Im sechsten Heimspiel der Saison kommt mit dem Delbrücker SC der Verbandsliga-Meister der Spielzeit 2004/05 an den Losberg. In allerletzter Sekunde entriss Routinier Dominik Hansjürgen - auch heute noch in Diensten des DSC - seinerzeit dem SuS Stadtlohn den Titel. 2009 verließ Delbrück freiwillig die NRW-Liga - es folgten zwei Spielzeiten, in denen sich der Verein konsolidierte. Nun aber soll die Bescheidenheit ein Ende haben. Die Qualifikationssaison soll zur Rückkehr in die Oberliga Westfalen genutzt werden. Die Saison begann allerdings mit einem Fehlstart. Mit dem 3:1 in Neuenkirchen schien der Knoten geplatzt - die Kurve hat der DSC aber zunächst nicht so recht bekommen. Vier aus fünf Spielen wurden zu Beginn verloren, ehe die Erfolgskurve nach oben zeigte. Zuletzt folgte auf ein 5:0 gegen Vreden ein ernüchterndes 1:2 gegen Hövelhof. Ein Grund für die Unbeständigkeit ist ein enormes Verletzungspech. Trainer Alfons Beckstedde verfügt über einen sehr routinierten Kader. Während Furat Sansar (TuS Dornberg) oder auch Luca D'Angelo (SC Verl) ihr Glück bei höherklassigen Vereinen suchen, konnten diese Abgänge mit gestandenen Akteuren wie Ansgar Kuhn (Lippstadt), Janis Kraus (RW Ahlen) oder auch Stefan Parensen und Ole Siegel (Paderborn II) mehr als kompensiert werden. Beckstedde bleibt gelassen und verliert - von Spiel zu Spiel denkend - die Quali für die neue Oberliga nicht aus den Augen. Für den SuS Stadtlohn ist der DSC nicht zuletzt nach dem „Schock" am letzten Spieltag im Sommer 2005 eine Art Angstgegner. Sämtliche vier Spiele nach der freiwilligen Rückkehr Delbrücks in die Westfalenliga im Sommer 2009 gingen verloren.
Stadtlohns Coach Jörg Thor richtet den Blick verständlicherweise in dieser prekären Situation allein auf seine Mannschaft. „Die Jungs haben im Training richtig Gas gegeben, die Stimmung ist gut - trotz der erneuten Enttäuschung in Spexard", hat Thor ein „gutes Gefühl" vor seiner Heimspielpremiere. „Delbrück verfolgt sicher andere Ziele wie wir. Am Sonntagabend wissen wir, wer seinem Ziel ein Stück näher gekommen ist." Personell kann Thor bis auf die Rekonvaleszenten Goran Mikic und Philipp Wiesmann aus dem Vollen schöpfen. Mit Dominik Uphues, Dominik Steiner, Marius Wüpping, Faruk Tan und Oliver Temelkov erhält ein Quintett die Chance, sich in der Reserve Spielpraxis zu verschaffen. „Einige Spieler müssen aufgrund von Trainingsrückstand und nach Verletzungen noch am Fitnesszustand arbeiten. Und das tun sie auch", so Thor.
Der Delbrücker SC in der Spielzeit 2011/2012
Zugänge: Waldemar Ritter, Hendrik Scharfen (beide eigene Jugend), Sami Önen (FC Gütersloh 2000), Ansgar Kuhn, Engin Yildiz (beide SV Lippstadt), Christoph Escherhaus (SV Hövelhof), Janis Kraus (RW Ahlen), Matthias Krause (SV Marienloh), Stefan Parensen, Ole Siegel (beide SC Paderborn 07 II).
Abgänge: Furat Sansar (TuS Dornberg), Markus Lemberger, Thomas Isenrath, Stephan Jessen (alle Germania Westerwiehe), Umur Sakir (SV Hövelhof), Luca D´Angelo (SC Verl), Patrick Grziwotz, Patrik Turunen (beide Ziel unbekant).
Tor: Michael Joswig, Daniel Mehlich.
Abwehr: Matthias Riemer, Christoph Escherhaus, Ansgar Kuhn, Waldemar Ritter, Dominik Hansjürgen, André Schröder, Ole Siegel, Benjamin Braune, Florian Fulland, Phillip Sill.
Mittelfeld: Fabian Lübbers, Stefan Parensen, Janis Kraus, Alexander Henke, Florian Kraus, Peter Berhorst,
Sturm: Matthias Krause, Hendrik Scharfen, Yusuf Tumani, Sami Önen. Engin Yildiz.
Trainer: Alfons Beckstedde.
Die Meinung unserer Trainer
Jörg Thor (Westfalenligamannschaft):
"Im Fußballerleben geht manches manchmal schneller als im „wahren" Leben: Noch vor vierzehn Tagen hätte ich mir kaum vorstellen können, kurzfristig noch einmal in das Trainergeschäft einzusteigen. Heute stehe ich vor meiner Heimspielpremiere mit dem SuS Stadtlohn - und zwar inmitten des Abstiegskampfes.
Als mich vor Wochenfrist die Anfrage des SuS Stadtlohn erreichte, habe ich nicht lange überlegt. Nicht zuletzt aus alter Verbundenheit habe ich mich - selbstverständlich nach Rücksprache mit dem Familienrat - umgehend bereiterklärt, das „Unternehmen Klassenerhalt" mit dem SuS anzugehen. In jüngerer Vergangenheit hatte ich mich mehrfach mit interessanten Anfragen auseinanderzusetzen. Diese habe ich aus familiären wie beruflichen Gründen stets ablehnen müssen. Das Angebot eines SuS Stadtlohn hat in dieser Hinsicht allerdings eine andere Dimension. Eines vorweg: Meine Verantwortung nehme ich befristet bis zum Saisonende wahr. Bis dahin werde ich mich mit meinem Team mit voller Konzentration der Aufgabe widmen, die bis dato missglückte Spielzeit zu retten.
