Auf ein neues Gesicht trifft der SuS Stadtlohn an diesem Wochenende. Während sich die Jugendabteilungen des 1. FC Gievenbeck und des SuS seit Jahren regelmäßig in Meisterschaftsspielen gegenüberstehen, kommt es zwischen den beiden ersten Seniorenmannschaften zu einer Premiere. Der Grund ist ganz einfach: Mit dem Aufstieg hat der Münsteraner Vortortklub seinen größten Erfolg der Vereinsgeschichte gefeiert. Dabei sah es kurz vor Ende der abgelaufenen Spielzeit noch so aus, als sollte der FCG mit Coach Maik Weßels sämtliche Trümpfe noch aus der Hand geben. Nachdem man die Tabelle der Landesliga 4 über Wochen und Monate dominiert hatte, folgte aufgrund eines Unentschiedens bei der SpVgg Vreden am vorletzten Spieltag der Sturz auf Platz zwei. Der SV Dorsten-Hardt nutzte die Gunst der Stunde und stieg direkt auf. Doch: Dem FCG blieb das Hintertürchen Relegation, durch dass man dank eines 3:2-Erfolges im Finale gegen den TuS Eving-Lindenhorst in die Westfalenliga 1 schritt. „Joker" Gunnar Weber, mittlerweile zu Davaria Davensberg abgewandert, avancierte mit drei Toren zum Matchwinner. Ganz so spannend hätte man es gar nicht machen müssen: Nachdem der VfB Hüls doch noch in der NRW-Liga verbleiben durfte, war auch für Eving-Lindenhorst - nun Vertreter der Staffel 2 - ein Platz in der Westfalenliga frei geworden. Maik Weßels gab vor der Saison zwar grundsätzlich den Klassenerhalt als Ziel aus - insgeheim will er sich mit seinem Team aber mittelfristig in dieser Spielklasse etablieren. Die infrastrukturellen Voraussetzungen rund um den Sportpark in Gievenbeck sind schon lange vorhanden - nun folgte der sportliche Part. Basis dafür ist ein ausgeglichen besetzter Kader, aus dem allein Mittelfeldstratege Alexander Leifeld eine neue Herausforderung suchte. Dies kompensieren unter anderem mit Michael Fromme (Emsdetten 05), Philipp Daldrup (Borussia Emsdetten), Timm Barkam (GW Nottuln) und Kieran Schulze-Marmeling (Preußen Münster U23) vier Akteure mit Erfahrungen in dieser Spielklasse. Allein Daldrup, der nun mit Jens Könemann und Fabian Leifken die schlagkräftige Offensivreihe bildet, dürfte jedem SuS-Anhänger ein Begriff sein. Nach einem ein wenig holprigen Start ist der FC mittlerweile in der Westfalenliga angekommen. Jedem Gegner wurde bisher die Stirn geboten. Mit dem 1:0 über einen der Geheimfavoriten, den SuS Neuenkirchen, hat Gievenbeck nun den Anschluss an das Mittelfeld hergestellt. Mit diesem Erfolg zeigte das Team auch eine Reaktion auf die 3:4-Heimniederlage gegen Mitaufsteiger SV Spexard, als man die Partie im Grunde bereits für sich verbucht hatte. Dass die Mannschaft die Zeichen der Zeit nach diesem Rückschlag erkannt hatte, bewies sie auch beim überzeugenden 5:0 gegen die U19-Bundesligamannschaft von RW Ahlen unter der Woche.

(o.v.l.): Roman Pieroth, Sebastian Weitz, Robin Wellermann, David Rademaker, Michael Fromme, Moritz Knemeyer.
(M.v.l.) Alexander Tehler (sportlicher Leiter), Timm Barkam, Niklas Bonnekessel, Jonas Dirksen, Christian Keil, Patrick Westphal, Fabian Leifken, Philipp Daldrup, Trainer Maik Weßels.
(u.v.l.) Julian Langner, Hendrik Könemann, Felix Bastian, Kieran Schulze-Marmeling, Nils Steinkamp, Nils Heubrock - es fehlen: Jan Kreuzheck, Sebastian Heinrich, Jan Knemeyer, Jens Könemann, Rene Wegs, Damian Hallas.
