Noch nie waren der SV Spexard und der SuS Stadtlohn im Meisterschaftsbetrieb gegeneinander angetreten - nun läuft man sich bereits zum zweiten Mal binnen zehn Tagen über den Weg. Der erste Vergleich Ende April ging dabei mehr als deutlich an den Neuling.
Spexard ist aufgrund dieser Negativerfahrung nicht mehr die große Unbekannte der Liga. Nachhaltig Erfahrungen hat der SuS Stadtlohn mit der wendigen Offensive der Gütersloher gemacht. Insbesondere Matthäus Wieckowicz wirbelte die SuS-Defensive ein ums andere Mal durcheinander. In der Defensive hielt Lars Beuckmann, vor der Saison erst vom FSC Rheda gekommen, den Laden zusammen. Der Konkurrenz sind die Auftritte nicht verborgen geblieben. Das Duo wechselt gemeinsam zur neuen Saison zum „großen" Nachbarn FC Gütersloh 2000 ins Heidewaldstadion. Routine aus höheren Ligen bringt Daniel Koberstein (SC Verl) mit, der im Hinspiel vor Monatsfrist gleich doppelt erfolgreich war. Mit dem Sieg über Stadtlohn hat sich der Aufsteiger mit hoher Wahrscheinlichkeit ein weiteres Jahr Westfalenliga gesichert - und dies nach acht Jahren in der Landesliga zuvor. Der Aufstieg im Juni 2009 nach dem 6:2 über den SV Avenwedde war gleichzeitig der größte Erfolg in der gut 50-jährigen Vereinsgeschichte. Das dann zweite Jahr Westfalenliga nicht mehr miterleben wird Trainer Olaf Sieweke, der zum Ende der Saison seinen Hut nehmen muss und sich dem VfB Fichte Bielefeld anschließt.
Nach dem erkämpften Sieg in Dorsten will sich der SuS nun auch vor heimischem Publikum für die deftige Hinspielniederlage rehabilitieren. Neben dem langzeitverletzten Niklas Hilgemann ist ein Einsatz von Mario Beeke, der sich in Dorsten eine schwere Fußverletzung zuzog, wohl ausgeschlossen. Ebenso wenig Hoffnung besteht auf einen Einsatz von Marcel Terhaar (Oberschenkelprobleme). Ob es für Andre Hippers, der am Donnerstag wie schon beim Pokalspiel in Osterwick ohne Fremdeinwirkung umknickte, aber dennoch durchspielte, reichen wird, bleibt abzuwarten.
(o.v.l.) Andre Fiekens Betreuer, Tim Maruschke, Matthias Gök, Timo Niermann, Mehmet Dagdelen, Robin Baak, Thomas Wieckowicz, Dominic Walcott, Assis Igrek, Maik Dörhöfer Betreuer.
(M.v.l.) Klaus Rickmann Teammanager, Olaf Sieweke Trainer, Helmut Delker Konditionstrainer, Manuel Fuhsy, Lars Beuckmann, Björn Berenbrinker, Maik Mönchmeier, Dominik Jäger, Yusuf Das, Christian Kuklok, Volker Stickling Fußballobmann, Samuel da Costa Physiotherapeut.
(u.v.l.) Matthäus Wieckowicz, Kamil Orhan, Thomas Göktas, Dennis Menn, Roman Brenzel, Bruno Moreira, Daniel Koberstein, Raphael Negri, Ilja Nepke - es fehlt: Paul Buchwald.
Der SV Spexard in der Saison 2010/2011
Zugänge: Benzel, Nepke (beide SC Wiedenbrück II), Koberstein (SC Verl), Beuckmann (FSC Rheda), Niermann (SC Delbrück), Fushy, Baak (beide eigene Jugend).
Abgänge: Brockmann (Trainer eigene Reserve), Kilic (SC Herford), Kotzott (TuS Friedrichsdorf), Igrek (SV Avenwedde), Cakar (VfL Theesen), Lauströer (Hannover).
Trainer: Olaf Sieweke.
