Mit dem zweiten torlosen Remis gegen den SC Paderborn 07 II hat der SuS Stadtlohn die Basis gelegt, um sich selbstbewusst der zweiten Reservemannschaft in Serie zu stellen. Dabei dürfte die Aufgabe gegen die aufstrebende U23 des Regionalliga-Spitzenreiters SC Preußen Münster ungleich schwerer werden. Nach verhaltenem Saisonstart haben die jungen Adler zum Höhenflug angesetzt. Der SC zollte zunächst dem großen Umbruch vor der Saison Tribut. Der neue Coach Arne Barez, der dem Verein auch in der kommenden Saison erhalten bleiben will, hatte ein ganzes Dutzend Abgänge durch nicht weniger Zugänge - überwiegend aus der A-Jugend und der A-Junioren-Bundesliga - zu ersetzen. Kurz vor Toreschluss verpflichtete man dann noch Bora Karadag vom Traditionsverein RW Essen - auch vor dem Hintergrund des schwachen Starts. Diesem ist wohl auch der Umstand geschuldet, dass man verstärkt dazu übergegangen ist, die Mannschaft Woche für Woche mit einer Serie von Regionaligaspielern zu verstärken. Spieler wie Maximilian Mümken, Konstantin Möllering, Rico Schmider oder auch Julian Westermann gehören quasi zum U23-Inventar. Dazu sammeln immer wieder Stammkräfte der „Ersten" Spielpraxis in der Reserve. Die Folge ist eine beeindruckende, letztendlich aber nur allzu verständliche Erfolgsserie. Für Barez ist diese Vereinsphilosophie natürlich zweischneidig, will er seinen Kernkader doch bei Laune halten. Bis dato gelingt ihm dieser Spagat doch sehr gut. Der Weg nach ganz oben scheint durch den großen Abstand wohl verbaut - ein Platz auf dem Podest ist für die jungen Preußen jederzeit in Reichweite. Nachdem man sich von den Abstiegsplätzen bis auf Rang vier vorgespielt hat, scheint einiges möglich. Einen Beleg des Könnens lieferte das 3:1 der Preußen im Hinspiel gegen den SuS.
Ausgerechnet vor den so wichtigen Spielen hat sich das SuS-Lazarett ordentlich gefüllt. Kai Ernings Knieprobleme haben sich als Kreuzbandzerrung herauskristallisiert, Andre Hippers ist Opfer des stumpfen Kunstrasens in Osterwick geworden (Außenbandanriss). Michael Gravermann plagen erneut Rückenprobleme, Marcel Terhaar fehlt beruflich bedingt. Jordy Koster kehrt auf die Bank zurück.

(h.v.l.) Bekir Kilabaz, Marco Bensmann, Tigin Yagliogu, Timo Achenbach, Manuel Dieckmann, Michael Seifert, Nico Hecker.
(M.v.l.) Trainer Arne Barez, Co-Trainer Sören Weinfurtner, Florian Quabeck, Ingmar Holtkamp, Kim Sehrbrock, Physiotherapeut Thorsten Potthast, Betreuer Michael Huesmann, Betreuer Rene Hüser.
(u.v.l.) Pascal Koopmann, Marko Budalic, Christopher Nas, Nils Wiedenhöft, Fabian Otte, Baris Ertugrul, Ilhan Islak, Arda Nebi.
Der SC Preußen Münster II in der Saison 2010/2011
Zugänge: Ilhan Islak (Davaria Davensberg), Nils Wiedenhöft, Nico Hecker, Tigin Yaglioglu, Ingmar Holtkamp, Arda Nebi, Michael Seifert (alle eigene U19), Kim Sehrbrock (Borussia Dortmund U19), Timo Achenbach (Arminia Bielefeld U19), Marko Budalic (SG Weser/Diemel), Baris Ertugrul (Hammer SpVg. U19).
Abgänge: Niklas Melzer, Daniel Seidel (beide Eintracht Rheine), Max Mümken (1. Mannschaft), Kieran Schulze-Marmeling (1. FC Gievenbeck), Patrick Wensing (SuS Neuenkirchen), Hassan Nasrallah (pausiert), Kai Püntmann (Preußen Lünen), Enes Demir (Alemannia Aachen II), Marcel Czichowski, Samuel Hosseini (alle Ziel unbekannt).