Der 1. FC Gievenbeck in der Spielzeit 2010/2011
Zugänge: Michael Fromme (Emsdetten 05), Philipp Daldrup (Borussia Emsdetten), Timm Barkam (GW Nottuln), Kieran Schulze-Marmeling (Preußen Münster U23), Robin Wellermann, Dennis Hungerberg, Jonas Dirksen, Burak Cetinkaya (alle eigene A-Jugend), Jan Knemeyer (Westfalia Kinderhaus), Rene Wegs (SuS Neuenkirchen), Damian Hallas (Concordia Albachten)
Abgänge: Alexander Leifeld, Julian Kirchner (beide SC Flingern), Gunnar Weber (Davaria Davensberg), Stephan Tantow (RW Essen), Fahri Malaj (SG Telgte)
Trainer: Maik Weßels (4. Saison)
Die Einschätzungen unserer Trainer
Frank Bajorath (SuS Stadtlohn I)
"Wir müssen der manchmal harten Realität ins Auge sehen: Nach dem 1:3 bei Preußen Münster II sind wir endgültig im Tabellenkeller angekommen. Spätestens jetzt hat das Ringen um den Klassenerhalt für die Westfalenligamannschaft des SuS Stadtlohn begonnen.
Auch wenn die Reserve des SC Preußen reichlich von der Gelegenheit Gebrauch gemacht hat, sich des Regionaligakaders zu bedienen - in unserer Situation erwarte ich einfach ein anderes Auftreten als am vergangenen Sonntag vor der Pause auf der Sentruper Höhe. Schließlich haben alle meine Spieler den Anspruch, Westfalenliga zu spielen. Da muss ich dann den Perspektivspielern eines Regionalligisten anders die Stirn bieten - wie wir es übrigens gegen die gesamte Regionalligamannschaft im Westfalenpokal getan haben. In dieser Hinsicht hat die Mannschaft keine Lehren aus der Präsentation im letzten Auswärtsspiel beim Delbrücker SC gezogen. Wiederum wurde eine Partie bis zum Seitenwechsel abgeschenkt - die Aufholjagd war letztendlich erfolglos. Das darf uns in Zukunft nicht weiter passieren, wollen wir den Anschluss zum Tabellenmittelfeld noch vor dem Winter wieder herstellen.
Aufbauen sollten wir auf der zweiten Halbzeit, in der die Mannschaft eine Reaktion gezeigt hat. Sie hat bewiesen, dass sie auf Augenhöhe agieren kann, wenn sie sich auf ihre Tugenden besinnt. Das hat sie auch im letzten Heimspiel gegen Paderborn gezeigt - und dort müssen wir schleunigst wieder hinkommen. Das heutige Heimspiel gegen den 1. FC Gievenbeck sehe ich durchaus schon als Schlüsselspiel für die nahe Zukunft. Gegen einen erstarkten Aufsteiger, der zuletzt mit dem 1:0 über Neuenkirchen aufhorchen ließ, müssen wir uns vornehmlich am Ergebnis orientieren. Es zählen am Ende allein die dringend benötigten drei Punkte, mit denen wir dann ein wenig gelassener zum NRW-Liga-Absteiger nach Hamm fahren könnten. Dies wird uns nur gelingen, wenn wir uns den Gegner quasi zum Vorbild machen und uns ein Beispiel an dessen engagiertem Auftritt gegen Neuenkirchen nehmen. Dass dabei mit unserem Kapitän Matthias Uphues der Kopf der Mannschaft fehlt, ist natürlich ungünstig. Aber: Das Improvisieren darf in einem derart wichtigen Spiel keine Ausrede sein. Alle Spieler, die auflaufen werden, wissen, was die Stunde geschlagen hat. Entsprechend erwarte ich auch, dass in allen Bereichen das Maximum im Spiel gegen den Ball in die Waagschale geworfen wird, um dem Gast frühzeitig den Schneid abzukaufen. Dann sollten wir unser Spiel durchsetzen können - natürlich unter dem Vorbehalt, dass wir unsere Ladehemmung endlich ablegen.
Liebe SuS-Anhänger, sicher sind Sie in den vergangenen Spielzeiten oftmals fußballerisch in den Heimspielen im hülsta-Sportpark verwöhnt worden. Auch die Partien gegen Gütersloh oder Lippstadt in dieser Saison konnten sich - aus fußballerischer Sicht - sehen lassen. In der aktuellen Situation werden wir sicherlich ein anderes Bild erwarten dürfen. Wie schon gegen Paderborn werden allein der aufopferungsvolle Kampf und ein Höchtmaß an Leidenschaft zum Erfolg führen. Mit Ihrer Unterstützung im Rücken wird diese Vorgabe sicher leichter umzusetzen sein."