Der 27./31. Spieltag
Westfalenliga
SuS Stadtlohn : SV Spexard
Sonntag, 8. Mai, 15 Uhr
SR: Bejmowicz, Boris // Flemnitz, Christopher // Exuzidis, Leonidas
hülsta-Sportpark // Uferstraße / Am Losbergpark // 48703 Stadtlohn
Kreisliga A
TuS Wüllen : SuS Stadtlohn II
Samstag, 7. Mai, 15 Uhr
SR: Dastig, Christoph
Kreisliga B
Union Wessum II : SuS Stadtlohn III
SR: Atoglu, Nigazi
Sportanlage Wessum (Rasen 1) // Südstraße 2 // 48683 Ahaus
Die aktuelle Meinung unserer Trainer:
Frank Bajorath (Westfalenligamannschaft):
"Sicherlich anders hatten wir uns die abgelaufene „Englische Woche" vorgestellt (Anm.: Das Nachholspiel in Dorsten-Hardt fand nach Redaktionsschluss dieser Ausgabe statt.). Nach dem überzeugenden Punktgewinn gegen Hamm waren vier bis sechs Punkte aus den Spielen in Spexard und Bielefeld angepeilt - am Ende stand gar keiner zu Buche.
Dabei hatte ich gehofft, dass uns der engagierte Auftritt gegen Hamm, als wir insbesondere nach dem Seitenwechsel an die starken Partien in Neuenkirchen und Gievenbeck anknüpfen konnten, zusätzlich Rückenwind verleiht. Doch der enorme Aufwand, der binnen 48 Stunden von der Mannschaft verlangt wurde - in meinen Augen sicherlich zum Teil wettbewerbsverzerrend -, forderte wohl doch seinen Tribut. Speziell in Spexard waren wir nach der weiten Anreise zwar körperlich anwesend, es fehlte allerdings gänzlich an der geistigen Frische. Dennoch muss sich die Mannschaft den Vorwurf gefallen lassen, dass der bedingungslose Wille, sich gegen die drohende Niederlage zu stemmen, nicht bei allen zu erkennen war. Gerade vor der Pause zeigte das Team Nachlässigkeiten in allen Mannschaftsteilen, die der aggressiv auftretende und ausgeruhte Gegner gnadenlos ausnutzte. Eine mögliche Aufholjagd wurde durch zwei „Gastgeschenke" kurz nach der Pause im Keim erstickt. Erst danach haben ein wenig besser den Kampf angenommen. Deutlich verbessert zeigte sich die Mannschaft dann in Bielefeld. Der Wille, die Pleite in Spexard wettzumachen, war zu erkennen. Dass es dazu nicht langte, hatte zwei Gründe. Zum einen fehlten uns an diesem Tag die notwendige Kaltschnäuzigkeit und das Glück im Abschluss, zum anderen ermöglichten wir den Gastgebern viel zu einfache eigene Treffer. Somit standen wir am Samstagabend erneut mit leeren Händen da.
Schon an diesem Wochenende steht uns nun der zweite Auftritt gegen Spexard binnen zehn Tagen bevor. Ich bin mir sicher, dass sich die Mannschaft nicht noch einmal dermaßen überrumpeln lassen wird. Sie will ihr wahres Gesicht zeigen und die Chance nutzen, die schnelle Wiedergutmachung herbeizuführen. Wir kennen nun die Stärken und auch die Schwächen des Aufsteigers, der uns im Hinspiel gnadenlos den Schneid abgekauft und verdient die Punkte am Ort behalten hat.
Sicherlich hätten wir uns Ihnen, liebe SuS-Anhänger, vor dem vorletzten Heimspiel der Saison gerne in einer anderen Ausgangsposition für den Saisonendspurt präsentiert. Die Chance war enorm groß, die starke zweite Serie mit einem einstelligen Tabellenplatz im Endklassement abzuschließen. Diese Möglichkeit besteht zwar immer noch, sie ist durch die beiden Niederlagen allerdings deutlich geringer geworden. Dennoch wird die Mannschaft noch einmal alle Kräfte mobilisieren, um die Spielzeit nicht einfach auslaufen zu lassen. Sowohl Sie als auch die Mannschaft haben es verdient, für eine ordentliche Saison auch tabellarisch belohnt zu werden."
Tim Probst (Reserve)
"Für meine Mannschaft stand während der Osterpause eine aktive Erholung an, bevor wir uns in der abgelaufenen Woche wieder voll auf den Saisonendspurt konzentriert haben. Die Teilnahme mit 25 Aktiven am Sparkassen-Citylauf und auch der engagierte Auftritt beim Benefiz-Turnier in Ahaus haben mir noch einmal gezeigt, welch großer Zusammenhalt und Geist in der Mannschaft steckt - sicher nicht unbedingt üblich für eine Reservemannschaft. Davor muss ich als Verantwortlicher den Hut ziehen. Mit dem Testspiel am Mittwoch beim SV Burlo begann für das Team dann aber die heiße Phase in der Kreisliga A. Schließlich wollen wir um unsere Aufstiegschance - auch wenn sie nicht unbedingt die größte ist - bis zum Schluss kämpfen. Schon am Samstag wird in dieser Hinsicht eine Vorentscheidung fallen. Wird die Partie beim Mitbewerber TuS Wüllen verloren, können wir einen Haken hinter das Thema Meisterschaft machen. Bei einem Sieg wollen wir es der Konkurrenz weiter erdenklich schwer machen, Ausrutscher hat es bei den Spitzenteams in dieser Saison schon so häufig gegeben. Natürlich hoffen wir am Samstag auf eine große Unterstützung durch die SuS-Freunde, um gemeinsam das schier Unmögliche doch noch möglich zu machen. Was könnte es für uns alle schöneres geben, als wenn das letzte Saisonspiel gegen die DJK Eintracht im Rahmen des Familientags doch noch eine sportliche Bedeutung hat? Die Basis dazu muss die Mannschaft an diesem Wochenende schaffen..."
