Außer Spesen nichts gewesen: Mit dieser Plattitüde könnte man das abgelaufene Wochenende aus Sicht des SuS Stadtlohn beschreiben. Anstelle der angepeilten vier bis sechs Punkte gegen die „Kellerteams" aus Spexard und Bielefeld „erntete" der Westfalenligist nicht einen einzigen Zähler. „Das war natürlich nicht das, was wir uns vorgestellt haben. Sicherlich muss man der Mannschaft eingestehen, dass der enorme Aufwand mit den weitesten Anreisen in der Saison binnen 48 Stunden - in gewisser Hinsicht ein Wettbewerbsnachteil für uns - seinen Tribut fordert. Jeder, der selbst einmal Fußball gespielt hat, der kennt die Situation. Aber dennoch war gerade der Auftritt in Spexard schon enttäuschend", zieht Trainer Frank Bajorath sein Fazit.
Die Konsequenzen sind nicht unerheblich: Aufgrund der fehlenden fest eingeplanten Punkteausbeute muss sich der SuS damit abfinden, dass der durchaus mögliche Sprung auf einen einstelligen Tabellenplatz in der Endabrechnung verwehrt bleiben wird. „Das ist besonders schade, denn die Mannschaft hätte sich dies aufgrund der starken zweiten Serie verdient. Wir werden aber keineswegs zurückstecken und wollen auch in Dorsten punkten", so Bajorath. In Dorsten „auf der Hardt" steht bereits morgen um 18.30 Uhr das nächste Nachholspiel für den SuS an (Hinspiel 0:0). Nimmt man allein die Rückrundentabelle, trifft dann die sechst- auf die fünftbeste Mannschaft. Allerdings blieben beide Teams in der ersten Serie auch unter ihren Möglichkeiten. Der Aufsteiger mit dem ehemaligen Stadtlohner Torjäger Sven Potthast ist eine der Überraschungen der Saison. Der SV hat die 40 Punkte-Marke bereits übersprungen und am Sonntag der Hammer SpVg noch ein Remis abgerungen, woraufhin Hamms Trainer Holger Wortmann seinen Rücktritt erklärte. Allerdings steht die Auswärtsbilanz der Mannschaft von Coach Martin Schmidt - Dorsten ist zweitbestes Team auf fremdem Geläuf - in deutlicher Diskrapanz zum Abschneiden auf eigenem Platz. Ganze 14 Zähler konnten in 14 Spielen gebunkert werden. Da die Stärken Stadtlohns genau andersherum gepolt sind, bleibt abzuwarten, wer seine „Negativserie" morgen brechen kann.
„Die Mannschaft hat sich viel vorgenommen. Wir müssen wieder konzentrierter arbeiten, dann kommt das Glück im Abschluss auch zurück", zeigt sich Bajorath von einem Erfolgserlebnis überzeugt. Verletzt fehlt ihm allein Niklas Hilgemann - Daniel Ebbing und Dominik Uphues sind fraglich. Dominik Steiner und Faik Tan sind verhindert.
Vorschau vor dem Hinspiel
Gleich mit einer Premiere beginnt für den SuS Stadtlohn die neue Spielzeit. Mit dem SV Dorsten-Hardt haben die Blau-Weißen in Pflichtspielen auf diesem Niveau noch nicht die Klingen gekreuzt - ist es für die Gäste doch auch der größte Erfolg in der noch recht jungen, 51-jährigen Vereinsgeschichte. Passend ein Jahr nach den Jubiläumsfeierlichkeiten konnte auf der Hardt Ende Mai noch einmal gefeiert werden. Mit einem 7:0-Kantersieg wurde der Aufstieg in die Westfalenliga perfekt gemacht, das gleichzeitige 9:1 des Rivalen aus Gievenbeck gegen YEG Hassel blieb ohne Wirkung. Das Happy-End: Über die Relegation schaffte es der Münsteraner Vorortclub nun doch noch, es dem SV nachzumachen. Platz eins bis fünf hatte Trainer Martin Schmidt, in Stadtlohn bekannt als langjähriger Oberligaspieler und -trainer des VfB Hüls, der heute auch als versierter WAZ-Kolumnist auf sich aufmerksam macht, vor der vergangenen Spielzeit als Ziel ausgegeben. Er sollte Recht behalten. Allerdings schienen sich die Schwarz-Gelben hinter Gievenbeck und dem SV Zweckel als dritte Kraft in der Landesliga zu etablieren. In einem rasanten Endspurt wurden die Nachlässigkeiten der Konkurrenz gnadenlos ausgenutzt, bis das Team am vorletzten Spieltag die Spitze erklomm und nicht mehr abgab. „Ein Erfolg der mannschaftlichen Geschlossenheit", urteilte Trainer Schmidt danach. Und trifft damit den Punkt: Der Kader, der punktuell durch wenige erfahrene wie junge Spieler ergänzt wurde, besticht durch Ausgeglichenheit. Die Mischung scheint zu stimmen. Besonderes Augenmerk darf man der Offensive mit Andreas Kauschat und Sven Potthast schenken. Letztgenannter dürfte allen Stadtlohnern aus dessen Zeit beim SuS zu Oberligazeiten noch ein Begriff sein. Nicht erfüllt wurde der Wunsch von Trainer Schmidt, in die Staffel 2 eingruppiert zu werden, um somit eine Vielzahl von Lokalderbys genießen zu dürfen. Nun wird man sich mit der Westfalenliga 1 anfreunden müssen. Das „Abenteuer Westfalenliga" werden man in Dorsten nur erfolgreich gestalten können, wenn jeder einzelne Beteiligte das Maximum aus sich heraushole, erinnert Schmidt an die vergangene Landesligasaison und verzichtet so auf die Vorgabe eines bestimmten Tabellenplatzes. In einem Testspiel siegte der SuS zuletzt im Sommer 2009 knapp mit 3:2.
Personell stellen sich beim SuS noch einige Fragezeichen - insbesondere in der Offensive. Torjäger Markus Krüchting hat beim Test gegen Eintracht Ahaus noch Glück im Unglück, dass er sich die hinteren Kreuzbänder allein überdehnte. Er wird allerdings sehr wahrscheinlich ebenso ausfallen wie Partner Daniel Ebbing, den ein Muskelfaseriss aus dem Pokalspiel bei der TSG Dülmen abermals außer Gefecht setzt. Inwieweit die Mittelfeldkräfte Andre Hippers (Rippenprellung) und Jakob Fischer (Adduktorenprobleme) einsatzfähig sind, wird die weitere Trainingswoche zeigen. Für Kapitän Matthias Uphues dürfte der Auftakt nach dem Mittelfußbruch noch zu früh kommen.

h.v.l.: Trainer Martin Schmidt, Kevin Ewald, Cenk Özcan, Matthias Knoblauch, Sleiman Salha, Sebastian Nover, Pascal Vasic, Co-Trainer Marc Wischerhoff.
M.v.l.: Kassierer Jürgen Gertz, Daniel Klöckner, Matthias Müller, Claudio de Manna, Thomas Heimath, Claudio Tammen, Dennis Damnitz, Jannis Scheuch, Manager Dieter Pannebäcker, Betreuer Klaus Harding.
v.v.l.: Tim Koschollek, Dominik Hofmann, Sven Potthast, Stefan Schröder, Lukas Glade, Nils Knake, Cem Kara, Christopher Seiffert;
es fehlen: Andreas Kauschat, Benedikt Erlemann, Betreuer Michael Richter.