Tim Probst (SuS Stadtlohn II)
"Die Reserve arbeitet sich allmählich wieder aus dem Tief heraus. Schon beim 2:4 in Nienborg zeigte die Tendenz deutlich nach oben - auch wenn es das Ergebnis nicht erahnen lässt. Dieses Spiel nahm für die Mannschaft einfach einen unglücklichen Verlauf. Einem schnellen 0:2-Rückstand und einem Platzverweis gegen den Torhüter Niklas Lukas folgte eine Serie von hochkarätigen Chancen, anhand derer wir trotz Unterzahl die Partie schon zur Pause hätten für uns entscheiden müssen. Es sollte an diesem Tag einfach nicht sein. Irgendwie passte die Begegnung in die unruhigen letzten Wochen zuvor. Dennoch: Die geforderte Reaktion hatte die Mannschaft gezeigt und dann gegen den ehemaligen Spitzenreiter aus Lünten ausgeprägt. Endlich agierte die Elf in allen Mannschaftsteilen wieder so, wie ich es mir gerne noch konstanter von ihr wünschte. Besonders freute mich der Umstand, dass die bisher eher wackelige Defensive endlich einmal die Null halten konnte - auch ein Verdienst von Torhüter Mark Kemper, der angesichts des enormen Verletzungspechs an diesem Tag aus der dritten Mannschaft aufgerückt war und seine Sache hervorragend machte. Jetzt hoffe ich, dass wir nach dem starken 3:0 nicht wie nach dem hohen Erfolg gegen Oeding wieder in eine gewisse Selbstzufriedenheit verfallen. Erreicht haben wir noch gar nichts. Weiterhin können acht Punkte Rückstand auf den Spitzenreiter nicht unser Anspruch sein. Diesen werden wir mittelfristig allein verkürzen können, wenn wir zu einer kleinen Serie ansetzen. Dabei kommen die Spiele gegen zwei der positiven Überraschungen, SF Ammeloe und TuS Wüllen, gerade recht. Jetzt muss sich das Team gegen Gegner beweisen, die sich in dem Lauf, in den wir uns noch hineinspielen wollen, bereits befinden."
Mark van Almsick (SuS Stadtlohn III)
"Es läuft einfach: So oder ähnlich kann man die Bilanz der dritten Mannschaft nach einem Drittel der Saison zusammenfassen. Damit ist zwar in Worten nicht viel, aber in der Aussage eigentlich alles gesagt. Mit den vier Punkten aus den Spielen bei Ottenstein II und gegen den FC Epe II hat sich die Mannschaft in das obere Tabellendrittel hineinkatapultiert. Dies war in dieser Form nicht unbedingt zu erwarten. Umso mehr hat sich das Team diesen Zwischenerfolg verdient. Wie schon gegen Vreden III hat auch das Heimspiel gegen den A-Liga-Absteiger aus Epe gezeigt, wie sehr Fortuna mit Fußballern im Bunde ist, wenn es einmal läuft. Bis zum Pausenpfiff war der deutliche 4:1-Sieg nicht abzusehen. Doch in dieser Situation entwickeln Fußballspiele dann eine ihnen eigenen Dynamik - und „kippen" oft zu der Mannschaft, die nicht unbedingt den besseren Eindruck macht, aber den gewissen Lauf hat und eine andere Körpersprache an den Tag legt. Dabei soll nicht unerwähnt bleiben, dass sich die Elf nach dem Seitenwechsel den Sieg verdient hat. Aber dennoch: Wir sollten das Glück nicht überstrapazieren. Eine gewisse Portion werden wir nun womöglich beim schweren Gang zum TSV Ahaus doch benötigen. Zum Erfolg werden wir gerade in diesem Auswärtsspiel aber allein mit der notwendigen Einsatzbereitschaft und vor allem Disziplin kommen. Ob die Mannschaft wirklich schon bereit ist für ein solches Spitzenspiel, werden die sicher intensiven 90 Minuten auf dem engen Sportplatz in Wüllen zeigen. Ich bin sehr gespannt..."