Trainer: Arne Barez/Sören Weinfurtner (seit 2010).
Der 25./27. Spieltag
Westfalenliga
SuS Stadtlohn : SC Preußen Münster II
Sonntag, 10. April, 15 Uhr
SR: Pinke, Bernward // Lünnemann, Patrick
hülsta-Sportpark // Uferstraße / Am Losbergpark // 48703 Stadtlohn
Kreisliga A
GW Lünten : SuS Stadtlohn II
Sonntag, 10. April, 15 Uhr
SR: Schulte, Gerd
Sportanlage Mergelkamp (Pl. 1) // Rahook // 48691 Vreden
Kreisliga B
FC Epe II : SuS Stadtlohn III
Sonntag, 10. April, 13 Uhr
SR: n.n.
Bülten (Nebenplatz, Rasen) // Nienborger Damm // 48599 Gronau (Westf.)
Das sagen unsere Trainer zur aktuellen Situation:
Frank Bajorath (Westfalenligamannschaft):
"Nach dem furiosen Jahresauftakt kommen die jüngsten Auftritte ein wenig „holprig" daher. Mit nur einem Zähler aus den vergangenen drei Spielen hat sich die Ausgangslage der Westfalenligamannschaft für den Rest der Saison nicht unbedingt verbessert.
Bei aller schon aufkommenden Euphorie sollten wir immer „die Kirche im Dorf lassen" und schauen, wo wir eigentlich her kommen. Noch im Herbst schrillten die Alarmglocken - angesichts der Tabellenlage auch zu Recht. Ich betone aber noch einmal, dass wir intern stets die Ruhe bewahrt haben, weil wir die Gründe für die anhaltende Misere ausgemacht und entsprechend entgegengesteuert haben, wenn der Bedarf da war. Selbstverständlich haben uns die ersten Erfolgserlebnisse - wie so oft oder immer im Sport - „über den Berg geholfen". Nach der Niederlage in Dornberg war ich eigentlich überzeugt davon, dass wir uns gegen Delbrück die „verlorenen" Zähler zurückholen. Allerdings hat sich gezeigt, dass uns dieser Gegner mit seiner kantigen Spielweise nicht liegt. Vier Niederlagen in vier Spielen zeugen davon. Vom Anstoß weg ist es uns nicht gelungen, unser bekannt druckvolles Spiel über die Flügel mit schnellem Umschalten und Einsetzen der Offensivkräfte aufzuziehen. Dabei muss ich der Mannschaft zugute halten, dass die schwierigen Platzverhältnisse durch die Unebenheiten und die anhaltende Trockenheit unserem Spiel nicht förderlich waren und dem Gegner in die Karten spielten. Den Willen kann ich dem Team nicht absprechen. Ich hoffe, dass sich der Untergrund zum nächsten Heimspiel gegen die junge Elf von Preußen Münster II in einem besseren Zustand befinden wird. Gegen diese technisch versierte und aufstrebende Mannschaft müssen wir ähnlich diszipliniert auftreten wie bei der Reserve von Paderborn 07. Da damit zu rechnen ist, dass eine Vielzahl von Regionalligaspielern mit anreisen wird - in der jüngeren Vergangenheit hat man in Münster an dieser Philosophie festgehalten, wie das Hinspiel gezeigt hat -, dürfen wir uns kaum Fehler erlauben. Wenn wir erfolgreich sein wollen, müssen wir einhundertprozentig konzentriert zur Tat schreiten, den Gegner durch geschicktes Verschieben vom Tor fern halten, Druck gegen den Ball erzeugen, um keinen Spielfluss aufkommen zu lassen und die wenigen sich bietenden Chancen konsequent ausspielen. Wenn sämtliche Faktoren am Sonntag zusammenkommen, dann können wir auch gegen diesen Gegner bestehen.
