gegenseite auf den ominösen Punkt (44.). Doch Torhüter Christoph Fork konnte den schwach geschossenen Strafstoß abwehren - ausgleichende Gerechtigkeit. Wesentlich druckvoller kam der Westfalenligist aus der Kabine. Nach sehenswerter Kombination sorgte Hackenfort für die Führung (51.), die sich die Mannschaft in der Folge auch verdiente. Doch gleich reihenweise vergab das Sturmduo Beeke/Hackenfort „Hundertprozenter", um die Entscheidung herbeizuführen. So kam es, wie es kommen musste. Durch Nachlässigkeiten im Aufbauspiel wurde der im Grunde am Boden liegende Gegner wieder ins Spiel gebracht. Glück hatte er SuS bei einem Pfostenschuss (77.). Mit Glück und Geschick wurde der knappe Vorsprung über die Zeit gerettet. Kurz vor Ende sah sich Schiedsrichter Raffelmann noch einmal auf den Plan gerufen, für Höhepunkte seiner vielen Kuriositäten zu sorgen. In Nähe der Mittellinie entschied er zurecht auf Freistoß für die Hausherren. Diesen ließ er ausführen, pfiff dann allerdings ab und zeigte Freistoß für den SuS im eigenen Strafraum an. Nun bemerkte er, dass er zuvor Dominik Uphues versehentlich nicht mit der gelb-roten Karte bedacht hatte. Er holte dies nach und entschied nun, den eigentlich schon ausgeführten Freistoß Telgtes wiederholen zu lassen. Marcel Terhaar machte ihn berechtigt darauf aufmerksam, dass der Freistoß bereits ausgeführt und Freistoß für Stadtlohn angezeigt worden - und sah daraufhin ebenfalls die zweite Gelbe wegen Meckerns. Nicht auszudenken, wenn der das Spiel abschließende Freistoß doch noch zu einer Verlängerung geführt hatte. Als Dank ließ Raffelmann dann beide Betreuer noch so lange Warten, bis er in Ruhe gesucht hatte. 

SG Telgte : SuS Stadtlohn 1:2
Stadtlohn: Fork, Terhaar, D. Uphues, M. Uphues, Lanfer, Erning, Arends (46. Dücker), D. Klein-Günnewick (76. Reekers), Hackenfort, Fischer, Beeke - Tore: 1:0 Hampel (20.); 1:2 Beeke (43.); 1:2 Hackenfort (51.) - Gelb-rote Karten: D. Uphues, Terhaar, beide Stadtlohn (89.) - Zuschauer: 100

Ausblick 2. Runde: 

Nach dem überzeugenden Erfolg beim Klassenkonkurrenten SuS Neuenkirchen in Runde eins steht für die Westfalenligamannschaft am kommenden Mittwoch die zweite Hauptrunde im DFB-Pokal auf Verbandsebene um den „Krombacher Pokal 2009/2010" an, besser bekannt als Westfalenpokal. Dabei muss das Team zum Landesligisten SG Telgte reisen, der sich zum Auftakt mit 3:1 nach Verlängerung gegen den Kreisligisten Neubeckum durchgesetzt hat. Die Mannschaft des ehemaligen Trainers von Borussia Emsdetten und Neuenkirchen, Stefan Henning, musste nach einem 1:1 zum Auftakt beim VfL Wolbeck am zweiten Spieltag eine deftige 1:8-Heimschlappe gegen den absoluten Aufstiegsfavoriten SV Zweckel hinnehmen. Die Voraussetzungen sind folglich ähnlich wie beim SuS Stadtlohn. Unterschätzen werden die Blau-Weißen diesen Gegner sicher nicht. Ein Sieg hätte seinen besonderen Reiz. In Runde drei käme es zu einem Heimspiel gegen den Sieger aus Preußen Münster und SF Lotte, den beiden Regionalligisten in der Gruppe vier. Bis dahin wartet auf den SuS aber noch ein hartes Stück Arbeit. Die dritte Runde wird am spielfreien Wochenende (Totensonntag) am Samstag, 21. November, ausgespielt.

Der personelle Situation stellt sich seit Sonntag noch gravierender dar: Aus derzeitiger Sucht dürfte eine ganze Elf nicht zur Verfügung stehen. Zu den Lanfzeitverletzten Michael Gravermann und Markus Krüchting gesellten sich seit nun noch Andre Hippers (angebrochener Mittelfuß) und Daniel Ebbing (Außenbandriss im Sprunggelenk). Zudem fehlen Nico Klein-Günnewick und Jürgen Boll beruflich bedingt, Jordy Koster und Nick Voogtsgeerd sind nach Krankheit gerade erst wieder ins Training eingestiegen und dürften noch einige Wochen fehlen. Ebenso noch nicht zur Verfügung steht Chris Harmeling nach Gehirnerschütterung. Noch auf einem Auslandsaufenthalt befindet sich Thomas Redders. Kurzfristig entscheiden wird sich, ob Rainer Hackenfrot (Adduktorenprobleme) und Alexander Lanfer (Rückenprellung) einsatzfähig sind.

