Mit einer erneut sehr jungen Mannschaft geht die Reserve des Zweitligisten SC Paderborn 07 an den Start. SCP II-Trainer Michael Bauer hielt beim Vorbereitungsstart den Ball bewusst flach - auch wenn man grundsätzlich gerne um den Aufstieg in die Oberliga Westfalen mitspielen möchte. „Der Altersdurchschnitt meines Kaders liegt bei 19,6 Jahren. Da haben andere Vereine deutlich mehr zu bieten", sagt Bauer und nimmt so Druck von seinem jungen Team. Allerdings haben die Neuzugänge, die sich überwiegend aus der eigenen Jugend rekrutieren, sämtlich eine sehr gute Ausbildung genossen. Nicht zuletzt deshalb spielen die Paderborner seit Jahren schon mit den gepflegtesten Ball, dem allerdings hin und wieder die nötige Konsequenz abgeht, um noch erfolgreicher abzuschneiden. Dass er der Mannschaft sicher weiterhelfen kann, bewies nicht zuletzt Omar Guetat, der den Weg aus der A-Junioren-Bundesliga von Münster nach Paderborn gefunden hat. Verstärkungen aus dem Profikader sieht Bauer nicht als Zusatztrumpf. „Wir dürfen nur drei Spieler einsetzen, die über 23 sind. Das heißt, dass nicht unbedingt Spieler mit Erfahrung runterkommen werden." Die neue Saison werde noch schwerer als die vergangene Spielzeit, in der der SCP II mit Spielern wie Stefan Parensen, Eugen Klukin, Ole Siegel oder Ardian Jevric, die den Kader zum Teil zu Westfalenliga-Konkurrenten verlassen haben, Achter geworden war. Mit Spielern aus dem erweiterten Bundesligakader wie Nico Burchert, Sergej Schmik, Thomas Rath und Nico Erlbeck hat es der noch ungeschlagene SCP bislang auf Platz drei geschafft. In der Vorsaison erkämpfte sich der SuS in der ersten Serie ein torloses Remis, das Rückspiel ging deutlich mit 3:0 an die 07er.
(M.v.l.): Milas Masdjidi, Sefkan Kaynak, Marcel Lopez, Teambetreuer Denny Kowalleck, Trainer Michael Bauer, Co-Trainer Ralf Kowalleck, Christopher Wetzler, Steve Banyik, Yann Nkanga.
(v.v.l.) Omar Guetat, Robert Wezorke, Christian Rasche, Tobias Schlöffel, Volkan Capaci, Lukas Lanz, Pascal Bleifus, Fabian Bönsch; es fehlt: Physiotherapeutin Angela Romek.
Der SC Paderborn 07 II in der Saison 2011/2012
Zugänge: Christopher Wetzler (SV Höxter), Omar Guetat (Preußen Münster U19), Steve Banyik, Pascal Beilfuß, Raul Guzu, Tobias Schlöffel, Niclas Erlbeck, Sefkan Kaynak, Milad Masdjidi (alle eigene U19), Volkan Capaci (Fortuna Schlangen), Fabian Bönsch (SV Pattensen), Christian Rasche (Warburg 08).
Abgänge: Hendrik Starostzik (SC Wiedenbrück), Ole Siegel, Stefan Parensen (beide Delbrücker SC), Eugen Klukin (FSC Lohfelden), Ardian Jevric (SV Lippstadt).
Der 2./4. Spieltag
Westfalenliga
SuS Stadtlohn : SC Paderborn 07 II
Sonntag, 28. August, 15 Uhr
SR: Graf, Julian // Zahnhausen, Tim // Muszynski, Christopher
hülsta-Sportpark // Uferstraße / Am Losbergpark // 48703 Stadtlohn
Kreisliga A
FC Oeding : SuS Stadtlohn II
Sonntag, 28. August, 15 Uhr
SR: Knappe, Simon
Grenzstadion Oeding (Rasen 1) // Winterswyker Straße 66 //
46354 Südlohn
Kreisliga B
SuS Stadtlohn III : SC Südlohn II
Freitag, 26. August, 19 Uhr
SR: Tenkleve, Eric
Losbergpark 1 // Uferstraße / Am Losbergpark // 48703 Stadtlohn
Die Sicht unserer Trainer
Frank Bajorath (Westfalenligamannschaft):
„Nach drei Spieltagen hat es auch die Westfalenligamannschaft erwischt: Die erste Saisonniederlage ist perfekt. Und wir müssen neidlos anerkennen, dass diese mehr als verdient war.
Wir haben in Gütersloh die Erfahrung machen müssen, dass uns Vereine dieses Schlages zumindest aktuell einen großen Schritt voraus sind. Nicht nur in Gütersloh, auch bei gestandenen Vereinen wie Lippstadt oder auch Hamm wurde mächtig investiert, um die einmalige Chance wahrzunehmen, durch den vermehrten Aufstieg zurück in die Oberliga zu gelangen. Und wenn dann auf zentralen Positionen gestandene Regionalligafußballer in ein bestehendes und weiß Gott nicht schlechtes Konstrukt aus dem Vorjahr eingebaut werden, dann ist ein Qualitätsunterschied zu einem Großteil der Mannschaften, die nicht unbedingt in dieser Region anzusiedeln sind, zwangsläufig. Keine Frage: Am Sonntag war ein Klassenunterschied zu erkennen. Da hilft es und auch nicht weiter, nach einer möglichen Chance nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich zu suchen. Dass es dazu gekommen ist, hatten wir an diesem Tage allein unserem Torhüter Christoph Fork sowie der Abschlussschwäche des FC zu verdanken. Die Niederlage war auch in der Höhe verdient - da muss aus unserer Sicht auch nichts schön geredet werden. In dieser Form werden noch ganz andere Mannschaften dort den Kürzeren ziehen - Gütersloh wird so auch am Ende ganz oben stehen. In unserem Entwicklungsstadium kommen diese Herausforderungen im Grunde noch zu früh. Doch haben wir selbstverständlich keinen Einfluss auf die Gestaltung des Spielplans.
