Der FC Eintracht Rheine wurde vor rund einem Jahrzehnt nicht nur Westfalenpokalsieger, er belegt auch den vierten Platz in der ewigen Rangliste der Oberliga Westfalen. Und ginge es nach den Verantwortlichen vor dieser Spielzeit, so soll nach dieser Qualifikationssaison auch die Rückkehr in diese Spielklasse stehen. Die Realität sieht nach mehr als einem Drittel der Saison ein wenig anders aus: Das Team verharrt im unteren Tabellenmittelfeld - der Abstand zum möglicherweise ersten Aufstiegsrang sechs beträgt ganze zehn Zähler. Die nicht zufriedenstellende sportliche Lage ist dabei auch zum Teil in einem sehr unruhigen Umfeld begründet. So fiel gleich das erste Training in der Vorbereitung aus. Die arrivierten Spieler „streikten" aufgrund einer ausstehenden Gehaltszahlung. Und: Bereits Ende Juli zog Trainer Ulrich Peltner die Konsequenz aus einer schwelenden Unruhe im Verein und trat zurück. Mit Klaus Bienemann übernahm kurz darauf ein alter Bekannter das Zepter. Der sportliche Erfolg wollte sich nur allmählich einstellen. Als dann auch noch Torjäger Daniel Seidel wegen eines Auslandsstudiums für ein halbes Jahr nach Italien abwanderte, suchten die Verantwortlichen nach neuen Lösungen - und wurde fündig. Mit Massih Wassey (Fortuna Düsseldorf II) wurde ein gestandener Regionalligastürmer verpflichtet, der nun mit dem „Torschützen vom Dienst" Freddy Telsemeyer ein kongeniales Offensivduo bildet - unterstützt von Neuzugang Christian Bußmann (SuS Neuenkirchen). Ansonsten konnte Peltner auf einen eingespielten Kader mit vielen gestandenen Stützen zurückgreifen. Nach Platz zwei in der Vorsaison waren die Ansprüche berechtigt hoch. Noch hat man am Delsen die Hoffnungen nicht aufgegeben, dass es mit der Oberliga-Rückkehr noch klappen kann. Das 2:2 gegen Hövelhof war dabei sicher ein kleiner Rückschlag. In der Vorsaison unterlag der SuS in Rheine deutlich mit 0:3, um dann das Rückspiel mit drei Krüchting-Toren mit 3:2 zu gewinnen.
Seine Premiere im Kader des SuS wird der Torjäger der A-Junioren, Nils Temme, am spielfreien Wochenende in der A-Junioren-Westfalenliga feiern. Fragezeichen stehen hinter den Einsätzen von Michael Gravermann und Nico Klein-Günnewick. Spielpraxis in der Reserve sammeln werden Niklas Lukas, Dominik Uphues, Faruk Tan und Aleksandar Temelkov.
Der FC Eintracht Rheine in der Spielzeit 2011/2012
Zugänge: Massih Wassey (Fortuna Düsseldorf II), Christian Bußmann (SuS Neuenkirchen), Manuel Dieckmann (SCP Münster II), Christopher Mauck (VfL Osnabrück AI), Julian Knocke, Fabio da Costa Pereira, Jan Haking, Nils Woltering, Sebastian Göcke (alle eig. A Jgd.).
Abgänge: Jens Roßmöller (SpVgg Vreden), Christoph Siedler (Ziel unbekannt), Manuel Schupp (Laufbahn beendet), Peter Beckmann (beruflich bedingt ein Jahr in die USA), Stephan Roth (pausiert).
Tor: Andre Epker, Daniel Heuing.
Abwehr: Mirco Heger, Philipp Brüggemeyer, Niklas Melzer, Manuel Dieckmann, Christopher Mauck, Sebastian Göcke, Jan Haking.
Mittelfeld: Michael Ungru, David Ruwe, Andre Klostermann, Stefan Seiler, Maik Klostermann, Julian Knocke, Nils Woltering.