Somit werden einige Akteure zum Einsatz kommen, die bisher zur Reserve abgestellt waren.  

Rückblick: 1. Runde

Eine kämpferisch wie spielerisch tadellose Leistung des SuS Stadtlohn wurde in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals auf Verbandsebene belohnt. Beim Westfalenligakonkurrenten SuS Neuenkirchen siegte das Team verdient mit 3:2 - verdient nicht zuletzt deshalb, weil die Mannschaft über 80 Minuten in Unterzahl agierte. Torhüter Christoph Fork wurde in der neunten Minute nach einem übermotivierten Einsteigen außerhalb des Strafraums des Feldes verwiesen. Zu diesem Zeitpunkt hatte Stadtlohn allerdings schon das erste Ausrufungszeichen gesetzt. Nach langem Ball von Kai Erning, der zusammen mit Dominik Uphues das Stammduo in der Innenverteidigung, Matthias Uphues und Jordy Koster, ersetzte, legte Rainer Hackenfort auf Markus Krüchting ab, der vollstreckte. Den fälligen Freistoß nach dem Platzverweis gegen Fork verwandelte Patrick Schulz zum Ausgleich. In der Folge fiel den Gastgeber wenig ein, das Offensivspiel der Gäste aus einer kompakten Defensive heraus war gefälliger. Nur einmal hatte der SuS Glück, als ein Ball von Christian Bußmann nur den Pfosten fand (23.). Ein Freistoß von Erning visierte die Fäuste des Torstehers (44.) an. Nach der Pause die kalte Dusche für die Hausherren: Hackenfort und Krüchting schraubten das Ergebnis binnen fünf Minuten auf 1:3 (47., 52.). In der dritten Minute der Nachspielzeit überwand Tobias Wehmschulte Chris Harmeling aus Nahdistanz. Eine Minute später stand den Gästen das Glück noch einmal zur Seite. Eine Flanke rauschte an Freund und Feind vorbei ins Toraus.

SuS Neuenkirchen : SuS Stadtlohn 2:3
Stadtlohn: Fork, Terhaar, Erning, D. Uphues, Gravermann (65. Lanfer), D. Klein-Günnewick, Fischer (70. Hippers), Beeke, Hackenfort, Ebbing (5. Harmeling), Krüchting - Tore: 0:1 Krüchting (3.); 1:1 Schulz (6.); 1:2 Hackenfort (46.); 1:3 Krüchting (52.); 2:3 Wehmschulte (93.) - Rote Karte: Fork, Stadtlohn (Notbremse, 5.)

Ausblick: 1. Runde 

Noch frisch sind die Erinnerungen an die Erstrundenknaller gegen Preußen Münster oder den FC Gütersloh 2000. Die diesjährige Auslosung des DFB-Pokals auf Verbandsebene hat dem SuS Stadtlohn ein denkbar ungünstiges Los beschert. Am Sonntag, 2. August, geht es ausgerechnet zum Ligakonkurrenten SuS Neuenkirchen, der in der Vorbereitung das eine und andere Mal bereits aufhorchen ließ. So wurde zuletzt Ligakonkurrent SV Mesum deutlich mit 6:2 geschlagen. Zumindest hält sich die Anreise in Grenzen. Dieses Duell gab es übrigens bei der drittletzten Westfalenpokal-Teilnahme des SuS vor einigen Jahren schon einmal. Damals siegten die Gastgeber noch als Landesligist knapp mit 2:1. Ebenfalls ein Top-Los wie Preußen Münster oder SF Lotte blieb dem Kreispokal-Finalgegner DJK Coesfeld versagt. Der Landesligist muss beim Bezirksligisten SV Welver 1925 antreten. Verzichten muss das Trainergespann Frank Bajorath und Michael Gravermann am Sonntag weiterhin auf Routinier Matthias Uphues, der sich noch mit einer Zerrung aus dem Testspiel in Recklinghausen herumplagt.

Sollte es der SuS in die Runde zwei schaffen, wartet dort das nächste eher unattraktive Los: SV Neubeckum (Kreisliga A) oder SG Telgte (Landesliga).

Die Paarungen sind der Rubrik "Spielpläne" zu entnehmen.


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