219 Mal lief er in der Bundesliga auf, hinzu kommen 96 Zweitliga-Spiele und vier Länderspiele für die holländische Nationalmannschaft. Seit drei Jahren ist Rob Reekers nun Trainer des SuS Stadtlohn. Heute (15 Uhr) startet der SuS mit der Partie bei Rot-Weiß Horn in die erste Saison der neuen Westfalenliga. Wochenpost-Mitarbeiter Sven Asmuß sprach zuvor mit Rob Reekers.
Wie ist die Vorbereitung gelaufen, Herr Reekers? Sind Sie zufrieden und für den Saisonstart gut gerüstet?
Als Trainer ist man selten total zufrieden. Wenn man aber die normalen Maßstäbe anlegt, dann kann ich zufrieden sein. Alle Spieler haben gut mitgezogen, niemand hat sich ernsthaft verletzt. Auch die Ergebnisse in den Testspielen haben gestimmt. Nun bleibt abzuwarten, ob wir die Form auch in die Saison hineinretten. Ich bin diesbezüglich aber optimistisch.
Was macht Sie so optimistisch?
Wir haben eine gute Stimmung in der Mannschaft, hinzu kommt die perfekte Mischung aus jungen, talentierten Spielern und Akteuren, die schon ausreichend Erfahrung haben und als Leitwölfe auf dem Platz stehen. Das ist ein Punkt, auf den ich besonders achte. Wir haben ein Durchschnittsalter von 22,5 Jahren, sind damit eine der jüngsten Mannschaften der Liga. Mir ist aber während der Vorbereitung aufgefallen, dass diese Jungs auch charakterlich schon ganz weit sind.
Wie stehen Sie der Ligenreform gegenüber? Der SuS spielte im letzten Jahr in der fünften Liga lange an der Spitze mit, verpasste die Qualifikation für die NRW-Liga nur knapp. In dieser Saison ist die Westfalenliga nur noch sechstklassig.
Auf den ersten Blick wirkt es wie eine Abwertung, und man könnte es auch so sehen. Aus sportlicher Sicht ist die Liga aber interessanter und stärker als im Vorjahr. Schon allein, weil wir nun gegen die Oberliga-Absteiger spielen. Wir werden wieder einige schöne Derbys haben. Andererseits wird es nun noch schwerer, den Aufstieg zu schaffen, weil halt nur noch einer aufsteigt.
Apropos Aufstieg. Ist der Aufstieg das erklärte Ziel für die kommende Saison?
Der Verein hat es nicht als Muss formuliert. Ich will aber hoch. Mit dieser Mannschaft muss man auch den Anspuch haben, an der Spitze mitzuspielen. Wir haben neun neue Spieler geholt, von denen vier aus der eigenen Jugend kommen. Wir sind auf jeden Fall stark genug.
Welchen Fußball werden Sie spielen lassen? Gibt es ein festes System?
Ich will immer offensiven Fußball spielen lassen, immer Druck ausüben, immer nach vorne agieren. Wir spielen im 4-4-2-System, können aber auch schnell auf 4-2-3-1 umstellen. Ich will mich auf keinen Fall nach dem Gegner richten, sondern unser System durchziehen. Wir beobachten nach Möglichkeit jeden Gegner, um zu wissen, wie die spielen und ob es vielleicht sehr gefährliche Spieler gibt. In der Regel wollen wir aber unser Spiel spielen und den Gegner zwingen, darauf zu reagieren.
Wie sind Sie mit den Bedingungen im Umfeld des Vereins zufrieden?
Als ich hierher kam, war schon vieles perfekt. Wir haben uns aber nicht damit zufrieden gegeben, sondern weiter versucht, Dinge zu verbessern. Jetzt arbeiten wir zum Beispiel enger mit den Trainern der Jugendmannschaften zusammen, um auch dort verstärkt technische und koordinative Fähigkeiten zu schulen. Wenn ich in der Jugend schon in einem festen System spiele, dann ist der Sprung zu den Senioren nachher nicht mehr so groß. Aber es gibt halt immer etwas zu verbessern.
Was meinen Sie genau?
Es wäre zum Beispiel wichtig, wenn die zweite Mannschaft in der Bezirksliga spielen würde. Dann könnte man den Jungs, die aus der A-Jugend kommen, eine Perspektive bieten. So müssen sie mit der Kreisliga A Vorlieb nehmen. Weil viele aber glauben, mehr zu können, verlassen sie den Verein und wechseln zu einem Bezirksligisten in der Nachbarschaft. Es kann nicht der Anspruch unseres Vereins sein, die Ausbildung zu übernehmen und die Spieler dann an andere Vereine abzugeben. Da sind wir aber auf einem guten Weg. Im aktuellen Kader stehen immerhin zehn Spieler, die auch schon in der Jugend hier gespielt haben.
Kommen wir noch einmal zum heutigen Spiel und zur neuen Saison. Steht die erste Elf schon fest und wen haben Sie als Favoriten auf der Rechnung?
Die Mannschaft ist bis auf zwei Positionen fix. Zu den Favoriten zählen neben uns logischerweise die Absteiger aus der Oberliga. Auch Westfalia Rhynern dürfte nach den Vorbereitungsergebnissen ein Wörtchen um den Aufstieg mitreden.
Quelle: Wochenpost am Sonntag