Allerdings hätte ich es mit gewünscht, dass wir mutiger auftreten. Es hat sich gezeigt, dass die hohe Niederlage im Westfalenpokal Spuren hinterlassen hat. Die Mannschaft hat sich nach der problematischen Vorbereitung noch nicht gefunden - jeder einzelne Spieler hat erst einmal mit sich selbst zu kämpfen. Entsprechend schwierig werden die kommenden Wochen mit nicht minder harten Spielen. Aber: Allein über die Praxis kommen wir zum Selbstvertrauen und zur Stabilität zurück. Dabei hilft es uns auch, dass einige zuletzt fehlenden Akteure im Offensivbereich in naher Zukunft zurückkommen, um mehr Alternativen, mehr Kreativität und spielerische Überraschungsmomente abrufen zu können. Zudem könnte die kurzfristige Verpflichtung von Jan Temme als Option für den Defensivbereich noch ein ganz wichtiger Baustein für das Team werden. Wir werden in dieser Hinsicht kein Risiko eingehen, denn nur richtig fitte Spieler bringen mittel- und langfristig uns weiter. Diese Zeit wird sich ein Jan Temme ebenso geben wie ein Niklas Hilgemann.
Mit Paderborn 07 wartet die nächste Herausforderung auf uns. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass der Profinachwuchs - egal mit oder ohne Profiverstärkung - zum fußballerisch Besten gehört, was die Westfalenliga zu bieten hat. Gerne erinnere ich mich ein Jahr zurück, als wir in einer ähnlich schwierigen Lage dem Gast durch eine konzentrierte Leistung und eine solide Grundordnung ein torloses Remis abgerungen haben. Mit einem ähnlichen Ergebnis könnte ich an diesem Wochenende sehr gut leben. Für uns wäre es aktuell ein Erfolgserlebnis gegen den Tabellendritten. Ich denke, Sie als mit viel Fußballsachverstand ausgestattete und treue SuS-Anhänger können sich mit dieser ergebnisorientierten Sichtweise anfreunden und denken ähnlich. In kleinen Schritten muss sich das Team nun weiterentwickeln. Dann werden wir in Kürze schon einen anderen SuS sehen. Davon bin ich überzeugt."
Tim Probst (Reserve):
„Die Reserve hat es verpasst, sich Selbstbewusstsein für die kommenden schweren Aufgaben in Oeding und gegen Union Wessum, den beiden Siegern des ersten Spieltags in der Kreisliga A, zu verschaffen. Dabei hatten wir die Partie gegen Alstätte eine halbe Stunde lang bei einer verdienten 2:0-Führung fest im Griff. Der Anschlusstreffer des mit einigen sehr erfahrenen Spielern ausgestatteten VfB kurz vor dem Pausenpfiff hat meine junge Mannschaft dann wohl in eine Art Schockstarre versetzt. So richtig erholt hat sich das Team davon nicht mehr - der Gast hat unsere Unkonzentriertheiten konsequent ausgenutzt. Nun müssen wir dieses Spiel gründlich analysieren, aufarbeiten und die richtigen Schlüsse daraus ziehen. Denn eigentlich darf eine Mannschaft mit unseren Ambitionen ein Spiel nicht derart herschenken. Der Druck vor den anstehenden schweren Aufgaben ist so natürlich nicht geringer geworden. In acht Tagen werden wir wissen, ob es aktuell reicht, mit der absoluten Spitze mitzuhalten oder ob wir uns kurzfristig erst einmal anderen Zielen widmen müssen. Die Saison ist natürlich noch sehr jung, doch wollen wir der Musik nicht schon zu Beginn hinterherlaufen. Entsprechend, so denke ich, wird die Mannschaft in Oeding eine Reaktion zeigen."
Mark van Almsick (Dritte):
„Mit einer nicht unbedingt erwarteten Niederlage bei einem Aufsteiger Alstätte II, der sicherlich auch noch von der Euphorie getragen war, ist die dritte Mannschaft in die neue Spielzeit gestartet. Dieses Spiel hat allerdings auch wichtige Erkenntnisse gebracht. Die Mannschaft benötigt nach dem nicht unerheblichen Umbruch im Sommer noch eine gewisse Zeit, um sich zu finden. Die Vielzahl an aufgerückten Nachwuchsspielern muss sich noch an die rauere Gangart bei den Senioren gewöhnen. Diese Zeit sollten wir ihnen auch alle geben - langfristig wird sich dieser Schritt für die Mannschaft und den Verein auszahlen. Diese Entwicklung können sie völlig ohne Druck durchmachen. Sobald sich die ersten Erfolgserlebnisse einstellen werden - und dies wird sicher bald passieren, davon bin ich überzeugt - wird die Mannschaft auch den Fußball spielen, den wir uns alle vorstellen. Das Potenzial schlummert aktuell noch ein wenig im Verborgenen. Jetzt ist es nicht zuletzt an mir, dieses aus der Mannschaft herauszukitzeln."