Angriff: Freddy Telsemeyer, Daniel Seidel, Christian Bußmann, Fabio da Costa Pereira, Massih Wassey, Markus Wersching.
Trainer: Klaus Bienemann (seit August), Lothar Berning (Co-Trainer), Thomas Runkewitz (Torwarttrainer).
Der 13./15. Spieltag in der Übersicht
Westfalenliga
SuS Stadtlohn : FC Eintracht Rheine
Sonntag, 13. November, 14.30 Uhr
SR: Hennig, David // Werkle, Gregor // Marx, Julian
hülsta-Sportpark // Uferstraße / Am Losbergpark // 48703 Stadtlohn
Kreisliga A
GW Lünten : SuS Stadtlohn II
Sonntag, 13. November, 14.30 Uhr
SR: Engin, Tolga
Sportanlage Mergelkamp (Platz 1) // Rahook // 48691 Vreden
Kreisliga B
SuS Stadtlohn III : SC Ahle
Sonntag, 13. November, 13 Uhr
SR: Florack, Ulrich
Losbergpark 1 // Uferstraße / Am Losbergpark // 48703 Stadtlohn
Kreisliga D
spielfrei: SuS Stadtlohn IV
Die aktuelle Sicht unserer Trainer:
Jörg Thor (Westfalenligamannschaft):
„Nicht ganz zufrieden kann ich mit dem mit Spannung erwarteten Derby gegen die SpVgg Vreden sein - vor allem aus spieltechnischer Sicht. Damit dürfte meine Einschätzung mit Ihrer, liebe SuSAnhänger, in weiten Teilen übereinstimmen. Wie immer vor einem Lokalvergleich sind die Erwartungen hoch. Im Vorfeld kann man noch so sehr auf die Bremse treten und versuchen, die Brisanz aus der Partie zu nehmen - es gelingt nur in den seltensten Fällen. So auch am vergangenen Sonntag. Alles war bereitet, die Rahmenbedingungen waren für die Jahreszeit nahezu optimal. Doch: Von Beginn an war zu spüren, dass gerade meine Mannschaft allzu gehemmt und vorsichtig zu Werke geht. Die SpVgg konnte sicherlich gelöster in die Partie gehen und hat - zumindest vor der Pause - mehr in die Begegnung investiert. Der letzte Mut und Wille fehlte letztendlich auf beiden Seiten, so dass Torchancen nahezu Mangelware blieben. Es fehlte das oft erhoffte frühe Tor, das womöglich die Bremse gelöst hätte. In zwei oder drei Situationen hatten wir zudem kein Glück mit den Entscheidungen des Schiedsrichtergespanns. Nach dem Seitenwechsel sind wir dann forscher aufgetreten. Im Fortlaufe der Partie beschränkten sich beide Mannschaften vermehrt darauf, den „Spatz in der Hand" abzusichern. Das Remis hilft dem Gast sicher mehr. Aber: Nachdem ich die Eindrücke ein wenig auf mich hab wirken lassen, kann ich der Partie mehr und mehr Positives abgewinnen. Wir haben erneut keinen Gegentreffer kassiert und das Gefühl erleben dürfen, wieder nicht verloren zu haben. Ein weiterer, wenn auch kleiner Schritt in die richtige Richtung. Das hab ich der Mannschaft auch in der Analyse entsprechend vermittelt.