Mark van Almsick (Dritte Mannschaft)
„Nach den Turbulenzen während des letzten Heimspiels gegen den TSV Ahaus ist wieder Ruhe eingekehrt. Während der zweiwöchigen Spielpause haben wir ein wenig den Gang herausgenommen, um nun vor den letzten vier Partien noch einmal hoch zu schalten. Die dritte Mannschaft bekommt die einmalige Chance geboten, für das beste Abschneiden einer Dritten seit mehr als einem Jahrzehnt zu sorgen. Sie kann endlich dafür sorgen, dass das Image einer Fahrstuhlmannschaft endgültig der Vergangenheit angehört. Und: Sie kann untermauern, dass die vor der Saison bewusst hoch angesiedelten Ziele nicht zu hoch gegriffen waren. Ich denke, dafür lohnt es sich noch einmal hart zu arbeiten. Gerade in den kommenden beiden Spielen gegen Gegner, die man vom Tabellenbild her schlagen müsste, kann man sich eine gute Bilanz unnötig vermiesen, geht man die Aufgaben nicht mir dem notwendigen Ernst an. Entsprechend werde ich das Team auch vor dem Auftritt beim Schlusslicht in Wessum in die Pflicht nehmen, mit voller Konzentration zu Werke zu gehen. Wie man es falsch machen kann, haben uns die heftigen Pleiten zuletzt in Vreden und Epe gezeigt..."
Das sagt die Presse:
SV Spexard setzt auf den Saisonendspurt
Als Erlebnis stuften die meisten Spexarder Kicker und ihr Trainer Olaf Sieweke das Gastspiel im Westfalenligaderby beim Ortsrivalen FC Gütersloh am Donnerstagabend ein. Weniger mit Blick auf das Ergebnis, die 2:3-Niederlage. Vielmehr lobten alle die besondere Atmosphäre, die das altehrwürdige Stadion versprühe.
„Vor so einer großen Kulisse zu spielen macht schon Spaß", sagte etwa der künftige Gütersloher Lars Beuckmann. Und auch sein jetziger und künftiger Mannschaftkollege Matthias Wieckowicz pflichtete bei: „Ein tolles Gefühl."
„Ich habe schon schlimmere Niederlagen erlebt", dachte Spexards Trainer Olaf Sieweke dabei wohl nicht nur an das 2:5 aus dem Hinspiel. Entspannt darf Sieweke ebenfalls die kommende Aufgabe am Sonntag beim SuS Stadtlohn angehen, denn die Abstiegsgefahr ist inzwischen gebannt. Sieweke: „Nach Recklinghausens Niederlage sind wir ganz sicher auch im nächsten Jahr in der Westfalenliga. Das war vielleicht noch das Wichtigste am Donnerstagabend."
Sein Ziel 40 Punkte verliert Sieweke trotzdem nicht aus den Augen. Die dafür noch nötigen Zähler will er vor allem im Saisonendspurt gegen Dorsten-Hardt, Recklinghausen und Emsdetten holen. „Gegen Stadtlohn werde ich die Mannschaft auf fünf oder sechs Positionen verändern", will Olaf Sieweke mit Blick auf die vergangenen englischen Wochen einige Akteure schonen. Eine zweite Chance erhält auf jeden Fall Dominic Walcott, der sich als Rechtsverteidiger gegen den FCG entscheidende Patzer erlaubte. „Jeder erwischt mal einen schlechten Tag", nimmt ihn Sieweke in Schutz. Der angeschlagene Innenverteidiger Maik Mönchmeier wird hingegen pausieren. In der Offensive möchte Sieweke erneut mit zwei Stürmern agieren. An der Seite von Matthias Gök soll Kamil Orhan für Torgefahr sorgen.
Quelle: Neue Westfälische