Mit weiterhin zehn Punkten Vorsprung auf den ersten Abstiegsrang liegen wir weiterhin im Soll. Dennoch wollen wir gerne zum Ende hin noch den einen oder anderen Rang aufrücken - auch wenn die Aufgaben nicht einfacher werden. Durch die zahlreichen Nachholspiele im April und Mai sind Verschiebungen schnell möglich. Dabei wollen wir „den Zug nicht verpassen" und gerade die Duelle gegen die Tabellennachbarn für uns entscheiden. Bei diesem Kraftakt werden wir dosiert arbeiten und personell sicherlich das ein oder andere Mal rotieren müssen. Ich werde mir entsprechend noch genauer ein Bild vom jeweiligen Fitnessstand der Spieler machen. Wir werden den gesamten, hoffentlich gesunden Kader brauchen - und natürlich Ihre gewohnt tatkräftige Unterstützung, liebe SuS-Anhänger, die ich zu den kommenden „Fußball-Festwochen" herzlich einlade."
Tim Probst (Reserve):
"Die Kreisliga A spielt in dieser Saison verrückt. Sah es vor drei Wochen noch so aus, als konzentriere sich der Titelkampf auf ein Trio, so hat sich die Zahl der Aufstiegsanwärter mittlerweile wieder verdoppelt. Mit unseren drei - zum Teil erkämpften, zum Teil auch sauber herausgespielten - Erfolgen haben wir selbst den Grundstein gelegt, um ein wenig unerwartet wieder „mit in der Bütt" zu sein. Zudem hat die Konkurrenz auch nicht gerade durch Zielstrebigkeit geglänzt. Kurz: Es zeigt sich deutlicher denn je, dass keine Mannschaft in dieser Liga überragende Qualitäten besitzt, um die Verfolgerschar entscheidend zu distanzieren. Ich möchte die Situation auch gar nicht allzu hochspielen, zu oft sind wir selbst wieder „auf die Nase" gefallen. Im Gegensatz zu einigen anderen Mitstreitern haben wir unsere Schwächephase zu Anfang des Jahres gehabt - und hoffentlich auch hinter uns gelassen. In den verbleibenden sieben Spielen wird sich das Rennen weiter zuspitzen, eine endgültige Entscheidung fällt womöglich erst am letzten Spieltag. Da wir es aus eigener Kraft nicht schaffen können, wollen wir es den Tabellennachbarn so schwer wie möglich machen. Durch weitere Erfolge wollen wir den Druck hochhalten, um bei Aussetzern der Konkurrenz entscheidend zur Stelle zu sein. Dazu arbeiten wir so akribisch weiter wie bisher und konzentrieren uns allein auf uns. Wir alle dürfen uns auf einen spannenden Endspurt freuen. Den Auftakt wollen wir in Lünten erfolgreich gestakten."
Mark van Almsick (dritte Mannschaft):
"Die dritte Mannschaft scheint in sich gefestigt zu sein. Sie hat die richtigen Lehren aus dem 0:5-Blackout in Vreden gezogen. Mit dem 2:1 im Derby bei der DJK Eintracht II sowie dem 4:1 über die Reserve des FC Ottenstein ist die Mannschaft in die Erfolgsspur zurückgekehrt. Platz vier wurde zurückerobert. Diesen zu verteidigen, ist unser aller Ziel. Die Aufgaben auf dem Weg dorthin sind allerdings keine einfachen. Gerade an diesen ist das Team in der jüngeren Vergangenheit immer wieder gewachsen. Der Vorteil ist, dass wir ganz befreit aufspielen können, da nach dem tollen Saisonverlauf ein Teilziel schon erreicht ist und niemand Wunderdinge von der Mannschaft erwartet. Die Auftritte zuletzt haben mir aber ebenso gezeigt, dass die Elf noch immer hungrig ist. Ich als Trainer bekomme durch diese „Luxussituation" die Gelegenheit, kräftig zu rotieren, um das Gleichgewicht im Kader zu erhalten. Dass sich dennoch die Erfolge weiter einstellen, belegt, dass die Mannschaft Charakter hat und intakt ist. Alle Mitglieder des großen Kaders identifizieren sich mit der dritten Mannschaft - ebenso wie die Abstellungen aus der Reserve. An der Durchlässigkeit werden die Senioren aufgrund der guten Erfahrungen weiter festhalten. Dass auch der Zuspruch aus der SuS-Familie immer spürbarer wird, lehrt uns, dass wir uns auf einem guten Weg befinden, der mit Abschluss dieser erfolgreichen Spielzeit sicherlich noch nicht zu Ende beschritten sein wird. Kurzfristig gedacht fokussieren wir uns nun auf die Aufgabenstellung bei der Reserve des FC Epe."