Ganze zwei Trainingseinheiten hatte ich bis zu meinem ersten Spiel an der Seitenlinie Zeit, um den Kader und den Zustand der Mannschaft kennenzulernen. Mein Urteil war und ist, dass genügend Qualität vorhanden ist, um in dieser Spielklasse mitzuhalten. Aber: Die Verunsicherung und fehlendes Selbstvertrauen ist allerorten spürbar - auch während des Spiels in Spexard, das wir denkbar unglücklich verloren haben. Dennoch habe ich gute Ansätze gesehen, auf die es sich aufbauen lässt. Meine Hauptaufgabe wird darin liegen, dem Team den Glauben an sich zurückzuschenken, dann wird der Knoten bald platzen - hoffentlich bereits an diesem Sonntag im Heimspiel gegen den Delbrücker SC. Wir werden dem Gegner - wie jedem anderen Kontrahenten auch - genügend Respekt entgegenbringen - in dieser Phase das Hauptaugenmerk allerdings auf unsere Interessen legen. Mit den Grundtugenden des Fußballs, die häufig genug zitiert wurden, wollen wir Schritt für Schritt zu alter Stärke zurückfinden. Dass dies schnellstens über Erfolgserlebnisse geht, kennen Sie, liebe SuS-Fans, als Fußballkenner genauso gut wie ich.
An dieser Stelle möchte ich die Gelegenheit nutzen, Sie in meiner Position als Hauptverantwortlicher der ersten Mannschaft des SuS zu begrüßen. Wir alle gemeinsam müssen nun schnellstens die Kurve bekommen, um zu verhindern, dass die Situation zur Winterpause nicht schon zu verfahren ist. Wir wissen auch, dass die Anzahl der Spiele gegen Gegner, gegen die gepunktet werden muss, schon um zwei abgenommen hat. Der Druck wird nicht geringer, die Konkurrenz schläft auch nicht. Wir alle wissen, was die Stunde geschlagen hat. Entsprechend viel Energie versuchen wir freizusetzen, um möglichst umgehend die Wende einzuleiten. Helfen Sie der Mannschaft dabei. Sie kann Unterstützung gebrauchen und wird dieses Vertrauen zurückzahlen wollen - auch um die starke Aufbauarbeit von Frank Bajorath in den vergangenen Jahren zu einem guten, vorläufigen Ende zu bringen."
Tim Probst (Reserve):
"Die Reserve scheint meine mahnenden und aufrüttelnden Worte verstanden zu haben. Mit zwei souveränen Siegen in Serie hat sie den Anschluss an das obere Tabellendrittel hergestellt. Sowohl in Gronau als auch gegen den Aufsteiger aus Ahaus haben wir unsere spielerischen Vorteile deutlich umgesetzt. Ein Grund mit ist sicherlich der Umstand, dass sich die Spieler aus dem Westfalenligakader immer besser im Umfeld der Reserve zurechtfinden. Dass sich letztendlich die Qualität weiter anhebt, ist ein offenes Geheimnis und sollte auch verständlich sein. Dass dies aber nur dann funktioniert, wenn sich der Fußballer mit dieser Rolle identifiziert, ist ebenso logisch. Auf der anderen Seite finden auch die Akteure des Stammkaders immer mehr zu bekannter Stärke zurück - angeführt sicherlich von einem starken Kapitän Martin Arends. Somit ergeben sich mir von Woche zu Woche neue Alternativen, die eine zweite Mannschaft im Saisonverlauf auch braucht. In den beiden Spielen gegen Südlohn und Ammeloe - zwei sehr unbeständige Gegner, die man niemals unterschätzen darf - wollen wir die Basis für das große Derby bei der DJK Eintracht legen, auf das wir uns alle freuen. Ernsthaft beschäftigen werden wir uns damit erst nach Ablauf des nächsten Heimspiels - eine Lehre aus der Vergangenheit."
Mark van Almsick (Dritte):
„Sieg und Niederlage: Die dritte Mannschaft hat erneut die beiden Kehrseiten der Medaille kennengelernt. Andererseits kann man die vergangenen beiden Ergebnisse gegen Epe und Ellewick auch so interpretieren, dass es in dieser Spielzeit eine enorme Leistungsdiskrepanz zwischen den Aufstiegs- und Abstiegskandidaten gibt. Die Dritte bewegt sich derzeit irgendwo dazwischen - auch wenn sie gerade gegen Epe II gezeigt hat, dass sie auch Gegnern auf gehobenem Niveau auf Augenhöhe begegnen kann. In Ellewick war dies kaum anders, allein haben wir uns dort gerade in der entscheidenden Phase zu disziplinlos gezeigt - untermauert durch gleich zwei Hinausstellungen. Der in den vergangenen Wochen aufgezeigte Weg wird folglich weitergangen. Ziel ist es weiterhin, eine gewisse Konstanz herauszuarbeiten - und dies in dem Wissen, dass es immer wieder Ausschläge nach oben wie nach unten geben wird. Gegen den Tabellenzweiten FC Vreden geht es nun um die berühmten Bonuspunkte, gegen die sich die Mannschaft sicher nicht „wehren" wird."