Doch dürfen wir nicht die Tabelle aus den Augen verlieren. Das Klassement führt uns vor Augen, was die Stunde in den verbleibenden vier Spielen bis zum Winter geschlagen hat. Der Anschluss ist noch intakt, aber muss man auch bedenken, dass erwartete Hauptkonkurrenten wie Spexard, Vreden oder auch Bad Oeynhausen bereits ganz andere Punktepolster vorweisen. Unsere Chance - natürlich aber auch eine „Gefahr" - besteht darin, dass wir in den verbleibenden vier Spielen gänzlich gegen direkte Konkurrenten anzutreten haben. Die vermeintlich schwierigste Aufgabe wartet zum Auftakt gegen den Vorjahreszweiten Eintracht Rheine auf uns. Die aktuelle Platzierung des FC, dessen Anhänger und Vereinsvertreter ich herzlich zum „Münsterland-Derby" begrüße, ist sicher ähnlich wenig zufriedenstellend wie die unsere. Sie liegt womöglich auch in einer latenten Unruhe zu Saisonbeginn und einem enormen Verletzungspech begründet. Eine Beurteilung steht uns aus der Ferne nicht zu: Wir kennen die Qualität des Gegners und dürfen uns von den Zahlen nicht blenden lassen, sondern müssen zu unserem mutigen Spiel der vergangenen Wochen zurückfinden. Wie ich vernommen habe, konnte der SuS in der abgelaufenen Spielzeit gegen Rheine nicht nur ein spannendes, sondern auch erfolgreiches Heimspiel hinlegen. Sicherlich konnte das Team im Frühjahr bedeutend gelassener aufspielen als in der aktuellen Situation. Doch: Gelingt es uns, die sicher prekäre Lage für 90 Minuten in den Köpfen auszuschalten und uns allein auf Ball und Gegner zu fokussieren, dann werden wir erneut erfolgreich abschneiden. Nach dem spielfreien Wochenende würden wir dann gestärkt in den Jahresendspurt gehen. Unterstützen Sie uns dabei!"
Tim Probst (Reserve):
„Schritt für Schritt findet die Reserve zur erhofften Stabilität. Mit dem Derbysieg haben wir nicht nur unseren Anspruch auf einen Rang im oberen Tabellendrittel bekräftigt, sondern auch unser Selbstvertrauen weiter gestärkt. Das Ergebnis stimmte, mit der Leistung kann ich nur bedingt leben. Trotz zu diesem Zeitpunkt verdienter Führung haben wir nach der Pause völlig den Faden verloren und einen Gegner, der eigentlich schon am Boden lag, zurück ins Spiel gebracht. Ohne Zweifel haben wir nach dem Ausgleichstreffer mächtig geschwommen, zeitweise das Glück des Tüchtigen heraufbeschworen - und nicht zuletzt auf einen starken Schlussmann Jürgen van Almsick bauen können. Wie dieser die Führung bei einem direkten Freistoß kurz vor Spielende rettete, das war schon sehenswert. Nach der deutlichen Aufwärtstendenz wollen wir den Trend bis zum Winter natürlich stärken. In Lünten wartet nun auswärts eine ganz harte Nuss auf uns. Doch diese zu knacken, das soll und muss nach einem guten Saisondrittel und 21 Punkten aus zwölf Spielen auch unser Ziel sein."
Mark van Almsick (Dritte):
„Geduld zahlt sich aus: Immer wieder habe ich daran erinnert, die Erwartungshaltung bei der neu zusammengestellten dritten Mannschaft nicht zu überspannen. Mit den jüngsten Auftritten bestätigt die Mannschaft, dass sie zusammenwächst und dass das in sie gesetzte Vertrauen gerechtfertigt ist. Nach dem Derbysieg bei der DJK ließ sie auch gegen die starke Drittvertretung der SpVgg Vreden einen konzentrierten Auftritt folgen. Man bedenke: Vreden hatte vor Wochenfrist noch Spitzenreiter Heek geschlagen. Die tolle Moral wurde durch zwei Tore von Neuzugang Philipp Schiermann untermauert, wodurch ein Rückstand noch in einen Erfolg umgesetzt wurde. Nun wollen wir natürlich nachlegen und bekommen bei diesem Ansinnen mit dem SC Ahle die nächste Bewährungsprobe vor eigenem Publikum serviert. Wenn wir dort weitermachen, wo wir am vergangenen Freitag aufgehört haben, dann werden wir auch weiter erfolgreich sein und das insgesamt mittlerweile „runde Gesamtbild" der SuS-Reservemannschaften fördern."







