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Das „Wunder von Stadtlohn“
Aufstiegsmannschaft von 1984 spielt wieder...

Ein Vierteljahrhundert ist es nun her, dass die Fußballsenioren des SuS Stadtlohn einen ihrer größten Erfolge feiern konnten – ein Erfolg, der in Anlehnung an Fritz Walters 54er Weltmeistern später durchaus als „Wunder von Stadtlohn“ die Runde machte. 
Wir schreiben den 12. Juni 1983: In einer denkwürdigen Relegationsrunde mit drei Klubs um den Landesligaerhalt sichert das Team um Trainer Willi Dertmann mit einem 3:3-Remis gegen Westerkappeln die Klasse, nachdem zuvor Erkenschwick II deutlich mit 5:1 geschlagen werden konnte. Der Auftakt zu einem nie geahnten Höhenflug war gemacht. Denn: Sage und schreibe 26 Spiele blieb das Team, das im Jahr 1983/1984 von Spielertrainer Walter Rudolphi geführt wurde, im Folgejahr ungeschlagen. Die Euphorie nach dem Fastabstieg kannte keine Grenzen und begleitete die Mannschaft direkt in die Verbandsliga, der damals vierthöchsten Klasse. Das „Wunder von Stadtlohn“ wurde seinerzeit ausführlich in der Stadionzeitung „Losberg Fieber“ dokumentiert. Nachfolgend einige Auszüge:

„Auch in der schwierigen Lage (Anm.: nach dem Fastabstieg) wurde nach vorne geschaut. Obmann Hennes Tiggelbeck hatte schon Anfang des Jahres 1983 Walter Rudolphi zu einem Gespräch eingeladen. Walter kam schnell zur Sache: ‚Ich weiß, was Du willst, aber ich tu’s.“ (...) Noch ahnte es keiner, er war der lang gesuchte Prinz, der die Blau-Weißen wachküßte und den Dornröschenschlaf in der Landesliga beendete. (...) Mit Selbstvertrauen starteten die Rudolphi-Schützlinge in die Saison 1983/84. Euphorie auch bei den Fans, die Stadtlohner hatten ihr Herz am Fußball wiederentdeckt. (...)“ 
Im ersten Saisonspiel ging es zu Preußen Lengerich und einem 3:1-Erfolg. Lengerichs Spielertrainer Friedhelm Holtgrave: „Wir haben gegen eine Mannschaft verloren, die im letzten Jahr nur knappe dem Abstieg entrann. Wenn man gesehen hat, wie Stadtlohn aufspielte, dann weiß man, was gegen die Spitzenmannschaften der Landesliga zu erwarten ist.“ Holtgrave ahnte wohl nicht, dass er gerade gegen das Topteam überhaupt bereits verloren hatte. 3:1 gegen Telgte, 2:1 in Velen, 3:1 gegen Alstätte, 2:1 gegen Datteln, 5:2 gegen Herten. Ein Hertener Akteur belegte die Stadtlohner Überlegenheit zu Saisonbeginn: „Sei doch froh, dass wir nur 5:2 verloren haben.“ Angemerkt: Herten war zu diesem Zeitpunkt Tabellenzweiter hinter dem SuS. Die Serie ging weiter: „27:3 Punkte, die Herbstmeisterschaft war ungeschlagen errungen, 6 Zähler Vorsprung vor den Verfolgern Germania Datteln und SW Mackinghoven. Ein gutes Polster, denn in der Rückrunde trachtete jede Mannschaft danach, dem Spitzenreiter das Nachsehen zu geben.“ Ein Vorahnung: „(...) Der Start in die Rückrunde war holprig. (...) Der Vorsprung schmolz, Datteln lag nur vier Zähler zurück. Vor 1200 Zuschauern kam es am 19.2.1984 zum großen Duell. Es brannte lichterloh in der ersten 45 Minuten. 10. Elfmeter an die Unterkante der Latte, 26. das 0:1, der zweite Treffer schien nur eine Frage der Zeit. Im zweiten Durchgang wendete sich das Blatt. Datteln wurde in der eigenen Hälfte eingeschnürt. Belohnt wurde der Sturmlauf in der 83. Minute, als der Libero der Gäste einen Hillmann-Schuss ins eigene Netz abfälschte. Die Entscheidung war vertagt. Trotzdem zufriedene Gesichter, der Verfolger war auf Distanz gehalten. (...)“ Weiter: „Der Frühling zog ins Land, die Plätze wurden bespielbarer, und mit den warmen Sonnenstrahlen kehrte auch die Spielfreude zurück. (...) In der Endphase wurde es noch einmal kritisch. Erst das unnötige 1:1 gegen den späteren Absteiger Eintracht Ahaus und im 27. Spiel, am Gründonnerstag in Haltern, gab es die erste Pleite (2:0) (...).“ 
Die Wende zum Guten brachte das 1:0 bei Verfolger Datteln, Christian Kampshoff hatte den viel umjubelten Treffer in der 89. Minute erzielt. Dann er große Tag, wir schreiben den 13. Mai 1984: „An diesem Tag wurde SuS-Geschichte geschrieben. Festtagsstimmung im Losbergstadion, die Meisterschaft war greifbar nahe. Ein Sieg sollte es werden, aber der Rhader Torhüter Katter wuchs über sich hinaus und war einfach nicht zu bezwingen. Das 0:0 reichte letztlich beiden Teams, der SuS hatte den Titel, und die Gäste waren endgültig gerettet.

Nach dem Abpfiff verwandelte sich das Spielfeld in ein Fahnenmeer, riesengroße Sektflaschen wurden überreicht (...) Nach einer einstündigen Platzfete ging es auf die Ehrenrunde durch die Innenstadt. Tausende jubelten, als die Spieler und Verantwortlichen in offenen Cabriolets unter den Klängen der Husaren den Marktplatz erreichten und für alle Fans sichtbar auf das große Podest vor dem Rathaus kletterten. (...) Der Jubel schwoll zum Orkan an, als Obmann Hennes Tiggelbeck ans Mikrophon trat und alle Fans ins Vereinslokal Anni Röttger zur „Blau-Weißen Nacht“ einlud. Es wurde nicht nur eine lange Nacht, die ganze Woche wurde weiter gefeiert. “
Am 27. Mai 1984 folgte die offizielle Meisterfeier in der Stadthalle. Wochen später auf dem Staffeltag der Landesliga im Vereinslokal Anni Röttger sprach Staffelleiter Gerhard Rühlow noch einmal das „Wunder“ von Stadtlohn an - die hauchdünne Rettung vor dem Abstieg mit dem anschließenden Durchmarsch in die Verbandsliga. 

Dieses „Wunder“ lebt an diesem Samstag, 31. Mai, wieder auf. Um 15.30 Uhr messen sich die Helden von damals im „hülsta-Sportpark“ mit einer Auswahl aus ehemaligen Oberliga- und Verbandsligakickern des SuS. Anschließend wird in gemütlicher Runde auf die glorreiche Zeit, die die Initialzündung für den heutigen Erfolg der ersten Mannschaft war, zurück. Zuschauer sind selbstverständlich gerne gesehen.

   

     


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